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Dortmund - Der BVB leistet sich innerhalb weniger Tage den zweiten Ausrutscher. Vor dem schweren Europa-Leauge-Spiel in Thessaloniki und dem Gipfeltreffen in München erlebt Tuchel seine schwierigste Phase.

Elf Spiele, elf Sieg, lange Zeit lief es ziemlich reibungslos für Borussia Dortmunds neuen Trainer Thomas Tuchel und sein Team.

So ernst wie nach dem 2:2 gegen Darmstadt 98 hatte man den 42-Jährigen in seinen drei Monaten beim BVB noch nicht erlebt.

"Wir sind sehr enttäuscht, das fühlt sich noch mehr nach einer Niederlage an als in Hoffenheim", sagte Tuchel nach dem erneuten Patzer.

Die Dortmunder wurmt der sonntägliche Fehlstart in die Woche der Wahrheit enorm. Der Dämpfer namens Darmstadt bremst die Euphorie der vergangenen Wochen.

Frustbewältigung statt Rückenwind

"Wir wollten den Punkt aus Hoffenheim aufwerten, mit vier Punkten aus zwei Spielen unseren nächsten Schritt machen, um mit positiver Energie und positiver Stimmung in die beiden schweren Aufgaben der nächsten Woche zu gehen", sagte Tuchel.

"Leider ist das durch die letzte Spielminute eine neue Aufgabe geworden, die wir zu bewältigen haben", formulierte es Tuchel. Frustbewältigung steht jetzt auf der Agenda an oberster Stelle.

Auf eine Frage nach dem Gipfeltreffen am nächsten Sonntag beim FC Bayern (ab 17 Uhr im LIVETICKER) ging Tuchel nicht ein.

"Unser nächstes Spiel ist am Donnerstag", sagte Tuchel bestimmt. "Es ist jetzt erstmal wichtig, dass wir das hier abhaken, verarbeiten und eingeordnet kriegen", erklärte der BVB-Coach und richtete den Blick auf das Duell in der UEFA Europa League bei PAOK Saloniki (ab 21.05 Uhr LIVE im TV, im LIVESTREAM, Live im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Schwarzgelbe Leichtigkeit verloren

Die schwarzgelbe Leichtigkeit scheint ein wenig abhanden gekommen zu sein. Stattdessen benötigten die Dortmunder erneut viel Kraft, um den sechsten Rückstand im 13. Spiel umzubiegen.

"Ich hatte das Gefühl, dass es uns mental ganz schön Kraft kostet, fokussiert und im Spiel zu bleiben, immer wieder anzulaufen, positiv zu bleiben und nicht zu verzweifeln", sagte Tuchel in seiner Analyse.

Trotz drückender Überlegenheit fehlte dem BVB der absolute Zug zum Tor, vor allem Marco Reus tauchte wie schon in Hoffenheim ab, steckt in der Formkrise.

Nach den defensiven Fehlern und der mangelnden Chancenverwertung gegen Darmstadt appelierte Torhüter Roman Bürki an den Kampfgeist.

"Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Wir wissen, was wir können, und lassen den Kopf nicht hängen", betonte der Schweizer.

Hummels verärgert

Mats Hummels verspürte wie schon nach dem 1:1 in Hoffenheim vier Tage zuvor Wut im Bauch.

"Das Ärgerlichste ist, dass wir es wieder nicht geschafft haben, sieben Punkte auf Platz vier rauszuspielen. Zweimal in Folge hatten wir die große Chance, zweimal in Folge haben wir das versemmelt. Das ist, was uns am meisten wurmt", sagte der BVB-Kapitän mit ruhiger Stimme, aber sichtlich genervt.

Mit vier Punkten Rückstand auf die verlustpunktfreien Bayern hat der BVB an Boden verloren. Für Hummels bedeutet das allerdings keinen Rückschlag für das Duell Tabellenerster gegen -zweiter.

"In München hatten wir in den letzten Jahren viele, viele geile Spiele, wir haben dort mal gewonnen, mal verloren. Ich glaube, da gab es in den letzten Jahren keine eindeutige Tendenz", sagte Hummels.

Ex-Löwe Weigl heiß auf "die Roten"

In Thessaloniki können sich die Dortmunder schon am Donnerstag in der Europa League neuen Rückenwind holen.

Mit dem zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel wollen die BVB-Profis in Griechenland Wiedergutmachung betreiben und einen weiteren Schritt in Richtung Zwischenrunde machen.

"Wichtig ist jetzt erstmal, in Saloniki zu punkten und wieder einen Sieg zu holen", sagte Julian Weigl. "Aber was danach kommt, dass muss ich aus den Löwen-Reihen keinem erzählen, ist ein besonderes Spiel gegen die Roten", meinte der ehemalige 1860er.

Aus diesen Worten klang trotz des Dämpfers schon wieder eine ganze Menge Vorfreude durch.

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