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SPORT1-Experte Thomas Helmer nimmt den Münchner Weltmeister vor dem Knaller in Barcelona in die Pflicht, die Bayern sieht nicht chancenlos.

Hallo Fußball-Freunde,

dass dem FC Bayern Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen wurde, ist Unsinn. Die Bayern sind vorzeitig Meister geworden. Da müssen sich die anderen an die Nase fassen, dass die Münchner wieder so früh den Titel geholt haben. Es war völlig in Ordnung von Pep Guardiola, dass er so viele Spieler geschont hat.

Über das Aus im DFB-Pokal haben sich die Bayern einfach geärgert, daher rührt auch die Kritik an den Schiedsrichterleistungen. Der BVB hat 70 Minuten nicht stattgefunden. Die Münchner Überlegenheit war ja gravierend. Klar sind die Bayern dann sauer, wenn sie das Ding nicht gewinnen.

Zu den taktischen Maßnahmen von Pep Guardiola im Dortmund-Spiel: Ich bin der Meinung, dass man Thomas Müller immer im Spiel behalten muss. Denn Müller holt mal einen Elfmeter raus oder schießt ein komisches Tor. Guardiola hätte aus meiner Sicht auch Bastian Schweinsteiger früher zum Stabilisieren bringen müssen und nicht Arjen Robben. Es wäre zudem für Robben besser gewesen, hätte er von Anfang an gespielt. Man macht sich dann anders warm.

Beim Kracher in der Champions League in Barcelona sehe ich die Rolle nicht so eindeutig verteilt. Die Mannschaft, die defensiv besser steht, wird gewinnen und da sehe ich die Bayern stärker.

Ich glaube aber schon, dass es eine Einschränkung ist, wenn Robert Lewandowski mit Maske spielt, allein im Unterbewusstsein. Aber er würde der Mannschaft hochgradig fehlen. Er hat sich am meisten entwickelt, seit Arjen Robben und Franck Ribery verletzt sind.

Ich verlange allerdings viel mehr von Mario Götze. Seine Leistungen sind sehr schwankend. Er kann viel mehr.

Der BVB konnte den Schwung aus dem Pokalspiel nicht mit in die Liga nehmen. Man sieht, dass die Mannschaft nicht gut spielt, schon die ganze Saison über nicht. Ich fand die Spiele zuvor auch nicht überragend. Gegen Bayern hatten sie eigentlich keine Chance.

Die Dortmunder sollten also im Sommer tätig werden. Mit einem Transfer wäre es aber nicht getan. Henrikh Mkhitaryan ist auch nicht besonders zufrieden, es gibt viele Baustellen im Sommer. Der Umbruch muss jetzt kommen.
Richtig spannend ist es im Abstiegskampf, auch nach dem Sieg des SC Paderborn in Freiburg. Vielleicht liegt es darin, dass sie nichts zu verlieren haben. Alle haben sie schon vor Wochen abgeschrieben. Sie wirken sehr geschlossen. Vielleicht brauchen sie im letzten Spiel nur noch einen Sieg, um die Klasse zu halten. Das wäre schon eine Sensation.

Düster ist es hingegen um den VfB Stuttgart bestellt. 60, 70 Minuten spielen sie sehr gut. Aber hinten begehen sie viel zu viele Klöpse. So viele Tore kannst du gar nicht schießen, wie die Stuttgarter hinten rein bekommen. Sie waren am Ende müde im Kopf. Für mich sah es so aus, als würden sie sich aufgeben.

Bis demnächst,

Euer Thomas Helmer

Ex-Nationalspieler Thomas Helmer wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Strunz und Mario Basler ab.

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