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FC Schalke 04 v FC Porto - Friendly Match
Andre Breitenreiter war von 2013 bis 2015 Trainer beim SC Paderborn © Getty Images

Der FC Schalke 04 zeigt unter seinem neuen Trainer Andre Breitenreiter eine deutlich offensiverer Ausrichtung als zuletzt. Kurz vor dem Pflichtspielstart herrscht bei den "Knappen" Aufbruchstimmung.

Auf Ralf Fährmann wartete nach dem 1:1 gegen den FC Twente Enschede noch eine Sonderaufgabe.

Über den hauseigenen TV-Kanal musste der Torhüter von Schalke 04 eine Ansage für die Gelsenkirchener S-Bahn-Betriebe aufnehmen.

"Hallo, liebe Fahrgäste", las Fährmann vom Zettel ab. "Hier spricht Ralf Fährmann. Nächster Halt: Veltins-Arena", sprach der 26-Jährige wie ihm geheißen ins Mikrofon.

Der siebte und letzte Test gegen Enschede am Sonntagabend war für die Gelsenkirchener nur ein Zwischenstopp auf ihrem Weg zu einem großen Ziel: attraktiver Angriffsfußball lautet die Endstation bei Breitenreiters königsblauer Mission.

In der Grundformation variabel

Nach fünfwöchiger Vorbereitung ist die Handschrift des neuen Trainers schon deutlich erkennbar. Die Abläufe im  4-4-2-System mit Johannes Geis und Leon Goretzka auf der Sechs sowie Klaas-Jan Huntelaar und Franco di Santo als Stürmer funktionierten gegen Twente bereits gut.

"Ich war über weite Strecken zufrieden. Im Ballbesitz haben wir uns viele Chancen herausgespielt, für den jetzigen Stand war das ordentlich", sagte Breitenreiter nach dem 1:1 gegen den Vorjahreszehnten der niederändischen Erendivisie.

Die Schalker zeigten sich laufstark und deutlich verbessert, erst Recht im Vergleich zum letzten Heimspiel gegen den SC Paderborn, seinerzeit mit Breitenreiter als Coach. "Da haben wir einen Schritt nach vorne gemacht", so der 41-Jährige.

Bei der Grundformation legt sich der Nachfolger von Robert Di Matteo nicht fest. "Wir wollen variabel aufgestellt sein", sagte Breitenreiter auf SPORT1-Nachfrage. "Wir haben auch die Spielertypen, die ein 4-2-3-1 oder 4-1-4-1 ausfüllen können."

Neuzugang Geis als "Dreh- und Angelpunkt"

"Hart und intensiv" sei die Trainingsphase gewesen und natürlich sei klar, "dass wir unsere Automatismen noch nicht zu 100 Prozent verinnerlicht haben", sagte der S04-Trainer.

Im Gegenpressing ist das königsblaue Ensemble noch nicht dort, wo ihr Trainer es haben will: "Im Spiel gegen den Ball hatten wir gute Eroberungen, aber da war mir das Spiel über weite Phasen noch zu passiv. Da erwarte ich über 90 Minuten mehr Aktivität gegen den Ball, mehr Zweikampfverhalten und mehr Pressing."

Neuzugang di Santo zeigte bei seinem Heimdebüt über 64 Minuten auch ohne Großchance eine ordentliche Vorstellung.

Als echte Verstärkung präsentierte sich auch Johannes Geis, der für 10,5 Millionen Euro von Mainz nach Gelsenkirchen gewechselt war. "Wir haben nicht nur aufgrund seines tollen Freistoßtores gesehen, dass er eine gute Rolle spielen kann. Er war Dreh- und Angelpunkt im Zentrum. Er hat gezeigt, dass er eine hervorragende Verlagerung spielen kann", lobte Breitenreiter den Sechser.

Heldt lobt Spielidee

Geis selbst musste anschließend keine Haltestellen-Ansage machen, sieht das Team aber ebenfalls auf einem guten Weg.

"Wir müssen noch ein paar Dinge verinnerlichen, was die Defensive betrifft. Aber man hat gesehen, dass nach vorne schon viele Laufwege stimmen", so der U-21-Nationalspieler.

Auch Horst Heldt hat schon viele positive Ansätze erkannt. "Wir hatten gegen Enschede über weite Strecken eine gute Struktur, in vielen kleinen Situationen ist eine Spielidee erkennbar", sagte Schalkes Sportvorstand auf SPORT1-Nachfrage.

"Wir hatten viele Ballgewinne, hätten zwar noch mehr haben können, aber es ist auch nicht gut, wenn jetzt schon alles perfekt ist", sagte Heldt.

Breitenreiter fordert Geduld

Der 43. Trainer in der königsblauen Bundesliga-Historie hat auch bei den Fans bereits an Renommee gewonnen. Auf dem Fan-Tag rund um die Veltins-Arena mit mehr als 100.00 Besuchern stand der Hoffnungsträger am Sonntag eindeutig im Mittelpunkt.

Mit seiner Ansage auf der Bühne sprach er den leidgeprüften Anhängern aus dem Herzen. "Wenn wir und das Umfeld auch in schwierigen Phasen Geduld haben, werden wir brutal erfolgreich sein und viele Siege feiern", erklärte er den Fans.

Nach dem 90-minütigen Zwischenstopp in der Veltins-Arena sagte Breitenreiter: "Wir haben sicherlich noch einen weiten Weg vor uns. Aber für den ersten Schritt bin ich zufrieden."   

Nächste Haltestelle für Breitenreiter und seine Schützlinge: MSV-Arena. Erste Runde DFB-Pokal gegen Duisburg, noch fünf Tage bis zum Schalker Pflichtspielstart.

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