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Stuttgart - Stuttgart nimmt Schalke unter Dauerbeschuss - und verliert trotzdem einmal mehr. Zorniger will am System trotzdem nicht rütteln, die Fans spenden Trost.

Die Spieler des VfB Stuttgart sanken beim Schlusspfiff zu Boden, als seien sie bereits abgestiegen, Sportchef Robin Dutt wähnte sogar einen Fluch auf seinem Team.

"Vielleicht haben da irgendwelche höheren Mächte ihre Finger im Spiel", sagte der VfB-Sportvorstand nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Schalke 04. Der fünften im fünften Spiel. Einer, die selbst Schalke-Trainer Andre Breitenreiter als "völlig unverdient" bezeichnete.

Der Stuttgarter Fehlstart: Er nimmt Formen des Irrwitzes an.

"Für den Kopf ganz brutal" 

26 Torschüsse hatten die Schwaben, doch sie scheiterten stets am Unvermögen, ihrer Hektik oder dem überragenden Ralf Fährmann im Tor der Gäste.

"Das ist für den Kopf ganz brutal", haderte Kapitän Christian Gentner.

"Chancenverwertung kann man trainieren, aber selbst ohne Training sollte man in der Lage sein, eine von diesen Chancen zu machen", meinte Dutt bei Sky.

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Er versuchte dennoch, auch Optimismus zu verbreiten: "So bitter das ist: Wir werden ruhig bleiben. Von den Punkten her ist der Saisonstart eine Katastrophe, das tut enorm weh, aber die Mannschaft hat wieder gut gespielt. Deshalb glauben wir an sie. Immer kann es ja nicht so laufen."

Zorniger: Spielweise "alternativlos" 

Breitenreiter führte den Sieg nach dem Tor von Leroy Sane (53.) "einzig und allein" auf Fährmann zurück, "der weltklasse gehalten hat. Die Stuttgarter haben heute eine bärenstarke Leistung gezeigt. "

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Seinen Kollegen Alexander Zorniger tröstete das nicht. "So ein Spiel darfst Du niemals verlieren", erklärte er: "Aber wir tun es. In Regelmäßigkeit."

Seine offensive Spielweise sei aber weiter "alternativlos, ich wüsste nicht, wo ich ansetzen sollten, außer beim Tore erzielen."

Fans halten Team die Stange 

Auch im kommenden Spiel bei Hannover 96 soll es also der durchaus ansehnliche, aber ertraglose Offensivfußball richten. Dass die Partie wegen der anstehenden englischen Woche schon am Mittwoch steigt, kommt Zorniger gerade recht: "Das nächste Spiel muss schnell her. Und dann müssen wir punkten.“

Gelingt dies nicht, würde Stuttgart mit dem ewigen Saisonfehlstart von Fortuna Düsseldorf gleichziehen: Die Rheinländer verloren in der Saison 1991/92 die ersten sechs Partien.

Ein Trost dürfte angesichts des historischen Fehlstarts die Tatsache sein, dass die VfB-Fans weiter bedingungslos zu ihrem Team halten. Nach der Niederlage gegen Schalke applaudierte die Cannstatter Kurve den niedergeschlagenen Spielern.

Balsam für die Seele, der bei Kapitän Gentner ankam: "Es ist nicht so schlecht, wenn wir nach fünf Niederlagen noch Applaus bekommen. Aber am Ende wird nach Punkten abgerechnet. Wir müssen uns und die Fans belohnen."

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