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Mönchengladbach - Nach der vierten Pleite im vierten Spiel ist Gladbachs Fehlstart perfekt. Max Eberl findet klare Worte. Martin Stranzl verletzt sich bei seinem Comeback schwer.

Der Frust stand den Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach ins Gesicht geschrieben.

"Ich will keine Analyse machen, nachdem wir gerade 0:3 auf die Fresse bekommen haben", haderte Manager Max Eberl nach der Niederlage gegen den Hamburger SV bei Sky: "Das ist für uns alle scheiße und wir fühlen uns dementsprechend."

Vor der Premiere in der Champions League rutscht die Borussia immer tiefer in die Krise. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre bleibt nach der vierten Niederlage im vierten Spiel Tabellenletzter der Bundesliga (DATENCENTER: Ergebnisse).

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Eberl: "Müssen Männer sein"

"Da müssen wir aber genug Männer sein, um da rauszukommen", forderte Eberl (DATENCENTER: Tabelle).

Favre bemängelte: "Das Vertrauen ist nicht da". Man müsse nun "peu a peu" arbeiten. Doch der Trainer ist sich sicher, dass es ein Jahr "ohne Wunder" werden wird.

Auch die zahlreichen Umstellungen von Favre brachten vor dem Auftritt in der Königsklasse bei Europa-League-Gewinner FC Sevilla am Dienstag (20.45 Uhr) nicht die erhoffte Trendwende - im Gegenteil (SERVICE: Die Partie zum Nachlesen im TICKER).

Stranzl verletzt raus

Pierre-Michel Lasogga (11. und 44.) bestrafte schon vor der Pause die Fehler der völlig verunsicherten Gladbacher. Nicolai Müller (52.) beseitigte die Restzweifel am zweiten Saisonsieg des Fast-Absteigers der vergangenen Spielzeit und sorgte für die höchste Gladbacher Heimniederlage seit knapp fünf Jahren (23. Oktober 2010: 1:4 gegen Bremen).

Neben der Niederlage musste Gladbach noch einen weiteren Schock verkraften. Martin Stranzl schied bei seinem Comeback nach über fünfmonatiger Verletzungspause in der 65. Minute aus. Der Kapitän musste mit einem Augenhöhlenbruch in ein Krankenhaus gebracht und sofort operiert werden. Er fällt sechs bis acht Wochen aus.

Jantschke mit Patzer

Im mit 54.010 Zuschauern ausverkauften Borussia-Park stand beim HSV Neuzugang Aaron Hunt erwartungsgemäß in der Startelf.

Nach dem Fehlstart in die Liga agierten die Gladbacher übernervös und planlos, Hamburg nahm das Heft in die Hand. Einen vollkommen verunglückten Rückpass von Tony Jantschke auf Torhüter Yann Sommer nutzte Lasogga zur verdienten Führung.

Dem Spiel des Champions-League-Teilnehmers mangelte es ohne den Strategen Granit Xhaka (gesperrt) an Struktur, offensiv fiel dem fünfmaligen deutschen Meister zunächst überhaupt nichts ein. Favre stand nach einer halben Stunde ziemlich ratlos an der Seitenlinie.

HSV effektiv

Der HSV hingegen agierte effektiv und kam durch einen Kopfball von Lasogga nach einem Eckball von Ivo Ilicevic zum zweiten Treffer. Die Gladbacher Defensive befand sich dabei in einem kollektiven Tiefschlaf.

Favre, den Sportdirektor Max Eberl vor der Partie in der Bild als "absolut unrauswerfbar" bezeichnet hatte, reagierte auf die enttäuschende Leistung seines Teams in der 55. Minute mit einem Doppelwechsel. Josip Drmic und Ibrahima Traore ersetzten die enttäuschenden Brouwers und Lars Stindl.

Zu diesem Zeitpunkt lag die Borussia aber bereits hoffnungslos zurück. Nach einem weiten Abschlag von HSV-Torhüter Jaroslav Drobny, der den an der Schulter verletzten Rene Adler vertrat, nutzte Müller die erneute Konfusion in der Gladbacher Defensive eiskalt zum dritten Treffer der Gäste. Bereits zehn Minuten vor dem Ende verließen zahlreiche enttäuschte Fans der Gastgeber den Borussia-Park. 

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