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Thomas Müller absolvierte gegen Leverkusen sein 200. Bundesligaspiel
Thomas Müller absolvierte gegen Leverkusen sein 200. Bundesligaspiel © dpa Picture Alliance

Thomas Müller nimmt seine neue Rolle als Leader gegen Bayer gut an - und vergisst dabei sein eigentliches Tätigkeitsfeld nicht. Dabei profitiert er auch von einem Neuzugang.

Thomas Müller konnte es nicht lassen. Der Start in die Bundesliga? "Der war ja jetzt nicht so gut", sagte er. Und grinste hämisch.

Es wunderte kaum, dass der 25-Jährige bestens aufgelegt war. Mit dem FC Bayern feierte er mit dem souveränen 3:0-Erfolg gegen Bayer Leverkusen den dritten Sieg im dritten Spiel.

Und mehr noch: Der Nationalspieler hatte entscheidenden Anteil daran. In seinem 200. Bundesliga-Einsatz gelangen ihm seine Liga-Treffer Nummer 75 und 76.

Müller profitiert von Costa

Dabei zeigt Müller stets mehr Knipser-Qualitäten: Nach drei Partien führt er die Torjäger-Liste mit fünf Treffern an. Besser ist er - gemessen an den Zahlen - noch nie in eine Saison gestartet.

Eine Quote, die sich sehen lassen kann: "So soll es am besten weitergehen", erklärte er. Wieder mit der Müller'schen Portion Humor in der Stimme.

So abwegig scheint dieser Gedanke aber gar nicht, dass am Ende vielleicht sogar die begehrte Kanone herausspringt. Der Weltmeister profitiert im Zentrum vor allem vom schnellen Spiel über die Flügel. Allen voran von Douglas Costa.

"Das mag man als Stürmer"

Der 30-Millionen-Mann von Schachtjor Donezk bereitete mit seinen überragenden Hereingaben drei der fünf Müller-Tore vor. Der FCB hat sein neues, kongeniales Duo gefunden.

"Er zieht oft am Gegenspieler vorbei und bringt dann scharfe Flanken in den Fünf-Meter-Raum. Das mag man als Stürmer in der Mitte", erklärte der 25-Jährige das auf dem Papier simpel klingende Prinzip.

Auch Matthias Sammer sieht den Brasilianer als Hilfe für die Arbeit von Müller und Co.: " Das ist ein zusätzlicher Bonus", meinte Bayerns Sportvorstand. "Es ist immer gut, wenn er in der Mitte jemanden findet."

Aufstieg zum Führungsspieler

Es ist aber nicht nur das Zusammenspiel mit Costa, das den Weltmeister auszeichnet. Spätestens seit dem Abgang von Bastian Schweinsteiger zu Manchester United hat der 25-Jährige eine neue Rolle im Team.

Denn Müller ist jetzt nicht nur Identifikationsfigur Nummer eins, sondern geht nun auch auf dem Platz voran. Er zieht andere mit. Motiviert. Integriert.

"Thomas ist wichtig für uns, das haben wir immer betont", sagte Sportvorstand Matthias Sammer und bestätigte: "Er ist aufgestiegen zum Führungsspieler, er bekommt eine andere Verantwortung."

Stets weiterentwickelt

Und die nimmt er voll an. "Grundsätzlich ist er ein Typ, der vor dem Tor ackert, sich für die Mannschaft einsetzt", sagte Manuel Neuer über seinen Teamkollegen.

Derzeit setzt er sich vor allem mit Toren für seine Kollegen ein. Die 13 aus der Vorsaison möchte er toppen. Der Trend stimmt, die Leistung ebenso.

"Es ist natürlich schön zu beobachten, wenn man als Spieler im Laufe der Jahre nicht schwächer wird", sagte Müller bei Sky - natürlich ohne sich zu sehr in den Vordergrund stellen zu wollen.

"Wir haben gute Spieler, das bringen wir auf den Platz", erklärte er. Gegen Leverkusen sogar alles andere als schlecht.

Noch längst kein perfekter Abend

Doch die Partie gleich als perfekt zu bezeichnen? Denkste!

"Es gibt keinen perfekten Abend. Wir hätten es noch viel besser spielen können, als wir es gemacht haben." Diesmal grinste Müller nicht. Sehr gut ja, aber noch nicht perfekt. Auch diese Warnung an die Konkurrenz gehört zu seiner neuen Verantwortung.

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