Video

Kevin de Bruyne wird erstmals zum Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt und hängt zwei Bayern-Stars ab. Dieter Hecking setzt sich bei den Trainern durch.

Kevin de Bruyne vom VfL Wolfsburg ist erstmals zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt worden.

Der belgische Nationalspieler setzte sich bei der vom kicker durchgeführten Wahl unter den deutschen Sportjournalisten mit 367 Stimmen deutlich vor den Münchnern Arjen Robben (94) und Manuel Neuer (67) durch. De Bruyne hatte Wolfsburg in der vergangenen zum Pokalsieg und zur Vizemeisterschaft geführt.

In einem anderen Land zum besten Spieler gewählt zu werden, das heißt was", sagte de Bruyne: "Das ist eine Anerkennung für meine Saison". Diese wurde auch seinem Trainer Dieter Hecking zuteil.

Hecking siegt vor Favre und Weinzierl

Nach dem Gewinn des DFB-Pokals mit den Wölfen erhielt der 50-Jährige 203 Stimmen und lag damit knapp vor dem Augsburger Markus Weinzierl (191) und Lucien Favre (168) von Borussia Mönchengladbach.

"Das ist eine Anerkennung der Arbeit des gesamten Trainerstabes und damit auch meiner Arbeit", sagte Hecking.

Fußballerin des Jahres wurde Celia Sasic, die inzwischen ihr Karriereende bekannt gegeben hat. Für die WM-Torschützenkönigin war es nach 2012 der zweite Erfolg bei der
1960 durchgeführten Wahl.

Sasic, die mit dem 1. FFC Frankfurt die Champions League gewonnen hatte, bekam 199 Stimmen. Zweite wurde Nationaltorhüterin Nadine Angerer (123) vor Anja Mittag (59).

Als fünfter Ausländer in Deutschland gewählt

De Bruyne ist bei der 56. Auflage der Wahl erst der fünfte Ausländer nach Robben (2010), Grafite (2009), Franck Ribery (2008) und Ailton (2004), der es auf Platz eins schafft.

Wie schon nach dem Pokalsieg Ende Mai in Berlin gegen Borussia Dortmund (3:1) dachte der 24-Jährige nach der gewonnenen Wahl erneut an seinen im Januar bei einem Autounfall verstorbenen Freund und Mitspieler Junior Malanda.

"Er war mein kleiner Bruder, das ist immer noch schwer. Natürlich denke ich noch immer an ihn. Wir haben Junior den DFB-Pokal gewidmet, auch meine Trophäe für den Fußballer des Jahres ist für ihn", sagte der Belgier.

Auf dem Transfermarkt heiß begehrt

Mit seinen konstant starken Leistungen hatte de Bruyne in der vergangenen Saison großen Anteil am Höhenflug der Niedersachsen. Zehn Tore erzielte der Offensivspieler in der Liga selbst, mit 22 Vorlagen stellte er zudem einen Rekord auf.

Dies weckte allerdings auch die Begehrlichkeiten der finanzstarken Konkurrenz im Ausland. Der englische Spitzenklub Manchester City soll bereit sein, 72 Millionen Euro für die Künste de Bruynes zu bezahlen.

Dieser ließ seine Zukunft im kicker-Gespräch offen, lobte aber die Bundesliga: Nach insgesamt zweieinhalb Jahren in Deutschland kann ich sagen: Ja, es passt richtig gut".  

Allofs bleibt gelassen

Das "unmoralische Angebot" aus Manchester lässt die Wolfsburger allerdings (noch) kalt. "Wir machen keine Planspiele, was wäre wenn. Wenn einer mit so viel kommt, wenn einer mit so viel kommt - das ist bisher nicht geschehen, deshalb müssen wir uns darüber keine Gedanken machen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs zu SPORT1.

Allerdings betonte er zu einem etwaigen Angebot: "Wenn es so etwas dann geben sollte, werden wir schon allein aus der Verpflichtung gegenüber unseren Spielern heraus seriös damit umgehen." Mit den sportlichen Ambitionen des VfL sollte es jedoch "verboten sein, ihn abzugeben".

Am Donnerstag dementierte Allofs Medienberichte über einen angeblichen Wechselwunsch des Belgiers. "Das ist definitiv eine Ente", sagte Allofs im Trainingslager in Donaueschingen.

Vertrag läuft bis 2019

De Bruynes Vertrag beim VfL läuft noch bis Juni 2019. Angesichts der Verlockungen aus dem Ausland deutete Allofs aber zuletzt schon einmal an, de Bruynes Gehalt noch einmal anzuheben.

Nach der Qualifikation für die Champions League hat der VfL mit seinem schnellen Mittelfeldstar noch viel vor. "Es wäre wunderschön, wenn es mal gelingen würde. Der Appetit ist auf jeden Fall da", sagte Hecking auf den möglichen Gewinn der deutschen Meisterschaft angesprochen.

Die Ehrung nach der Wahl zum Fußballer des Jahres wird vor dem Supercup am kommenden Samstag gegen Meister Bayern München erfolgen. Im Anschluss will de Bruyne seine Gegenspieler auch wieder auf dem Platz abhängen. 

Die Abstimmungesergebnisse:

FUSSBALLER DES JAHRES:

1. Kevin de Bruyne (VfL Wolfsburg) 367 Stimmen
2. Arjen Robben (Bayern München) 94
3. Manuel Neuer (Bayern München) 67
4. Alexander Meier (Eintracht Frankfurt) 50
5. Thomas Müller (Bayern München) 47
6. Bastian Schweinsteiger (Bayern München/Manchester United) 19
7. Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach) 18
8. Jerome Boateng (Bayern München) 17
9. Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) 16
10. Toni Kroos (Real Madrid) 15

TRAINER DES JAHRES:
    
1. Dieter Hecking (VfL Wolfsburg) 203 Stimmen
2. Markus Weinzierl (FC Augsburg) 191
3. Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach) 168
4. Dirk Schuster (Darmstadt 98) 84
5. Jürgen Klopp (Borussia Dortmund/Vereinslos) 61
6. Joachim Löw (Bundestrainer) 17
7. Huub Stevens (VfB Stuttgart/Vereinslos) 16
8. Pep Guardiola (Bayern München) 15
9. Bruno Labbadia (Hamburger SV) 9
10. Viktor Skripnik (Werder Bremen) 7

FUSSBALLERIN DES JAHRES:
    
1. Celia Sasic (1. FFC Frankfurt/Karriere beendet) 199 Stimmen
2. Nadine Angerer (Brisbane Roar/Portland Thorns) 123
3. Anja Mittag (FC Rosengard) 59
4. Dzsenifer Marozsan (1. FFC Frankfurt) 46
5. Melanie Leupolz (Bayern München) 40
6. Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) 31
7. Simone Laudehr (1. FFC Frankfurt) 26
8. Martina Müller (VfL Wolfsburg) 21
9. Lena Goeßling (VfL Wolfsburg) 18
10. Melanie Behringer (Bayern München) 16
10. Lena Lotzen (Bayern München) 16
10. Nadine Keßler (VfL Wolfsburg) 16

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel