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München und Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach erinnert sich mit einem Film an den eigenen Erfolgsweg. Dabei versuchen Favre und Eberl gerade, die Mannschaft von diesem Erbe zu befreien.

Timing ist kein Borusse. Zumindest keiner in Schwarz-Weiß-Grün.

Da feiert sich Mönchengladbach mit dem 60-Minüter "Elf vom Niederrhein" für seine Geschichte der letzten viereinhalb Jahre mit dem Endpunkt Champions League – die neue Saison hat aber bereits begonnen. Mit einem 0:4 in Dortmund.

Eberl: "Außergewöhnliches geschafft"

"Gerade für die Mannschaft ist es schön, weil wir letztes Jahr etwas Außergewöhnliches geschafft haben", durfte Manager Max Eberl deshalb bei der Premiere am Mittwochabend sagen und: "Der Film zeigt uns authentisch. Das macht uns sehr froh, weil er sehr positiv und euphorisch ist."

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Gleichzeitig lag der verpatzte Auftakt aber erst vier Tage zurück. "Nach dieser Niederlage darauf hingewiesen zu werden, welche Erfolge wir hatten, tut gut. Das soll auch Ansporn für die nächsten Spiele sein", lautete Eberls Ansage mit Blick auf das Spiel gegen Mainz am kommenden Sonntag.

Erfolg hängt über der Mannschaft

Es passt zur Situation: Die Film gewordene Zeit seit Lucien Favres Amtsantritt im Februar 2011 hängt über der aktuellen Mannschaft, mit dem Beginn im Abstiegskampf mit gerade so gewonnener Relegation bis hin zum größten Vereinserfolg seit mehreren Jahrzehnten.

Feiern wollen sie diesen Weg in Gladbach. Und die Geschichte doch so schnell wie möglich loswerden.

Favre ganz nüchtern

"Es bringt nichts für Mainz", sagte Antiromantiker Favre über mögliche Motivation dank des gemeinsamen Kinoabends. "Es ist ein Film über die Vergangenheit."

Wenn also Igor de Camargo zum Helden wird, Marco Reus und Marc-Andre ter Stegen jubeln, Patrick Herrmann Traumtore schießt und Rainer Bonhof in der Kabine tanzt, dann sind das auch Versprechen für die Zukunft.

Sommer hakt ab

Nur: "Das Spiel in Dortmund hat uns gezeigt, dass es schwieriger wird in dieser Saison. Die Gegner wissen, wie wir Fußball spielen wollen", sagte Yann Sommer. "Wir sind sehr realistisch. Wir wissen, dass in der letzten Saison alles geklappt hat, mit vielen Toren in der letzten Minute. Das müssen wir abhaken."

Wieder in die Champions League zu kommen sei denn auch "kein Muss" für diese Spielzeit. Eberl plant Rückschläge mit ein, vor allem weil der Verein die Abgänge von Max Kruse und Christoph Kramer mit vergleichsweise unerfahrenen Profis aufzufangen versucht.

Fehler machen und doch erfolgreich sein

Eberl skizzierte die Aufgabe so: "Wir werden Fehler machen, die jungen Spieler werden Fehler machen. Das ist so. Trotzdem wollen wir parallel erfolgreich sein."

Bescheiden erfolgreich. Geht das auch diesmal gut, als Mitglied von Europas Elite? Auch wenn der BVB am Samstag laut Favre "viel schneller" war und Gladbach sich laut Eberl "naiv" anstellte, will niemand das Ergebnis als zu dramatisch bewerten.

"Alle raus!" von Favre

Trotzdem war seine Wirkung auch dem Ruhigsten anzumerken gewesen in den letzten Tagen: Am Sonntag machte Favre mit einem "Alle raus!" aus einem öffentlichen kurzerhand ein nicht-öffentliches Training. Fans und Journalisten mussten gehen.

Am besten kommt die höchste Niederlage seit fast drei Jahren also in die Kiste mit Borussias Feierfilm, ganz tief ins Kellereck.

Geht es auch gegen Mainz schief, ist aber plötzlich alles Negative wieder da, mit historischer Dimension: Zuletzt startete Gladbach direkt nach dem Aufstieg 2008 mit zwei Niederlagen in die Bundesliga.

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