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Mönchengladbach - Glücksbringer Andre Schubert führt die Fohlen zurück in die Erfolgsspur. Doch wenn Gladbach einen neuen Trainer gefunden hat, soll er zurück ins zweite Glied.

Max Eberl stand da wie ein Kapitän, der einem schlingernden Schiff im schwersten Sturm den richtigen Kurs gegeben hat.

"Wir haben sechs Punkte in einer Woche gemacht. Das ist keine Selbstverständlichkeit", sagte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach.

Nach dem glücklichen, aber nicht unverdienten 3:1-Sieg beim VfB Stuttgart wirkte Eberl wie ein Mann, der in der höchsten Not eine gute Entscheidung getroffen hat: erleichtert und zufrieden.

Eberl hat Andre Schubert zum vorübergehenden Nachfolger des fahnenflüchtigen Lucien Favre bestimmt - und damit einstweilen alles richtig gemacht.

Zwei Spiele, zwei Siege: Die Trendwende scheint vor dem zweiten Gruppenspiel in der Champions League am Mittwoch gegen Manchester City geschafft.

"Mit sechs Punkten im Rücken fühlt sich das besser an als mit null Punkten", sagte Eberl. Und er betonte mehrfach: "Andre macht einen fantastischen Job."

Ein überschwängliches Lob, das zugleich die Frage aufwirft: Warum übernimmt Schubert die Fohlenelf nicht gleich auf Dauer?

U23-Rückkehr scheint beschlossen

Während der Übergangstrainer demütig ausweicht ("Wir sind alle gut beraten, das Thema dem Vorstand zu überlassen"), winkt Eberl ab. "Wir sind momentan auf der Suche nach einem neuen Trainer", sagte der Sportdirektor zu Sky

Auf Nachfrage, ob Schubert zur U23 zurückkehren werde, entgegnete Eberl: "Das ist der Stand der Dinge."

Erfolgstrainer Schubert bleibt also ein Trainer auf Zeit.

Schubert hält Eberl den Rücken frei

Doch ein Gutes hat sein befristetes Engagement auf der Borussia-Bank. Je erfolgreicher Schubert arbeitet, desto mehr Zeit kann sich Eberl mit der Trainersuche lassen.

Und dem geht in dieser Sache "Qualität vor Geschwindigkeit", wie er klarstellte. 

Wer auch immer Schubert ablösen wird - er erhält die Verantwortung für ein Team, die binnen einer Woche ihre Tugenden neu entdeckt hat. 

Die Gladbacher Mannschaft, das hat Sportdirektor Eberl beobachtet, fokussiert sich nach zuvor sechs Pflichtspielniederlagen am Stück wieder "klar auf das, was sie kann". Und: "Sie nimmt die Impulse von Andre sehr gut auf." 

Schon acht Elfer verursacht

Wer der Borussia unter Schubert zusieht, der sieht Spieler, die hin und wieder auch mal nach Herzenslust galoppieren dürfen - und Tore am Fließband schießen. Unter Favre standen zuvor lediglich zwei Tore aus fünf Spielen zu Buche. 

Dabei läuft noch längst nicht alles rund im Gladbacher Spiel. Mit seiner Fluggrätsche gegen den Stuttgarter Daniel Didavi verursachte Havard Nordtveit schon den achten Elfmeter gegen die Borussia in dieser Saison (das Champions-League-Spiel in Sevilla eingerechnet).

In dieser Wertung ist Gladbach auch unter Andre Schubert noch Ligaschlusslicht. 

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