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Der Hamburger SV hat den bei Bayer Leverkusen in Ungnade gefallenen Emir Spahic verpflichtet. Der Bosnier war bei der Werkself nach einer Prügelei mit Ordnern gefeuert worden.

Der Hamburger SV hat den bei Bayer Leverkusen nach einer Prügelei mit Ordnern gefeuerten Abwehrspieler Emir Spahic verpflichtet.

Der 34 Jahre alte Bosnier wird nach Klubangaben nach absolviertem Medizincheck einen Einjahresvertrag unterschreiben und am Montag ins Trainingslager nach Graubünden nachreisen.

Trainer Bruno Labbadia betonte auf der Vereins-Homepage, er habe "sehr lange Gedanken darüber gemacht, weil ich auch Bedenken hatte, was eine Verpflichtung Emirs sowohl nach innen als auch nach außen möglicherweise auslösen würde und auslöst. Und ganz ehrlich: Ich hielt die Stimmen, die im Vorfeld davon abrieten Emir zu verpflichten, für gerechtfertigt. Ich hatte zunächst auch große Bedenken."

"Seine Reue wirkte nicht gespielt"

Er habe aber ein langes Gespräch mit Spahic geführt und "das Gefühl, dass Emir weiß, dass er einen großen Fehler begangen hat. Seine Reue wirkte nicht gespielt auf mich, nicht aufgesetzt. Das war für mich entscheidend".

Spahics Verhalten sei "inakzeptabel" gewesen, er habe aber "eine zweite Chance verdient".

Das "fußballerische Können steht außer Frage. Er gehört zu den besten Innenverteidigern der Bundesliga. Durch die bekannte Vorgeschichte war er jetzt auf dem Markt und ablösefrei. Ansonsten muss man für einen Spieler mit seinen sportlichen Qualitäten sicher einen hohen Millionen-Betrag zahlen - was in unserer Situation unmöglich ist."

Der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer lobte Spahic als "einen ablösefreien Spieler der höchsten Qualitätsklasse".

Sperre bis 13. Juli

Man habe "den Vorfall in Leverkusen besprochen und seine Auseinandersetzung mit diesem Thema intern bewertet. Danach haben wir uns für die Verpflichtung entschieden".

Spahic war nach dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München in handgreifliche Auseinandersetzungen mit Leverkusener Ordnungskräften verwickelt gewesen.

Spahic hatte einem Ordner einen Kopfstoß versetzt, Bayer reagierte mit der Vertragsauflösung auf den Vorfall.

Vom DFB wurde Spahic zu einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro und einer Sperre von drei Monaten belegt, die am 13. Juli ausläuft.

"Wir freuen uns, dass wir mit ihm eine gestandene Defensivkraft für unser Team gewinnen konnten", sagte Hamburgs Direktor Profifußball Peter Knäbel: "Emir kann dank seiner Erfahrung, seiner sportlichen Qualität und seiner Präsenz auf dem Platz zu einem wichtigen Führungsspieler unserer Mannschaft werden. Zudem kann er gerade auch für unsere jüngeren Spieler eine sportliche Orientierung sein, sie lenken und dabei fördern."

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