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Marc Wilmots (2.v.l.) ist nun offenbar Horst Heldts Wunschkandidat auf Schalke, die Alternativen heißen Sascha Lewandowski (l.) und Andre Breitenreiter (2.v.r.)

Gelsenkirchen und München - Nach SPORT1-Informationen will der Belgier den Trainerjob auf Schalke machen und ist damit der neue Topkandidat. Zudem werden zwei weitere Kandidaten gehandelt.

Der Druck auf Horst Heldt wächst.

Doch nach der Absage von Markus Weinzierl könnte es in der Trainerfrage nun ganz schnell gehen.

Marc Wilmots will den Job bei den Königsblauen nach SPORT1-Informationen aus dem Umfeld des belgischen Nationalspielers machen.

Der einstige Publikumsliebling will sich nach dem EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Wales zu seiner Zukunft äußern.

Manager Heldt selbst äußert aktuell nur Plattitüden. "Fakt ist, dass wir derzeit Gespräche mit fachlich hervorragend geeigneten Trainern führen. Wir werden uns hierzu äußern, wenn es etwas zu verkünden gibt".

Teure Lösung

Der lange als Wunschkandidat gehandelte Wilmots könnte die Lösung sein, die die aufgebrachten Anhänger besänftigen und die verlorenen Herzen zurückgewinnen soll.

Das Problem ist allerdings, dass der Ex-Profi alles andere als billig werden würde. Aufgrund seines bestehenden Vertrags mit Belgien kostet er rund zwei Millionen Euro Ablöse, will offenbar seinen gesamten Trainerstab mit nach Deutschland bringen und soll rund vier Millionen Euro pro Jahr fordern.

Weinzierl bleibt lieber in Augsburg

Denn die Schalker sind nach der Absage von Weinzierl unter Zugzwang. Er bleibt lieber beim FC Augsburg, verzichtet freiwillig auf das königsblaue Chaos und genießt die beschauliche Bescheidenheit des "kleineren" Europa-League-Teilnehmers.

Das Dilemma von Heldt: Mit dem nächsten Trainer ist endgültig sein eigenes Schicksal verbunden. Ein Verlängerung des noch bis 2016 laufenden Vertrags wurde nach der sportlichen Talfahrt der Rückrunde erst einmal auf Eis gelegt.

Alternativen Lewandowski und Breitenreiter

Als Alternativen für Wilmots gelten auch Sascha Lewandowski, Jugendtrainer bei Bayer Leverkusen, und Andre Breitenreiter vom SC Paderborn, der sich nach SPORT1-Informationen überlegt, ob er nach dem Abstieg beim Zweitligisten bleiben will.

Die rasche Lösung der Trainerfrage ist aber extrem wichtig, um endlich wieder für Aufbruchstimmung in Gelsenkirchen zu sorgen.

Schwierige Kaderplanungen

Je länger das Ganze dauert, desto schwieriger werden auch die Kaderplanungen. Denn Schalke will wieder attraktiven Fußball spielen und für die Tugenden des Arbeiterklubs stehen, Identifikation schaffen und Euphorie entfachen.

Mit Wilmots an der Spitze scheint das möglich zu sein. Seine Qualitäten als Trainer stellte das "Schalker Kampfschwein" bei Belgien bereits unter Beweis. Dennoch bleibt die Frage, ob er nach seinem durchwachsenen Gastspiel als Schalker Interimscoach am Saisonende 2002/2003 der richtige Mann für den Ligabetrieb ist.

Und bei allem Respekt vor den Erfolgen der Schalker Knappenschmiede - nur mit jungen Wilden wird der angestrebte Umbruch auch nicht funktionieren. Schalke braucht auch auf dem Platz neue Anführer.

Khedira: Zu viel Unruhe auf Schalke

Für diese Rolle wäre Sami Khedira prädestiniert gewesen, doch der Weltmeister zog das Angebot von Juventus Turin vor. "Die Unruhen auf Schalke waren am Ende aber zu groß und das war für mich dann auch ausschlaggebend", erklärte Khedira.

In dieses Bild passt die Tatsache, dass Heldt eine mögliche Begnadigung des aussortierten Kevin-Prince Boateng durch den neuen Coach nicht kategorisch ausschließen will.

Etwas Ruhe, das wissen auch die Verantwortlichen, kann nur die schnelle Lösung der Trainerfrage bringen. Vielleicht ist es schon am Wochenende soweit.

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