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Kevin De Bruyne steht angeblich kurz vor einem Wechsel zu Manchester City © Getty Images

Köln - Kevin De Bruyne geht gegen Köln mit schwachen Wolfsburgern fast unter und vergibt am Ende kläglich den Sieg. Allofs räumt ein, dass die Störfeuer belasten.

Die anhaltenden Wechselgerüchte und eine erneut ganz schwache Leistung schienen an Kevin de Bruyne zu zerren, als er wortlos in Richtung Mannschaftsbus schlich.

Wenige Meter entfernt bestätigte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs das, was alle dachten: Die Millionenangebote von Manchester City und die ungeklärte Zukunft de Bruynes werden auch für den Rest des VfL Wolfsburg  zunehmend zur Last. (SERVICE: Die Statistiken des Spiels)

"Es ist schon richtig, dass uns das beeinflusst", sagte Allofs nach dem ganz schwachen 1:1 (0:1) des Vizemeisters beim 1. FC Köln: "Aber wir können doch jetzt nicht jammern. Wir müssen auch lernen, mit solchen Störfeuern oder Ungewissheiten umzugehen."

Spekulationen um De Bruyne

Doch auch rund um den zweiten Spieltag belasteten Spekulationen um den wohl bevorstehenden Abschied von Deutschlands Fußballer des Jahres die Wolfsburger.

Summen zwischen 70 und 80 Millionen Euro soll City geboten haben - einen neuen Stand gebe es nicht, sagte Allofs in Köln jedoch und flüchtete sich angesichts der immergleichen Fragen schon in Galgenhumor.

"Kevin hat sich mit seiner Leistung dem Rest der Mannschaft angepasst. Das ist doch ein gutes Zeichen, er ist noch ein Bestandteil des Teams", sagte der 58-Jährige. (DATEN: De Bruyne enttäuscht)

Alle Beteiligten baten zwar darum, die Personalie nicht allein für das Auftreten der gesamten Mannschaft verantwortlich zu machen, auch Allofs tat das. "Als Ausrede will ich das nicht gelten lassen", sagte er, "wir dürfen jetzt nicht alles in diesen Topf werfen."

Auch Trainer Dieter Hecking betonte: "Man kann nie einen einzelnen Spieler dafür verantwortlich machen, wenn es nicht läuft."

Der Vizemeister ist ein Schatten seiner selbst

Deutlich wurde in Köln allerdings: Der VfL Wolfsburg im August 2015 hat wenig mit dem Pokalsieger und Vizemeister der Vorsaison zu tun. Das hatte sich schon in der Vorwoche gegen Eintracht Frankfurt (2:1) angedeutet. (DATENCENTER: Tabelle)

"Wir haben hier kein gutes Spiel gezeigt", sagte Trainer Hecking: "Wir waren 60 Minuten lang uninspiriert, das war schon gegen Frankfurt so und heute nochmal in verschärfter Form. Da müssen wir schnell die Wende hinkriegen."

Vor 46.000 Zuschauern hatte den Wolfsburgern lange Zeit jegliche Dynamik gefehlt. Die Kölner waren gedanklich meist einen Schritt voraus und gingen durch Simon Zoller (30.) verdient in Führung.

De Bruyne geht mit unter - und versiebt

In der Folge wurden die Gäste eher noch schwächer, de Bruyne ging in dieser Phase mit unter. Erst in der Schlussphase setzte Wolfsburg seine überlegene individuelle Klasse um.

Nach dem Ausgleich durch den eingewechselten Nicklas Bendtner (83.) hatte ausgerechnet de Bruyne (90.+2) die große Chance auf den Siegtreffer.

Doch der Belgier scheiterte völlig freistehend erst an Kölns Torwart Timo Horn, beim Nachschuss rettete Matthias Lehmann vor der Linie.

"Eigentlich war ich mir schon sicher, dass er ihn reinmacht", meinte De Bruynes Teamkollege Timm Klose, "aber vielleicht merkt man, dass so viel Gerede um ihn auch nicht spurlos an ihm vorbei geht."

© SPORT1

Allofs dementiert Einigung

Noch vor dem Spiel hatte Allofs bei Sky um etwas weniger Hysterie im Wechsel-Theater gebeten.

Die zuvor hochgekochten Spekulationen um einen Abschied schon am Wochenende seien "verfrüht", "es ist ein bisschen zu viel Dynamik reingekommen. Wir fahren das jetzt mal runter", sagte Allofs.

Berichte über eine bereits erfolgte Einigung zwischen Manchester und dem Spieler träfen zudem "nicht den Kern".

Wie lange noch?

Die Frage zur Zukunft de Bruynes werde er bis zum 31. August beantworten können, sagte Allofs, dann schließt das Transferfenster.

Ob der Mittelfeldstar aber am kommenden Freitag gegen Schalke 04 überhaupt noch das VfL-Trikot trägt, bleibt höchst fraglich. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

"Wenn sie mich jetzt fragen, sage ich: Stand heute ja", gab Allofs lediglich zu Protokoll.

Und kletterte zu seinem wertvollsten Spieler in den Mannschaftsbus. 

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