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Sandro Wagner (SV Darmstadt 98)
Sandro Wagner feiert seinen Elfmetertor zum 1:1 © Getty Images

Bremen verliert auch gegen den zweiten Aufsteiger, Darmstadt dagegen feiert verdientermaßen seinen ersten Heimsieg. Matchwinner ist Doppeltorschütze Sandro Wagner.

Die Lehrstunde vom Rekordmeister hat das "Lilien-Wunder" nur kurzzeitig unterbrochen: Drei Tage nach dem 0:3 gegen Bayern München feierte Aufsteiger SV Darmstadt 98 durch ein 2:1 (1:1) gegen Werder Bremen seinen zweiten Sieg in der Fußball-Bundesliga und verbesserte sich vorübergehend auf Platz zehn.

Zum Mann des Tages wurde ausgerechnet der Ex-Bremer Sandro Wagner, der zunächst per Foulelfmeter (31.) die unverdiente Führung der Gäste durch Aron Johannsson (19.) ausglich und dann auch noch den Siegtreffer erzielte (84.).

Mit dem siebten bis neunten Punkt gegen den Abstieg bauten die Hessen den Vereins-Startrekord weiter aus (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

"Man muss auch kämpfen"

Werder belegt mit nur sieben Punkten Rang zwölf und verlor zudem Fin Bartels wegen einer Gelb-Roten Karte (88.). Die einzige positive Nachricht für Werder am Dienstag: Sportchef Thomas Eichin verkündete vor dem Anpfiff nach wochenlangen Verhandlungen seine Vertragsverlängerung bis 2018.

"Es reicht nicht, nur Fußball zu spielen. Man muss auch kämpfen. Das hat die Mannschaft in der zweiten Halbzeit vergessen", sagte Werder-Coach Viktor Skripnik bei Sky.

Sein Kollege Dirk Schuster lobte vor allem Wagner: "Er hat sich seine Chance heute verdient, und er hat es überragend gemacht: Kämpferisch, spielerisch und dann auch noch zweimal genetzt." Wagner selbst sagte: "Ich habe immer gesagt, dass ich kein guter Einwechselspieler bin. Ich brauche Spiele von Anfang an."

Darmstadt drückt, Werder trifft

Vor 17.000 Zuschauern, die das erste Bundesliga-Flutlichtspiel am Böllenfalltor seit 33 Jahren erlebten, begann der Aufsteiger erneut bärenstark. Das Team von Trainer Dirk Schuster kämpfte um jeden Zentimeter, zeigte aber - im Gegensatz zu den Bremern - auch spielerisch immer wieder gute Ansätze (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

Verlierer Werder Bremen war das spielbestimmende Team, Darmstadt zeigte sich effizienter © SPORT1

Über den spielbestimmenden Jan Rosenthal, der kurz vor der Pause am Innenpfosten scheiterte (42.), kombinierte sich Darmstadt immer wieder in Richtung des Bremer Strafraums und stellte die Gäste dort vor große Probleme. Von Bremen war zu diesem Zeitpunkt wenig bis gar nichts zu sehen.

Das Team von Trainer Viktor Skripnik versuchte es immer wieder mit hohen Bällen auf Anthony Ujah und Johannsson, die wurden von der Lilien-Abwehr aber meist zuverlässig abgeräumt (SERVICE: Die Statistiken des Spiels).

Johannssons Treffer fiel entsprechend aus dem Nichts: Der Neuzugang war nach guter Vorarbeit von Ujah per Kopf erfolgreich, das Tor impfte den Gästen aber nur ganz kurz neues Selbstvertrauen ein.

Wagner nervenstark

Nach Johannssons zweiter Chance drei Minuten später half Werder-Torwart Felix Wiedwald zudem unnötig mit, die Lilien wieder ins Spiel zu bringen: Gegen Rosenthal kam der Keeper schlichtweg zu spät und sah von Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) die Gelbe Karte. Wagner, der in 30 Spielen das Weder-Trikot getragen hatte, ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen.

Schuster hatte nach der Niederlage gegen den Branchenführer seinen Sturm ausgetauscht und damit seine Trümpfe eingewechselt: Für Dominik Stroh-Engel und Tobias Kempe begannen Rosenthal und Wagner, die auch in der zweiten Halbzeit gut aufspielten (DATENCENTER: Tabelle).

Allerdings startete das Skripnik-Team, das auf den rotgesperrten Philipp Bargfrede und den verletzten Ulysses Garcia verzichten musste, besser aus der Pause. Vor dem Lilien-Tor fehlten zunächst aber weiterhin Präzision und Durchschlagskraft.

Ujah verfehlte das Ziel in der 61. Minute knapp. Die Gastgeber zogen sich anschließend mehr zurück und lauerten auf Konter, doch dann traf Wagner per Kopf nach Flanke von Marcel Heller.

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