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Johan Djourou hat dem Hamburger SV mit seinem späten Tor den ersten Saisonsieg beschert © Getty Images

Hamburg - Ein Doppelpack von Daniel Ginczek ist für den VfB Stuttgart beim HSV zu wenig. In den letzten zehn Minuten drehen die Hamburger die Partie noch. Ein Platzverweis leitet die Wende ein.

Die Fans auf der Tribüne verwandelten das Stadion in ein Tollhaus, unten auf dem Rasen blieb Johan Djourou fast cool.

Lässig streckte der 28-Jährige seinen rechten Arm zu einem Victory-Zeichen aus. Kurz zuvor hatte er dem schwer kriselnden Hamburger SV mit seinem Last-Minute-Tor den wichtigen ersten Saisonsieg beschert.

Mit seinem Tor in der 89. Minute schoss Djourou den Bundesliga-Dino in Überzahl nach zweimaligem Rückstand zum 3:2 (1:2) gegen den VfB Stuttgart, dessen Verteidiger Florian Klein in der 53. Minute Gelb-Rot gesehen hatte.

"Er wird weltweit nicht der erste Spieler sein, dem man sagt: 'Die Gelbe Karte hättest du dir sparen können'", ärgerte sich Stuttgarts Trainer Alexander Zorniger bei Sky über den Platzverweis.

Daniel Ginczek (23., 42.) hatte den VfB vor 54.618 Zuschauern zweimal in Führung gebracht, Ivo Ilicevic nach 34 Minuten sowie der eingewechselte Pierre-Michel Lasogga (84.) hatten zweimal ausgeglichen (SERVICE: Die Statistiken des Spiels).

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HSV-Coach Bruno Labbadia sah trotz des Sieges noch Verbesserungspotential, zeigte sich bei Sky aber zufrieden mit der Moral: "Wir wissen, dass es noch viele Dinge gibt, die wir noch besser machen müssen. Wir wollten dem Pressing vom VfB aus dem Weg gehen. Das haben wir nicht immer optimal gemacht. Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt: Wir drehen das Ding heute noch."

Erster Pflichtspielsieg für HSV

Für den HSV ist der Sieg - wenn auch unter glücklichen Umständen gegen einen lange Zeit starken Gegner - Balsam nach dem Pokal-Aus bei Carl Zeiss Jena, dem 0:5 bei Bayern München zum Ligastart sowie den zahlreichen Negativschlagzeilen neben dem Platz (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

In einem von technischen Fehlern auf beiden Seiten geprägten Spiel gelang es Stuttgart immer wieder, die Hamburger Verteidigung durch schnelles Umschaltspiel in Bedrängnis bringen. Dabei spielte die VfB-Offensive um Ginczek, den zweifachen Vorbereiter Daniel Didavi sowie Martin Harnik und Filip Kostic nicht zuletzt ihre Schnelligkeit aus (DATENCENTER: Tabelle).

Zäher Beginn im Volksparkstadion

Nachdem beide Mannschaften rund 20 Minuten reinsten Sommerfußball boten, hätte VfB-Kapitän Christian Gentner (22.) die spielerisch besseren Stuttgarter nach einer Ecke völlig freistehend per Kopf in Führung bringen müssen.

Das besorgte nur eine Minute später Ginczek, der von Didavi am Strafraum freigespielt wurde und Rene Adler im Hamburger Tor keine Chance ließ.

Der HSV, der wie schon in München auch gegen einen schlechter besetzten Gegner erhebliche Probleme in der Spieleröffnung offenbarte, profitierte beim Ausgleich durch Ilicevic von einem schläfrigen Moment der Stuttgarter Abseitsfalle. Der kroatische Nationalspieler konnte frei durchlaufen und ließ Przemyslaw Tyton keine Chance.

© SPORT1

In die kurze Phase der Hamburger Euphorie herein traf Ginczek kurz vor dem Seitenwechsel zur erneuten und verdienten Führung.

Kleins Platzverweis als Knackpunkt

Nach dem Platzverweis gegen Klein erhielt der HSV naturgemäß deutlich mehr Spielanteile, blieb mit seinen langen Bällen aber regelmäßig in der Stuttgarter Verteidigung hängen, bis er in der fulminanten Schlussphase das Spiel drehte.

"Die Niederlage ist wahnsinnig bitter. Wir haben ein super Spiel gemacht. Haben immer wieder Hamburg zu Fehlern gezwungen. Es ist bitter, dass wir nicht wenigstens einen Punkt mitnehmen", ärgert sich Stuttgarts Doppeltorschütze Ginczek bei Sky.

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