vergrößernverkleinern
Borussia Dortmund v SV Darmstadt 98 - Bundesliga
Mats Hummels ärgerte sich fürchterlich über den Ausgleich der Darmstädter © Getty Images

BVB-Kapitän Mats Hummels kann sich nach dem späten Remis gegen Darmstadt kaum beruhigen. Coach Tuchel stellt die Schiedsrichter-Assitenten an den Pranger.

Weltmeister Mats Hummels schlug wütend gegen eine Werbebande, "Serientäter" Pierre-Emerick Aubameyang war trotz seines Rekordes bedient.

Mit zwei Toren gegen die tapferen Kämpfer von Darmstadt 98 hatte der Stürmer aus Gabun seine unglaubliche Serie für Borussia Dortmund fortgesetzt und das Spiel im Alleingang zum 2:1 gedreht - dann erzielte 98-Kapitän Aytac Sulu aus dem Nichts das 2:2 (1:0).

"Pures Glück"

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-DARMSTADT
Das 2:2 löste bei den Dortmundern Fassungslosigkeit aus © Getty Images

"Das kann man nicht in Worte fassen. Die Einstellung beim letzten Freistoß gegen uns ärgert mich enorm", schimpfte Hummels im Sky-Interview.

"Der Spieler schießt ungedeckt aus 13, 14 Metern volley in unser Tor - das ist doch keine Verteidigung." Darmstadt habe "pures Glück" gehabt: "Die waren tot."

Hummels weiter: "Es war ein Spiel, das du normalerweise klar gewinnst. Darmstadt hat mit zwei Schüssen aufs Tor einen Punkt geholt."

Tuchel: Abseits-Entscheidungen "Katastrophe"

Auch sein Trainer Thomas Tuchel ärgerte sich über die Schlussminuten. "In den letzten Minuten hatten wir unnötige Ballverluste, haben nicht mehr überzeugend auf eigenen Ballbesitz gespielt. Wir sind enttäuscht, es fühlt sich nach zwei verlorenen Punkten an."

Auch die Schiedsrichter, die mehrfach bei Abseitsentscheidungen daneben gelegen hatten, bekamen während und nach dem Spiel Tuchels Frust zu hören: "Wir hatten zum vierten Mal in Folge eine Entscheidung des Linienrichters, die eine Katastrophe ist", so der Trainer.

"Nicht unser Anspruch"

Eine Woche vor dem Bundesliga-Gipfel beim Meister und Tabellenführer Bayern München ist der Dortmunder Siegeszug gestoppt. Dem 1:1 bei 1899 Hoffenheim unter der Woche nach elf Pflichtspielsiegen in Serie folgte ein unnötiges 2:2 gegen die bewundernswerten Lilien. Der BVB wirkt anfälliger als noch vor Beginn der englischen Woche.

"Wenn man den Aufwand betrachtet, den wir betrieben haben, sind es zwei verlorene Punkte", sagte Nationalspieler Ilkay Gündogan.

"Schon gegen Hoffenheim war es schon sehr ärgerlich, dass wir den Sieg liegen gelassen haben, obwohl die Chancen riesengroß waren", monierte der Dortmunder Taktgeber: "Die ersten Halbzeiten in den Spielen entsprechen nicht unserem Anspruch."

Aubameyang trifft und trifft

Immerhin verteidigte der BVB am siebten Bundesliga-Spieltag seinen zweiten Tabellenplatz erfolgreich - vor allem dank Aubameyang, der beide Tore erzielte.

Der Gabuner hat somit als erster Spieler in 52 Jahren Bundesliga-Geschichte an den ersten sieben Spieltagen einer Saison getroffen.

Reus glücklos

Sein zweites Tor bereitete Neuzugang Adnan Januzaj vor. Der Belgier kam für Marco Reus, der erneut blass blieb und dementsprechend früh ausgetauscht wurde.

"Reus ist sehr fleißig, sehr bemüht, das zeigen auch die Werte", sagte Tuchel, "aber so richtig hat er im Moment nicht die Ausstrahlung, die Torgefahr."

"Mentalität schlägt Qualität"

Ihr Glück kaum fassen konnten dagegen die Darmstädter.

"Es ist verdammt schwer in Dortmund, wenn du zurück liegst nochmal zurückzukommen. Das spricht für uns. Viele holen hier keine Punkte und wir sind sehr zufrieden, diesen Punkt glücklich mitgenommen zu haben", erklärte der Torschütze zum 1:0, Marcel Heller.

"Es gibt diesen Leitsatz 'Mentalität schlägt Qualitat'. Den leben wir brutal", sagte Abwehrspieler Peter Niemeyer, der mit seinem zugeschwollenen Auge das Bild zum Darmstädter Kampfgeist lieferte.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel