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Die Allianz Arena im Münchner Stadtteil Fröttmaning
Ab der Saison 2017/18 soll in der Bundesliga auch am Montagabend gespielt werden © Getty Images

Die Fans müssen sich ab der Saison 2017/18 wohl auf neue Anstoßzeiten in der Bundesliga einstellen. Neben dem Spiel am Montagabend sind weitere Neuerungen geplant.

Die Bundesliga von Freitag bis Montag? Das könnte bald Realität werden.

Die Spieltage der höchsten deutschen Spielklasse werden ab der Saison 2017/18 zumindest an zehn Spieltagen aller Wahrscheinlichkeit nach weiter zerstückelt.

Nach dem Willen der Deutschen Fußball Liga (DFL), die zurzeit die Vergabe ihrer Medienrechte für die Periode ab Sommer 2017 vorbereitet, soll es dann auch Erstligaspiele am Sonntagmittag (13.30 Uhr) und Montagabend (20.15) geben. Ein erstes, vorläufiges Ausschreibungskonzept wurde bereits dem Bundeskartellamt zur Prüfung vorgelegt.

Die DFL bestätigte am Freitag auf sid-Anfrage einen entsprechenden Bericht von Sponsors. Das Fachmedium für Sponsoring und Sportbusiness berichtet, dass der Samstag als Kernspieltag des Profifußballs beibehalten werde. Rund die Hälfte der Spiele (circa 158 von 306 Spielen) soll weiterhin samstags um 15.30 Uhr stattfinden (bislang: 158 bis 184 von 306 Spielen).

Montag statt Samstag

Nach Plänen der DFL sollen maximal zehn Spiele pro Saison vom Samstagnachmittag verlegt werden. Fünf dieser Spiele sollen am Montagabend stattfinden, fünf weitere Partien am Sonntagmittag, sodass sich die Fans insgesamt ab der Saison 2017/18 auf sieben verschiedene Anstoßzeiten einstellen müssen.

Die beiden zusätzlichen Anstoßzeiten dienen laut DFL vor allem "der Entlastung der international vertretenen Bundesligaklubs", die am Donnerstag in der Europa League antreten müssen.

Der Montagabend, der bislang dem Topspiel der 2. Liga vorbehalten war, stünde dann auch ganz im Zeichen der Bundesliga. Das Zweitliga-Highlight müsste dann auf einen anderen Termin ausweichen.

Samstagabendspiel soll bleiben

Das Bundesliga-Topspiel am Samstagabend (18.30 Uhr) soll auch künftig beibehalten werden. Statt bisher zwischen 23 und 32 Begegnungen pro Saison soll die Zahl der Samstagabendspiele auf 29 planbare Partien fixiert werden. Außerdem sollen Klubs künftig maximal acht statt bislang nur sechsmal pro Saison am Samstagabend antreten.

"Die DFL hat in Abstimmung mit dem Ligavorstand die Rahmenbedingungen für die Ausschreibung der nationalen Medienrechte im Frühjahr 2016 festgelegt. Dabei wurden insbesondere die Interessen von Klubs, Fans und Medien-Unternehmen unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf den sportlichen Wettbewerb zu Grunde gelegt", so die DFL.

Die entsprechenden Spielplan- und Sendekonzepte werden nun vom Bundeskartellamt geprüft, das seinerseits dann eine Marktbefragung bei den Medienunternehmen durchführt. Erst im Anschluss an diese Prüfung wird in enger Abstimmung mit dem Bundeskartellamt das finale Ausschreibungsmodell erstellt, das noch vom derzeitigen Konzept abweichen kann.

Vorstoß ins Free-TV?

Nach dem Wunsch der DFL soll es es künftig acht Live-Pakete geben und damit zwei mehr als bislang. Die zwei neuen Pakete umfassen pro Spielzeit etwa je 30 Spiele der Bundesliga und der 2. Bundesliga. Damit sollen auch kleinere Medienunternehmen und potenzielle Markteinsteiger angesprochen werden.

Zudem erwägen Ligaverband und DFL, einige der derzeit ausschließlich für die Pay-Verwertung vorgesehenen Pakete künftig so auszuschreiben, dass sowohl eine Pay- als auch eine Free-Verwertung möglich ist.

Grundsätzlich beabsichtigen die DFL und der Ligaverband, die Live-Pakete künftig technologieneutral anzubieten. Das bedeutet: Alle Spiele können dann über sämtliche denkbaren Übertragungsformen und -wege verbreitet werden.

Rechtevergabe wohl im April 2016

In der vergangenen Ausschreibung für die Periode von 2013/14 bis 2016/17 wurden Live-Pakete sowohl plattformneutral als auch für einzelne Übertragungswege angeboten.

Für die zeitversetzte Highlight-Berichterstattung gibt es zwei Szenarien (Free und Free Kompakt), die laut Konzeptpapier beide ausgeschrieben werden sollen. Die Szenarien unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch, dass im Szenario Free Kompakt einige Beschränkungen im Free-TV vorgesehen sind.

Die Ausschreibungs-Unterlagen sollen offiziell im Januar 2016 an interessierte Bieter verschickt werden. Die Vergabe der Rechte soll drei Monate später im April 2016 erfolgen.

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