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Gelsenkirchen - Schalke hofft nach dem Sieg gegen Mainz auf einen Aufwärtstrend. Besonders Max Meyer macht den Königsblauen Mut. Trainer André Breitenreiter verspricht attraktiven Fußball.

Eigentlich war alles wie immer, zumindest nach dem Spiel: Auf dem Weg aus der Kabine ging Max Meyer nach dem Duschen wortlos an den Journalisten vorbei. Kein Kommentar.

Damit hatte er eins zu eins den Part von Julian Draxler in den letzten Wochen übernommen.

Auf dem Platz ließ der 19-Jährige bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison dagegen aufhorchen.

Auf der linken Außenbahn bot er als Draxler-Ersatz beim 2:1-Erfolg gegen Mainz 05 eine ansprechende Leistung und zeigte: Es geht auch ohne den talentierten Weltmeister, der für 35 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg gewechselt war. Ein gutes Zeichen auf für den ersten Auftritt in der Europa League am Donnerstag bei APOEL Nikosia (Die UEFA Europa League ab sofort LIVE im TV auf SPORT1 und in unserem Sportradio SPORT1.fm).

Heldt lobt Meyers Präsenz

Meyer gab in der 4. Minute das Zuspiel, das zum Elfmeter führte, sechs Minuten später hatte er mit einem Schuss aufs kurze Eck die Führung auf dem Fuß.

"Max hat das sehr, sehr gut gemacht. Er hatte eine gute Präsenz, hat viel eingeleitet und ein gutes Spiel gemacht. Ich hätte ihm am Schluss auch das Tor gegönnt", sagte Schalkes Sportvorstand Horst Heldt über die Leistung des Youngsters.

In der 86. Minute hätte Meyer mit dem 3:1 alles klar machen müssen, verballerte aber freistehend über das leere Tor. "Er war auch schon ein Stück weit kaputt, weil er ziemlich viel gelaufen ist", nahm Heldt Schalkes Nummer 7 in Schutz.

"Nicht abhängig von einem Spieler"

Im Spiel eins nach Draxler zeigte aber nicht nur Meyer eine gute Partie. Aggressiv, mutig und offensiv – die Königsblauen brachten von Beginn an die von Trainer André Breitenreiter geforderten Tugenden auf den Platz.

"Wir haben als Mannschaft gut gespielt, alle haben ein gutes Spiel gemacht. Heute war es sicherlich ein perfekter Tag", sagte Heldt zu SPORT1.

Den Draxler-Wechsel sieht der 45-Jährige auch als "Chance für Neues". "Man darf die Verdienste von Julian hier auf Schalke nicht ansatzweise schmälern, trotz alledem hat die ganze Mannschaft gezeigt, dass ein Verein nicht abhängig ist von einem einzigen Spieler - dafür ist Fußball ein Mannschaftssport", betonte Heldt.

"Die Mannschaft hat die passende Antwort gegeben auf eine Diskussion, die wir intern gar nicht geführt haben", so der S04-Manager weiter.

Goretzka freut sich mit Meyer

Vor allem die Offensive harmonierte, was sich in insgesamt 24 Torschüssen niederschlug. Und auch Leon Goretzka machte eine bärenstarke Partie.

Durch Draxlers Fehlen durfte der 20-Jährige wieder mit seinem guten Kumpel Max Meyer gemeinsam auflaufen.

"Es ist schon ziemlich lange her, dass wir beide zusammen in der Startelf standen. Das hat uns natürlich gefreut und ich denke, dass hat man auch hinterher auf dem Platz gesehen", sagte Goretzka zu SPORT1.

Breitenreiter warnt

"Unsere Zielsetzung hat sich nicht verändert, auch wenn Julian gewechselt ist", meinte unterdessen Breitenreiter bei Sky. "Wir möchten die Fans zurückgewinnen, attraktiven Fußball spielen und gewinnen."

Man hätte gegen Mainz gesehen, zu welchen Leistungen die hervorragenden Talente imstande seien, so der Schalke-Coach.

Breitenreiter warnte aber auch: "Sucht nicht den neuen Julian Draxler, das ist völliger Quatsch. Wir haben viele Spieler, die in diese Position auf dem Platz hineinwachsen können.“

Meyer, 1,73 Meter groß, hat hierfür das größte Wachstumspotenzial - auch ohne Worte.

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