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Kevin Großkreutz bekommt noch kein neues Angebot des BVB, ist deshalb beleidigt. Innerhalb kurzer Zeit ist sein bislang undenkbarer Abgang wahrscheinlich geworden.

Kevin Großkreutz  geht es wie einem verschmähten Liebhaber. Die Zurückweisung seines Herzensklubs schmerzt ihn heftig. In der Nacht auf Freitag legte Großkreutz online im plötzlich aufgeflammten Zoff nach: "Ich habe mir hier den Allerwertesten aufgerissen, ob als Fan oder Spieler! Das soll ich kaputt reden?! Niemals! Ich werde immer zu den Fans und Borussia Dortmund halten!", schrieb er bei Instagram.

Die entscheidenden Sätze aber sind: "Natürlich kann es sein, dass ich wechseln werde! Ja, das kann passieren, aber wenn, möchte ich hier vernünftig gehen!" Geschrieben schlaflos um kurz vor ein Uhr in der Nacht auf Freitag als Reaktion auf Thomas Tuchel.

Tuchel ist enttäuscht

"Das enttäuscht mich", hatte Dortmunds Trainer nach dem 1:0 beim Wolfsberger AC bei SPORT1 in Richtung Großkreutz gestichelt. Weil der sich beschwert hatte, in Dortmund rede niemand mit ihm. Tuchel sauer: "Das ist nicht das, was wir vereinbart haben und wie wir miteinander umgehen wollen."

Daraus entbrennt ein Streit, der dem ganzen Verein schadet. Auch, weil Großkreutz selbst gegen eine elementare Regel verstieß mit seinem Gang an die Öffentlichkeit.

Signal von Zorc und Tuchel erwartet

Er hätte gerne einen neuen Vertrag, sein jetziger endet in elf Monaten. Wegen eines Muskelbündelrisses und einer Operation am Knie spielte er in diesem Jahr erst zweimal, erlebte die härtesten Monate seiner Karriere. Und hätte sich wohl ein deutliches Signal von Michael Zorc und Thomas Tuchel erwartet.

"Verrate niemals deinen Bruder!", postete er vor ein paar Monaten, "sei loyal, ehrlich und standhaft!" Zu einem Foto von sich mit Liverpools Legende Steven Gerrard schrieb er: "Respekt! Ein großartiger und treuer Spieler!" Ein bisschen Romantik muss drin sein. Zumindest aber Zusammenhalt auch in schweren Zeiten.

Undank gegenüber Weltmeister?

Großkreutz war bei allen Erfolgen dieses Jahrzehnts als Leistungsträger dabei, erreichte ein kaum für möglich gehaltenes Niveau.

Dass ihm noch niemand eine Vertragsverlängerung angeboten hat, interpretiert er als Undank gegenüber ihm, dem Weltmeister.

Tuchel und Zorc wollten Großkreutz nach dessen schweren Verletzungen wohl in Ruhe die Chance geben, sich in dieser Saison für eine weitere Zukunft in Dortmund zu empfehlen. Jetzt aber könnte das Verhältnis bereits entscheidend beschädigt sein.

Ansehen hat gelitten

Im WM-Jahr hatte sein Ansehen im Verein bereits durch zwei unappetitliche Affären um einen Dönerwurf und öffentliches Pinkeln gelitten. In der Hinrunde der vergangenen Saison ging es dann auch sportlich rasant bergab, beim Aufschwung im Spätwinter und Frühjahr fehlte Großkreutz.

Er ist insgesamt zwar beliebt bei den Fans, hat aber längst nicht den Stellenwert der von ihm so verehrten Vereinsidole. Eins haben Tuchel und Zorc aber schon jetzt gemerkt: Eine Trennung von Großkreutz geht nicht so einfach.

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