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S04-Sportvorstand Horst Heldt packt über den geplatzten Transfer des Mittelfeldstars zum FC Sion aus. Auch für den Spieler sei das Angebot "nicht akzeptabel" gewesen.

Der Wechsel des aussortierten Kevin-Prince Boateng von Schalke 04 zum FC Sion ist anscheinend an einem sehr eigenwilligen Vertragsangebot der Schweizer gescheitert.

"Es gab Gespräche mit Sion, aber am Schluss war die Offerte auch für den Spieler nicht akzeptabel", meinte Sportvorstand Horst Heldt im Interview mit der Schweizer Zeitung Blick.

Demnach hätten die Gelsenkirchener das Gehalt des Mittelfeldspielers, dessen Vertrag erst am Saisonende ausläuft, weiterhin zu "fünf Fünfteln" übernehmen sollen.

"Nur Prämien, Haus und Auto geboten"

"Sion hat Boateng eigentlich nur Prämien, ein Haus und ein Auto geboten. Dazu einen Vertrag bis Jahresende, der sich nur verlängert, wenn der Spieler eine gewisse Anzahl Partien erreicht", sagte der 45-Jährige.

Für den aktuellen Tabellendritten der Super League wäre es damit "eine ziemlich risikolose Sache" geworden.

Unterdessen seien die im Sommer geplanten Verpflichtungen von Xherdan Shaqiri und Gökhan Inler nur deshalb nicht zustandegekommen, weil die Königsblauen vor dem Verkauf von Julian Draxler nicht genügend Geld in der Kasse hatten.

Shaqiri und Inler zu teuer

"Leider hat es nicht geklappt, weil wir Anfang August das Gesamtpaket mit Ablöse und Lohn nicht hätten stemmen können", erklärte Heldt. "Beide waren zu teuer für uns. Der eine war bei Bayern und Inter, der andere bei Napoli. Solche Spieler kosten nicht nur Ablöse, sondern auch viel Gehalt."

Die beiden Schweizer Nationalspieler waren stattdessen in die englische Premier League zu Stoke City bzw. Leicester City gewechselt.

"Für die Engländer ist es dank des alten und vor allem des neuen, kommenden TV-Vertrags im Moment nicht so ein Problem, solche grossen Gesamtpakete zu stemmen", erklärte Heldt.

Hitzfeld übt Kritik an Entscheidung

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Ottmar Hitzfeld (r.) arbeitete mit Xherdan Shaqiri bei der Schweizer Nationalmannschaft zusammen © Getty Images

Derweil übte der frühere Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld in derselben Zeitung Kritik an der Entscheidung gegen Schalke.

"Sie sind bei Vereinen, die nicht im Konzert der Großen mitspielen. Ich als Spieler hätte sicher Schalke oder Dortmund bevorzugt. Einen großen Klub, wo man international spielen und auf sich aufmerksam machen kann. Und wäre nicht in die Anonymität gewechselt zu englischen Klubs, die mit Geld um sich werfen."

Gleichwohl rechnet auch der Ex-Bayern-Coach damit, dass die Bundesliga auch künftig gegenüber der Premier League häufig den Kürzeren ziehen wird:

"Die Bundesliga kriegt viermal weniger Geld als die Premier League. Das heißt, dass in Zukunft die besten Spieler abgeworben werden. Wie Shaqiri, der zu einem mittelmäßigen Klub geht, wo man nicht für Furore sorgen kann. Wo man nicht mehr im Mittelpunkt des Fussball-Geschehens steht."

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