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1. FC Koeln v VfL Wolfsburg - Bundesliga
Peter Stöger (r.) führte den 1. FC Köln 2014 zurück in die Bundesliga © Getty Images

Die Bosse des 1. FC Köln sind angefressen nach den Fanaktionen im Rhein-Derby, das Team jubelt nicht vor der Südkurve. Trainer Stöger äußert sich klar.

Jörg Schmadtke war wütend, frustriert, enttäuscht. Erstmals seit zehn Jahren hatte der 1. FC Köln ein Heim-Derby gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen, doch plötzlich droht dem stark gestarteten FC ein echtes Zerwürfnis mit den Fans.

"Es hat sich nicht so angefühlt, als ob das ein wichtiger Sieg gewesen wäre", sagte Schmadtke nach dem 1:0 (0:0) betont schmallippig.

Schließlich hatten die Fans, die sich dem Gladbacher Fan-Boykott anschlossen, sogar den eigentlich so beliebten Sportchef attackiert und ihm via Protest-Plakat ("Schmadtke: Ruhig, ganz ruhig") den Mund verbieten wollen. Schmadtke hatte im Vorfeld beklagt, die Fans ließen mit ihrem Boykott die Mannschaft im Stich.

Kein Jubel vor der Südkurve

Die Mannschaft sah dies offenbar genauso und verweigerte den obligatorischen Jubel vor der Südkurve.

"Wir geben in jeden Spiel alles. Und wir hoffen, dass die Fans das auch für uns tun", äußerte der gebürtige Kölner Marcel Risse: "Es ist einfach schade. Wir feiern nach so vielen Jahren einen so ersehnten Erfolg und er wird nicht so gefeiert, wie es sein sollte."

Auch Trainer Peter Stöger verdarb der Fan-Aufstand - die Kölner Fans waren im Gegensatz zu vielen Gladbachern zwar gekommen, hatten aber auf Fahnen, Choreos und organisierten Support verzichtet - fast die Freude über den Erfolg.

Auch Stöger ist angefressen

Schließlich widmeten sich die Anhänger gefühlt mehr ihrem Protest gegen den DFB als dem Spiel und vergaßen in ihrem Kleinkrieg mit dem Verband damit praktisch die Mannschaft.

"Jeder ist selbst dafür verantwortlich, wie lustig er es im Stadion hat", sagte Stöger dann betont gelassen: "Schade, wir hätten heute alle viel Spaß haben können. Die Mannschaft hatte in der Kabine jedenfalls welchen."

Als "ungewöhnlich" und "eigenartig" geißelte Stöger dieses Verhalten: "Als ich hergekommen bin, hat man mir gesagt, dass man vor allem einmal gegen Gladbach gewinnen will. Und jetzt, wo es endlich klappt, feiern wir das in der Gruppe nicht so, wie es sein könnte."

Mit zehn Punkten aus fünf Spielen ist der Kölner Saisonstart zwar mehr als gelungen, das 2:6 bei Eintracht Frankfurt in der Vorwoche kann nun als Ausrutscher verbucht werden. Zumal die damals wackelige Abwehr am Samstag nicht eine Torchance zuließ.

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