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FUSSBALL/1. BL 00/01: KOELN - UNTERHACHING
Die Bundesliga hat derzeit fünf unterschiedliche Anstoßzeiten pro Wochenende © Getty Images

Mit Empörung hat das "ProFans"-Bündnis auf die Pläne der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die Einführung von Montag-Spielen auch in der Bundesliga reagiert.

"Wir kämpfen seit Jahren gegen das Montag-Spiel der 2. Liga. Die Nachricht ist für die aktiven Fanszenen des Landes ein Schlag ins Gesicht", sagte Pro-Fans-Sprecher Jakob Falk in einer Mitteilung der Berliner Organisation am Dienstag.

Die DFL hatte am vergangenen Freitag vorherige Medienberichte über die Möglichkeit einer weiteren Zerstückelung von Bundesliga-Spieltagen auf SID-Anfrage bestätigt.

Ein für die Vergabe der Medienrechte ab der Saison 2017/18 ausgearbeitetes Ausschreibungskonzept, das die DFL beim Bundeskartellamt zur Prüfung eingereicht hat, beinhaltet demnach die Verlegung von maximal zehn Spielen auf jeweils bis zu fünf Termine am Sonntagmittag (13.30 Uhr) und Montagabend (20.15 Uhr). Die DFL erhofft sich von der Auffächerung der Spieltermine im Oberhaus von Freitag bis Montag eine Erhöhung der Erlöse für die Verwertungsrechte.

Die Anhänger-Vereinigung sieht bei einer Umsetzung der DFL-Pläne besonders für Fans von Europapokal-Teilnehmern die Gefahr einer indirekten Aussperrung von Spielen ihrer Mannschaften.

"Für viele Fans und Ultras ist die Unterstützung der eigenen Mannschaft bei allen Spielen ein entscheidendes Merkmal ihrer besonderen Fankultur. Viele Fans haben kaum noch die Möglichkeit, noch zusätzliche Urlaubstage zu nehmen. Fans werden durch die Einführung von zusätzlichen Montag-Spielen gezwungen, Spiele ihrer Mannschaft zu verpassen", heißt es in der Bündnis-Mitteilung.

In der Verantwortung für die Wahrung der Anhänger-Interessen sieht der Fan-Zusammenschluss, der vehement für komprimierte Spieltage ausschließlich an Samstagen und Sonntagen eintritt, jedoch auch die Klubs: "Nicht nur die DFL steht am Pranger. Dass die Vereine öffentlich schweigen oder die Pläne sogar selbst forcieren, ist aus Fan-Perspektive ein Skandal."

Es würde damit laut Falk deutlich, "wie wenig die Belange der eigenen Fans gegenüber den wirtschaftlichen Interessen zählen".

Eine weitere Aufsplittung der Spieltage würde der DFL aufgrund der höheren Zahl von Exklusivterminen bessere Aussichten auf höhere Einnahmen aus dem Verkauf der Medienrechte verschaffen.

Durch den bahnbrechenden TV-Vertrag der englischen Premier League, deren Klubs ab 2016 in drei Jahren umgerechnet insgesamt 6,9 Milliarden Euro kassieren, sieht sich die DFL zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Vereine unter Zugzwang: Die DFL-Teams erhalten im nächsten Jahr insgesamt 835 Millionen Euro. 

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