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Hamburger SV v Eintracht Braunschweig - Nordcup 2013 Semi-Final
Maximilian Beister spielt in der kommenden Saison für den FSV Mainz 05 © Getty Images

München - Mit seinem Wechsel nach Mainz führt Maxi Beister den Hamburger SV vor und deckt alte Personalverfehlungen gnadenlos auf. Auch Beister selbst rückt in ein schlechtes Licht.

Der Hamburger SV kommt einfach nicht zur Ruhe. Auf positive Erlebnisse wie die überstandene Relegation folgt meist die schnelle Ernüchterung.

Jüngstes Beispiel: Der kuriose Transfer von Maximilian Beister zum FSV Mainz 05.

Am Freitag wurde der Vertrag des 24-Jährigen, der schon in der C-Jugend für die Hanseaten spielte und 2012 als Identifikationsfigur von seinem Intermezzo in Düsseldorf zurückgeholt wurde, in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst

Verhandlungen mit potenziellen Abnehmern für den Offensivspieler wollte Sportchef Peter Knäbel gar nicht erst führen: "Es gab keinen Markt für ihn", ließ er ausrichten. Vergebene Liebesmühe also.

Beister kassiert Abfindung

In Mainz sahen sie das aber offenbar anders. Keine 24 Stunden später unterschrieb Beister dort einen Dreijahresvertrag. Ablöse mussten die 05er natürlich keine zahlen.

Die laut Knäbel nicht vorhandene Konkurrenz ausstechen aber allemal. "An Beister waren sechs bis sieben Klubs dran, mehrere aus der Bundesliga", sagte Manager Christian Heidel der Hamburger Morgenpost.

Am Ende entschied sich Beister für Mainz und ließ sich seinen Abschied noch mit einer Abfindung versüßen. 600.000 Euro soll die gemäß des Hamburger Blattes betragen haben.

Knäbel wehrt sich

"Unsere Intention war es, die Sache schnell zu klären und hier nicht wieder wochenlang eine neue Baustelle zu haben. Das gab es in der Vergangenheit oft genug", verteidigte sich Knäbel.

Auch Heidel nahm seinen Amtskollegen in Schutz. "Der HSV hatte überhaupt keine Wahl", erklärte Heidel: "Mit Ablöse hätte es keinen Wechsel zu uns gegeben."

Beister: "Fairste Lösung"

Doch auch der zwischenzeitlich als Interimscoach krachend gescheiterte Knäbel  musste eingestehen: "Den Publikumspreis werden wir in dieser Transferperiode sicher nicht gewinnen."

Beister ist bereits der siebte Abgang des Sommers. Der Gehaltsetat soll drastisch gekürzt werden. Dafür ist man in Hamburg auch bereit, auf mögliche Ablösen zu verzichten. So geschehen auch bei Leih-Spieler Lasse Sobiech, der sich nun fest dem Lokalrivalen FC St. Pauli angeschlossen  - und offenbar ebenfalls eine Abfindung kassiert hat.

Deshalb kommt auch Beister in der Bild zum Schluss: "Die Auflösung war die beste und fairste Lösung für alle. Ich kann weiter in der Bundesliga spielen, und der HSV spart mein Gehalt."

Also doch ein feiner Kerl, der Herr Beister?

"Einfach schlechter Stil"

In Düsseldorf wird man diese Aussage wohl nicht unterschreiben. Beisters Ex-Klub bemühte sich ebenfalls um dessen Dienste - und erfuhr von seiner Absage unter wenig erfreulichen Umständen.

"Das ist einfach schlechter Stil", schimpfte Sportdirektor Rachid Azzouzi im Express: "Ich habe es während des Spiels von Fans auf den Rängen erfahren, dass Beister, den wir sehr gerne hier bei uns gesehen hätten, nach Mainz wechselt und nicht zu uns kommt", so der ehemalige Sportdirektor des FC St. Pauli.

Opfer der Transferpolitik

Heidel dagegen verteidigt seinen neuen Schützling und liefert die Erklärung gleich mit: "Ich habe Verständnis dafür, dass Maxi nicht einfach so irgendwo hingeht, wo er deutlich weniger verdient. Das liegt auch daran, dass beim HSV mitunter noch in einer Größenordnung gezahlt wird, die für andere Vereine nicht darstellbar ist."

Heißt im Klartext: Einmal mehr wurde der HSV Opfer der verfehlten Transferpolitik vergangener Jahre.  Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

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