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Heiko Westermann vom Hamburger SV
Heiko Westermann spielte in seiner Karriere für Greuther Fürth, Arminia Bielefeld, Schalke 04 und den Hamburger SV © Getty Images

München - Nach der Trennung vom Hamburger SV spricht jetzt Ex-Nationalspieler Heiko Westermann bei SPORT1 über seine zuletzt kräftezehrende HSV-Zeit und seine Zukunftspläne.

Die Nachricht war am Ende nicht mehr wirklich überraschend. Am Donnerstag gab der Hamburger SV offiziell bekannt, den auslaufenden Vertrag mit Heiko Westermann wie erwartet nicht mehr zu verlängern.

Westermann nahm das Aus im Gespräch mit SPORT1 relativ gelassen. "Der HSV und ich waren in den letzten Wochen im stetigen Kontakt und nun ist es besser,  neue Wege einzuschlagen. Am Ende haben beide Seiten die Trennung gewollt", sagte der Ex-Nationalspieler.

Der Abschied sei "einvernehmlich" gewesen, betonte der Defensiv-Allrounder. "Ich wurde nicht weggeschickt. Ich hatte fünf intensive Jahre in Hamburg und kann jetzt noch einige Jahre spielen."

Er sei auch nicht enttäuscht über die Entscheidung der Klubbosse. "Enttäuscht bin ich, dass wir es nicht geschafft haben, uns im letzten Jahr zu stabilisieren. Aber ich nehme viel Positives daraus mit, was wir in den letzten sechs, sieben Spielen geschafft haben."

Hamburger SV v Bayern Muenchen - DFB Cup
Heiko Westermann absolvierte für den Hamburger SV 159 Bundesligaspiele und erzielte neun Tore © Getty Images

"Ein guter Abschied"

Aufgrund des in letzter Sekunde erfolgreichen Kampfs gegen den Abstieg sei es "ein guter Abschied" gewesen.

Westermann, der 2010 für 7,5 Millionen Euro von Schalke 04 an die Elbe gewechselt war, ist nach Rafael van der Vaart (Betis Sevilla), Marcell Jansen und Slobodan Rajkovic (beide Ziel unbekannt) der vierte prominente Abgang der Hanseaten.

Der 31-Jährige absolvierte 173 Pflichtspiele für den HSV und trug drei Jahre lang auch die Kapitänsbinde.

Aufgrund seiner Spielweise wurde er in Anlehnung an Cristiano Ronaldo ("CR7“) vor allem bei Twitter, Facebook & Co. "HW4" getauft. Westermann nahm es mit Humor, brachte sogar einen Song darüber raus und nennt sich heute selber in den sozialen Medien "HW4".

Bei Fans immer umstritten"

Bei den Fans der Rothosen war er immer umstritten und wurde für viele zum Sinnbild des HSV-Niedergangs. Dabei war Westermann der Spieler, der nach Niederlagen am häufigsten Rede und Antwort stand und auch der Notnagel, der von einer Position auf die andere geschoben wurde.

"Die fünf Jahre haben viel Energie gekostet. Die Lockerheit ist da zuletzt etwas auf der Strecke geblieben. Jetzt muss ich auf mich schauen", sagte der gebürtige Franke im Rückblick.

"Die Verbindung zum Verein wird auf jeden Fall bleiben. Ich werde weiter alle Daumen drücken, dass man sich in der neuen Saison wieder in sicheren Regionen bewegt. Ich kann mir auch vorstellen, meinen Lebensmittelpunkt später nach Hamburg zu verlegen."

Beim HSV reagierten gleich mehrere Vereinsikonen äußerst kritisch auf die Trennung. "Wenn ich für so einen Vorzeige-Profi keinen Platz im Kader habe, dann Gute Nacht", sagte Vize-Weltmeister Willi Schulz der Bild: "Heiko hat immer alles gegeben, was in seinen Möglichkeiten war."

Lob von Uwe Seeler

Und Uwe Seeler bezeichnete Westermann in der Hamburger Morgenpost als "tadellosen Sportsmann. Er wird dem HSV fehlen".

Westermann freute sich natürlich über die warmen Worte der Klublegende: "Wenn man sowas von Uwe hört, dann ist das eine Ehre", sagte er.

"Er weiß aber auch, dass ich dem HSV immer verbunden sein werde. Wir werden uns immer wieder über den Weg laufen. Nochmal: Es ist keine schmutzige Trennung."

Zu seiner Zukunft kann sich Westerman noch nicht äußern. "Da kann ich noch gar nichts sagen, mein Berater macht alles. Ich habe Familie und ich muss jetzt alles abwägen.  Ich habe viele Möglichkeiten."

Ein zuletzt mehrfach kolportierter Wechsel zu Eintracht Frankfurt wird allerdings nicht zustande kommen.

Vorstandsboss Heribert Bruchhagen sagte zu SPORT1: "Dieses Gerücht ist völliger Blödsinn. Heiko Westermann ist ein verdienter Spieler, aber seine Position ist bei uns gut besetzt. Es gibt von unserer Seite keinerlei Bedarf."

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