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Armin Veh (l.) und Alexander Meier (r.) sind bei Eintracht Frankfurt. © SPORT1/Getty Images

Frankfurt am Main - Mit Trainer-Rückkehrer Armin Veh will Eintracht Frankfurt wieder eine Aufbruchsstimmung erzeugen und durch ein Hintertürchen in den Europapokal kommen.

Am 14. August startet die Bundesliga in ihre 53. Saison. (SERVICE: Der Spielplan)

SPORT1 nimmt in der Serie "Bundesliga - der Countdown" alle 18 Teams genau unter die Lupe und gibt eine Prognose ab.

Diesmal ist Eintracht Frankfurt dran, das mit Rückkehrer Armin Veh wieder an alte Erfolge anknüpfen will.

  • Das ist neu

Jeder weiß, welche Sehnsüchte der Finanzplatz und Fußball-Standort Frankfurt stets mit der Eintracht verbindet: den Traum von Europa. Mal wieder international zu spielen, das wär’s. Deswegen haben sich die Verantwortlichen einen Mann an den Main zurückgeholt, der genau für dieses Erlebnis steht: Armin Veh schaffte es auf wundersame Art und Weise, die gerade aus der Zweitklassigkeit entkommenen Adlerträger 2013 direkt in die Europa League zu führen.

Damit hat sich der 54-Jährige fast auf ewig ein Denkmal gesetzt. Die Auswärtsreisen nach Bordeaux und Porto haben alle als verbindendes Erlebnis abgespeichert. Selbst der neue Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing sagt: "Das möchte ich noch einmal erleben." Veh hat aber noch einen zweiten Auftrag, der leichter zu erfüllen ist: eine bessere Stimmung zu erzeugen als unter Vorgänger Thomas Schaaf. Die schwierige Kommunikation mit dem Ex-Bremer mündete in unüberbrückbare Differenzen auf vielen Ebenen.

  • Spieler im Fokus

Alle Neuzugänge. Auf Anhieb eine Verstärkung ist der ablösefrei gekommene Stefan Reinartz. Als Quarterback im Mittelfeld soll er dem Gerüst mehr Stabilität geben. Der gebürtige Rheinländer hilft enorm weiter, tritt auch öffentlich selbstbewusst auf - und hat auch mal einen lockeren Spruch parat. Der Unterschied zu Bayer Leverkusen? "Hier sind drei Zuschauer mehr."

David Abraham (TSG Hoffenheim) ist dank seiner Schnelligkeit eine Hilfe, hat vorerst den Innenverteidiger-Platz von Carlos Zambrano besetzt, der nach der Copa America noch Trainingsrückstand hat. Stürmer Luc Castaignos, von Twente Enschede verpflichtet, bringt auf jeden Fall Tordrang mit.

Problem: Die Nachfolgeregelung Keeper für Kevin Trapp, der für neun Millionen Euro zu Paris St. Germain ging: Der Österreicher Heinz Lindner (kam von Austria Wien) patzte im Test gegen Tokio (3:2) zweimal. Der Finne Lukas Hradecky (Bröndby Kopenhagen) stößt erst am Freitag zum Kader und steht auch im Pokalspiel beim Bremer SV (Samstag 15.30 Uhr) nicht im Tor. Der serbische U 20-Weltmeister Mijat Gacinovic ist als Alternative in der Offensive gedacht.

  • Saisonziel

Damit tut sich die Eintracht schwer. Cheftrainer und Sportchef weigern sich unisono hartnäckig, ein Saisonziel auszugeben. Armin Veh sagte bei der Saisoneröffnung: "Ich kann keinen Tabellenplatz versprechen, aber wie Eintracht Frankfurt Fußball spielt." Und Bruno Hübner verkündete kurz darauf von der Bühne: "Von der Qualität und Mentalität, von der Einstellung und vom Charakter haben wie die Mannschaft sehr gut verstärkt.“

Beide wissen, dass Platz neun und 43 Punkte aus der Vorsaison unter der Regie von Thomas Schaaf schwer zu übertreffen sind. Statt dessen wird eben nur ein Unterhaltungsfaktor versprochen. Und wenn sich eine Hintertür zu den Europa-League-Plätzen öffnet, wollen die Hessen parat stehen. Sogar Vorstandschef Heribert Bruchhagen äußert: "Ich wünsche mir und träume davon, dass wir in den Europapokal kommen."

  • Das muss sich ändern

Die Abhängigkeit von Alexander Meier. 19 Tore schoss der lange Schlaks, der die Torjägerkanone gewann. Bei der Teampräsentation trug der 32-Jährige das Stück umher, wurde als "Fußball-Gott" abgefeiert, doch mehr als ein Maskottchen kann Meier bis in den Herbst nicht sein: Die Nummer 14 fällt nach einer Operation an der lange schmerzenden Patellasehne noch wochenlang aus.

Schon in der Endphase der vergangenen Saison lief ohne Meier in Sachen Toreschießen nicht mehr viel zusammen. Gefordert ist vor allem Haris Seferovic, der im 4-2-3-1-System die einzige Spitze bildet. "Zehn Tore und mehr2, hat der Schweizer Draufgänger versprochen. Sollte Veh eine 4-4-2-Formation stellen, dann wird die niederländische Neuerwerbung Luc Castaignos die zweite Spitze sein.

  • SPORT1-Prognose

Der Kader besitzt eine ordentliche Qualität – das muss bei einem Lizenzspieleraufwand von 38 Millionen Euro auch erwartet werden. Vor allem in der Breite ist das Aufgebot ausreichend bestückt. Ausfälle sollten mühelos aufzufangen sein. Allerdings  ist der Kader wohl (noch) nicht stark genug, um ins obere Drittel vorzustoßen. Eine Platzierung zwischen Platz acht und zwölf ist realistisch. Viel wird davon abhängen, wie stark die beiden neuen Torhüter wirklich sind.

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