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Mike Büskens, Ebbe Sand und Huub Stevens (v.l.) bilden den neuen sportlichen Beirat des FC Schalke 04. © Grafik: Katharina Hosser/ Getty Images/ Imago

Gelsenkirchen - Huub Stevens, Mike Büskens und Ebbe Sand bilden den neuen sportlichen Beirat des FC Schalke 04. SPORT1 erklärt, wie sich deren Installation auf den Verein auswirkt.

Gelsenkrichen - "Wer köpft die Nägel in die Wand? - Ebbe Ebbe Sand, Ebbe Ebbe Sand." "Wer kriegt auf Dosen Flaschenpfand? - Ebbe Ebbe Sand, Ebbe Ebbe Sand."

Mit diesen und weiteren Strophen feierten die Schalke Fans Anfang der 2000er Jahre ihren Kult-Torjäger aus Dänemark.

"Wer hilft Schalke zu Verstand? - Ebbe Ebbe Sand, Ebbe Sand." So könnte man den Fangesang heute fortsetzen. Denn Ebbe Sand ist zurück - als sportlicher Beirat des Schalker Aufsichtsrates.

Ebenso wie Huub Stevens und Mike Büskens. Gemeinsam bilden die drei Vereinslegenden dieses neue Gremium - eine Verschmelzung königsblauer Kompetenz.

Der Rückgriff in die Vergangenheit, die Einbeziehung bewährter Kräfte, soll den Weg in die Zukunft weisen.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum neuen Kompetenz-Trio der Königsblauen.

Welche Aufgabe hat das neue Dreigestirn?

Direkte Entscheidungsgewalt kommt dem Trio nicht zu. Sicherlich spielte bei der Entscheidung zugunsten des Dreigestirns die Reputation innerhalb der Fan-Gemeinde eine große Rolle. Mit der Installation sollen die Fans nach der desaströsen Saison besänftigt werden.

Allerdings gibt es auch eine klare Aufgabenbeschreibung. "Dieses Gremium soll Erkenntnisse und Meinungen äußern", so Heldt.

Dass sie dem neuen Trainer André Breitenreiter in das Tagesgeschäft reinreden, soll nicht der Fall sein. Dass sie dem Coach auf die Finger schauen, ist durchaus erwünscht.

"Es geht darum, eine Sicht von außen und gleichzeitig von innen zuzulassen - mit einer Menge Sportkompetenz".

Der Kreis ist dabei erlaucht, die Anzahl begrenzt. "Das bleiben erstmal die Drei. Schwachmaten brauchen wir nicht da drin", sagt Heldt auf SPORT1-Nachfrage.

Wird Horst Heldt entmachtet?

Der S04-Manager fühlt sich nach eigener Aussage nicht kontrolliert, sondern begrüßt den zusätzlichen Input. "Wir alle sind überzeugt, dass das richtig ist. Ich glaube, das ist der nächste Schritt, den der Verein da macht", betonte Heldt nach der Jahreshauptversammlung am Sonntag die Aufgabe des neu geschaffenen Gremiums.

Klar ist aber: Heldt arbeitet auf Bewährung. Das machte auch Clemens Tönnies mit einer unmissverständlichen Mahnung noch einmal deutlich, nachdem der Manager "1,69 Meter Arbeit, 1,69 Meter Leidenschaft, 1,69 Meter Einsatz und 1,69 Meter Schalke 04" versprochen hatte. "Horst, daran wirst du von uns allen gemessen werden, das musst du wissen", sagte der Schalke-Boss.

Dass Stevens, Büskens und Sand irgendwann den Daumen über Heldt heben oder senken, wird direkt nicht der Fall sein. Indirekt werden sie aber sicherlich Einfluss auf den mächtigen Aufsichtsrat um Tönnies ausüben.

Wie steht der neue Beirat zu Heldt?

Auch wenn Heldt Huub Stevens 2012 vor die Tür gesetzt hatte, ist das Verhältnis aus Sicht des Managers nicht belastet. Im Gegenteil: Mit der Rückholaktion von Huub Stevens erfüllt sich der Manager auch einen lang gehegten Wunsch. "Wir sind nicht im Bösen auseinander gegangen. Als wir uns getrennt haben war es schon mein Ansatz, Huub einzubinden. Aber er wollte für eine lange Zeit immer noch Trainer sein", erklärt Schalkes Sportvorstand.

Und fügt hinzu: "Jetzt sind wir einen Schritt weiter. Wir haben in den letzten Wochen viel miteinander gesprochen und telefoniert. Das ist perfekt."

Auch Mike Büskens arbeitete schon zwei Mal als Interimscoach auf Schalke. Einen festen Vertrag bekam er allerdings nie. Dennoch: Immer wenn bei S04 - mal wieder - der Posten des Cheftrainers vakant war, soll der Eurofighter zu Heldts Kandidaten gezählt haben.

Wie präsent sind Stevens, Büskens und Sand?

"Das sind keine Leute, die kommen, weil sie ein Bier trinken wollen, sondern weil sie sich einbringen wollen. Das haben sie in der Vergangenheit gemacht und das werden sie auch in der Gegenwart machen", erklärt Heldt.

Man werde sich ich in regelmäßigen Abständen treffen. "Es bleibt dabei, dass der Vorstand für das operative Geschäft zuständig ist und es bleibt auch dabei, dass der Aufsichtsrat seine Funktion ausübt, die er hat", so Heldt.

Konkret heißt das: Stevens und Co. bringen ihren sportlichen Sachverstand ein, helfen sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat. Das Gremium "soll in beide Richtungen beraten", stellt Heldt fest.

Warum übernehmen die Vereinsikonen diese Aufgabe?

Zu einem großen Teil aus tiefer Verbindung zu "ihrem" Klub. Jahrhundert-Trainer Stevens, "Eurofighter" Büskens und Torjäger-Legende Sand, der 2008 von den Fans als einer der ersten in die "Ehrenkabine" gewählt wurde, haben nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr Ihnen der Klub am Herzen liegt - egal wo und in welcher Position sie gerade aktiv waren.

"Das ist eine Ehre für mich. Ich freue mich unheimlich, wieder ein Teil von Schalke zu sein und erfolgreich zu werden", ließ Sand bei der Jahreshauptversammlung per Videobotschaft ausrichten.

Offiziell angestellt im Klub sind die drei nicht, eine Aufwandsentschädigung werden sie aber sicherlich bekommen.

"Das ist ein guter Mix aus einem Trainer mit sehr, sehr viel Erfahrung, ein Herzblut-Schalker wie Mike Büskens, der unseren jungen Talenten nicht nur in der Knappenschmiede, sondern auch in der Lizenzspielerabteilung vieles vermitteln kann, und Ebbe Sand kann erklären, wie man Tore macht", lobt Heldt die Zusammensetzung.

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