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Dortmund - Sven Bender spricht vor dem Rückspiel gegen den Wolfsberger AC (Do., 20 Uhr im LIVETICKER) bei SPORT1 über Teamkollege Kevin Großkreutz, Trainer Thomas Tuchel und seine Pläne.

Er ist der Kämpfer im defensiven Mittelfeld von Borussia Dortmund, der Kilometerabspuler und "Staubsauger" in der Defensivzentrale.

Seit sechs Jahren trägt Sven Bender die schwarzgelben Farben und fühlt sich dabei trotz mancher Verletzung wohl.

Zu seinen 137 Bundesligaspielen sollen nach einer durchwachsenen Saison mit einer Meniskus-Operation im Januar und nur sieben Liga-Einsätzen in der Rückrunde noch deutlich mehr hinzukommen.

Vor dem Rückspiel in der Qualifikation zur Europa League gegen den Wolfsberger AC (Do., 20 Uhr im LIVETICKER) spricht Bender im SPORT1-Interview über die Vorbereitung unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel, Konkurrenten auf seiner Position und Kevin Großkreutz.

SPORT1: Herr Bender, in der Sommerpause gab es Meldungen, Sie würden über einen Vereinswechsel nachdenken. Inwiefern entsprach das der Wahrheit?

Sven Bender: Mir wurde das auch des Öfteren zugetragen. Ich war da sehr zurückhaltend, weil es mich in dem Moment überhaupt nicht interessiert hat. Was soll ich zu Gerüchten Stellung nehmen, die irgendwo auftauchen. Ich habe keinen Anruf bekommen, bei mir hat sich keiner gemeldet. Ich habe mir diese Gedanken nicht gemacht. Ich habe noch zwei Jahre Vertrag und ich weiß, was ich an Borussia Dortmund habe. Solange der Verein mich halten will, ist die Sache für mich klar.

SPORT1: Sind Sie durch das Karriereende von Sebastian Kehl in der Hierarchie nochmal nach oben gerückt?

Bender: Ich war in den vergangenen Jahren immer im Mannschaftsrat. Ich glaube schon, dass meine Meinung großes Gewicht hat in der Mannschaft, wenn ich mal was sage. Ich nehme diese Rolle auch gerne an. Kehli war natürlich eine Führungspersönlichkeit, aber wir haben auch drumherum immer unser kleines Netzwerk gehabt, wo jeder Einfluss nehmen kann.

SPORT1: Ein Ur-Borusse, Kevin Großkreutz, hat im Trainingslager in der Schweiz gesagt, man werde in den nächsten Wochen sehen, ob er weiter Spieler von Borussia Dortmund sein werde. Würde er der Mannschaft und dem Verein als Typ fehlen?

Bender: Er ist der engste Fan auf dem Rasen, natürlich würde Kevin Großkreutz fehlen. Aber ich will nicht darüber spekulieren, was mit ihm passiert. Er kommt aus einer Verletzung und einer längeren Phase, die schwierig für ihn war. Man muss ihm momentan einfach ein bisschen Zeit geben, um sich zurückzukämpfen.

SPORT1: Neue Eindrücke, neue Mitspieler und vor allen Dingen ein neuer Trainer. Was ist beim BVB anders als in den vergangenen Jahren?

Bender: Das ist ein kompletter Neustart. Wir freuen uns einfach auf das, was vor uns liegt. Bisher klappt das Zusammenspiel zwischen Mannschaft und Trainer wunderbar.

SPORT1: Mit Julian Weigl und Gonzalo Castro sind zwei Neue gekommen, die auch auf Ihrer Position spielen. Passt da der Spruch: Konkurrenz belebt das Geschäft?

Bender: Ja. Ich bin auch schon lange genug bei Borussia Dortmund. Da hast du immer die Dreifachbelastung und die Englischen Wochen. Da brauchen wir letztendlich jeden Mann. Man kann nicht davon ausgehen, dass jeder verletzungsfrei durch die Saison kommt. Es ist gut, wenn wir breiter aufgestellt sind. Daher ist es auch positiv, dass wir so einen erfahrenen Mann wie Gonzalo Castro dazugewonnen haben und eben auch Julian Weigl als jungen, aufstrebenden Burschen.

SPORT1: Im nächsten Sommer steht die EURO 2016 an. Inwiefern haben Sie eine Rückkehr in die Nationalmannschaft im Kopf?

Bender: Klar wäre es schön, dabei zu sein, aber im Moment zählt der Verein. Nur darüber kann ich es steuern. Aber ich bin da auch realistisch, sehe die Konkurrenz in der Nationalmannschaft und welche Spielertypen dort spielen. Das sind jetzt nicht allzuviele, die mir ähneln. Allein deshalb ist es nicht ganz einfach. Aber natürlich kann man den Bundestrainer immer auch über Leistung überzeugen.

SPORT1: Ihre Verletzungshistorie ist relativ lang. Immer wieder hatten Sie es dabei mit Kopfverletzungen zu tun, kürzlich im Trainingslager erlitten Sie eine Schädelprellung. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, mit einem Kopfschutz zu spielen?

Bender: Nein. Ich bin da ganz entspannt. Gerade was Kopfverletzungen betrifft, habe ich nur mit meinem Kieferbruch 2011 ausgesetzt. Mit den anderen Verletzungen am Kopf habe ich immer gespielt. Verletzungen gehören nun mal zum Sport dazu. Natürlich kann man von ein bisschen Pech reden, dass es mich so häufig am Kopf erwischt. Aber es ist halt so. Ich werde mich nicht ändern und mir nichts über den Kopf stülpen.

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