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Beim Rheinderby zwischen Köln und Gladbach bleibt alles friedlich. Die Fohlen-Fans ziehen ihren angekündigten Boykott durch. FC-Trainer Stöger vermisst dennoch etwas.

Die Fans von Borussia Mönchengladbach haben den angekündigten Boykott des 100. rheinischen Pflichtspiel-Derbys beim 1. FC Köln größtenteils durchgezogen - rund um das Spiel blieb in Köln alles ruhig.

Während des Spiels war es FC-Trainer Peter Stöger allerdings deutlich zu ruhig. "Die Stimmung war eigenartig", sagte der Österreicher. "Es war nicht das Derby, auf das wir uns stimmungstechnisch gefreut haben."

Die Polizei zog indes eine positive Bilanz, schließlich habe es keine Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Vereine gegeben.

Dies sei auf "konsequente polizeiliche Vorbereitungsarbeit" zurückzuführen, unter anderem mit etwa 150 Bereichsvertretungsverboten und zusätzlichen Meldeauflagen. Doch auch die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verfügte Personalisierung der Tickets habe "aus Sicht der Polizei entscheidend zu einem störungsfreien und friedlichen Einsatzverlauf" beigetragen.

"Das Fernbleiben und die Solidarisierung zahlreicher Fußballanhänger gegen die ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen finde ich bedauerlich", erklärte Einsatzleiter Volker Lange: "Letztendlich haben aber genau diese Maßnahmen zu der Beruhigung des Fußballfestes geführt, welches in der Vergangenheit immer wieder negativ in die Schlagzeilen geraten war."

Sonderzug für 45 Borussia-Fans

Mit dem Entlastungszug traten lediglich 45 Borussia-Fans die rund 60 Kilometer lange Reise an. Im Gäste-Block im Stadion fanden sich kaum mehr als 100 Anhänger ein, die jedoch ihr Team nach Kräften mit Gesängen anfeuerten.

"Wollt ihr das? Gegen Kollektivstrafen - für eine freie Fankultur", stand auf einem Plakat am Zaun. In Mönchengladbach trafen sich dafür rund 1000 Personen am Fanhaus in der Nähe des Stadions und zogen friedlich in die Altstadt, wo das Spiel in verschiedenen Kneipen geschaut wird.

Aus Sicht der Gladbacher Fanszene waren die DFB-Auflagen "ein ausgesprochener Ausdruck von Ungerechtigkeit".

Gladbachs Trainer Lucien Favre schlug sich auf die Seite der Anhänger. "Es ist schade für die Fans. Du willst ein Spiel im Stadion sehen, aber du kannst nicht kommen", sagte Favre.

Die Kölner Fans schlossen sich dem Protest an, indem sie auf die gewohnte Unterstützung vor dem Spiel verzichteten: Es gab keine Zaunfahnen, keine Choreographie und keinen "organisierten Support". Auf Plakaten war "Gegen DFB-Strafen - für den Erhalt der Fankultur" und "DFB/DFL: Ihr macht unsere Fankultur kaputt" zu lesen.

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