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Hat Schalke den Druck auf Julian Draxler zu groß werden lassen? Nein, sagt Manager Horst Heldt im SPORT1-Interview. Der Weltmeister habe den Druck gesucht.

Der Druck, den er beim FC Schalke 04 verpürt hatte, sei zu groß geworden: Mit dieser Feststellung hat Julian Draxler soeben seinen Wechsel zum VfL Wolfsburg begründet.

Eine Feststellung, die sich auch als impliziter Vorwurf lesen lässt: Hat Schalke den Druck auf sein Eigengewächs zu groß werden lassen, die Erwartungshaltung nicht genug eingebremst?

Nein, findet Horst Heldt. Im SPORT1-Interview lenkt Schalkes Manager den Blick stattdessen zurück auf seinen ehemaligen Spieler.

Der habe sich einen Großteil des Drucks nämlich selber gemacht.

Heldt: Draxler wollte "als Gesicht präsentiert werden"

"Der Verein ist nicht alleinverantwortlich für den Druck", sagt Heldt:

"Als wir Julians Vertrag verlängert haben, ich kann mich da gut erinnern, wurde auch eingefordert, in die höchste Preiskategorie zu kommen." Ebenso sei von Draxlers Seite eingefordert worden, "dass er als Gesicht präsentiert werden soll".

(Das gesamte Interview mit Horst Heldt sehen Sie ab 18.30 Uhr in Bundesliga Aktuell.)

Heldt hat das getan: Nach Draxlers Verlängerung ließ Schalke Lkw-Anhänger mit Draxlers Konterfei und der Aufschrift: "Julian Draxler: Mit Stolz und Leidenschaft bis 2018" durchs Ruhrgebiet fahren.

Die Werbetrucks mit Julian Draxlers Vertragsverlängerung
Die Werbetrucks mit Julian Draxlers Vertragsverlängerung © Imago

Mittlerweile bereut Draxler die Aktion: "Es hat letztlich eine Erwartungshaltung geschürt, der ich am Ende nicht mehr gerecht werden konnte", sagte er den Wolfsburger Nachrichten.

"Spieler erlegen sich selbst Druck auf"

"Wenn man sich in diesem Metier bewegt, empfindet man Druck und hat man Druck", antwortet Heldt nun: "Es ist so, dass sich Spieler heute selbst Druck auferlegen. Den Druck, recht früh Geld ganz schnell viel Geld zu verdienen."

Es sei nicht der Klub gewesen, der von Draxler erwartet hätte, "dass er WM-Teilnehmer sein oder im erweiterten EM-Kader stehen muss".

Jedoch: "Wenn ein Verein wie Schalke in Vorleistung geht und einen Spieler mit einem guten Vertrag ausstattet, muss ein Spieler auch eine Gegenleistung liefern. Julian hat das in vielen Spielen auch gemacht, aber es wird nie so sein, dass man sich in die Hängematte legen kann. Man muss liefern, das muss man hier, das wird Julian auch in Wolfsburg müssen. Ich bin überzeugt, das wird er auch machen."

Draxler war am letzten Transfertag für angeblich 35 Millionen Euro zum VfL gewechselt und soll dort die Lücke füllen, die Kevin De Bruyne durch seinen Wechsel zu Manchester City hinterlassen hat.

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