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Sinsheim - 1899 Hoffenheim reagiert auf den Absturz und trennt sich von Markus Gisdol. Nachfolger wird ein alter Bekannter, aber im Sommer soll schon der nächste Coach parat stehen.

1899 Hoffenheim hat sich von Trainer Markus Gisdol getrennt. Was SPORT1 schon am Montagvormittag vermeldete, bestätigte der Verein dann offiziell. 

Der 61 Jahre alte Niederländer Huub Stevens, der einen Vertrag bis Saisonende erhält, tritt Gisdols Nachfolge an und wird am Dienstag (14 Uhr) offiziell vorgestellt. Auch Gisdols Assistenten müssen gehen.

Die Klubführung um Mehrheitseigner Dietmar Hopp reagierte damit auf die anhaltende Talfahrt. Der Tabellenvorletzte, der erst einen Saisonsieg gefeiert hat, steht mit lediglich sechs Punkten so schlecht wie noch nie zu diesem Zeitpunkt einer Saison da.

Hopp reagierte auf die Talfahrt der vergangenen Wochen. Der Vorletzte, der erst einen Saisonsieg gefeiert hat, steht mit lediglich sechs Punkten so schlecht wie noch nie nach zehn Spieltagen einer Saison da.

Nachfolger angeblich schon klar

Angeblich soll sogar bereits der Nachfolger für Stevens ab Sommer 2016 feststehen. Nach SPORT1-Informationen soll Julian Nagelsmann zur kommenden Saison das Amt des Cheftrainers bei den Kraichgauern übernehmen.

Der 28 Jahre alte Nagelsmann ist seit 2010 im Nachwuchsbereich von 1899 Hoffenheim tätig und betreut seit 2013 die U19-Mannschaft. 2014 holte der gebürtige Landsberger mit seinem Team die deutsche A-Jugend-Meisterschaft.

Wiedersehen mit Ex-Klub

Stevens, bei Schalke 04 noch Chef seines Assistenten Gisdol, soll schon am Samstag im Punktspiel beim 1. FC Köln auf der Hoffenheimer Bank sitzen. Ausgerechnet gegen einen seiner früheren Klubs gibt Stevens nun also sein Trainer-Comeback. In der Saison 2004/2005 trainierte er die "Geißböcke". 

"Bei der Mannschaft scheint es derzeit eine Blockade zu geben. Ich werde nun versuchen, eine bestimmte Lockerheit in die Truppe zu bekommen. Die Saison ist noch lang, daher mache ich mir keine Sorgen um den Klassenerhalt", sagte Stevens dem Express: "Ich freue mich auf die Aufgabe, nur meine Frau ist nicht ganz so begeistert."

"Dass ich meinen Einstand ausgerechnet bei meinem Ex-Klub in Köln feiere, ist natürlich besonders speziell", äußerte der 61-Jährige, der seinen Assistenten Alfred Schreuder (42) mitbringt.

Nach der Entlassung Gisdols ist auch klar, dass 85 Bundesligaspiele an der Seitenlinie wohl das TSG-Maximum sind:

Diese Marke hatte auch Ralf Rangnick erreicht, bevor er den Klub verließ. Der 61 Jahre alte Niederländer Stevens hat sein Engagement beim Hoffenheimer Lokalrivalen VfB Stuttgart nach der vergangenen Saison beendet.  

Der 46 Jahre alte Gisdol hatte den Trainerposten im April 2013 übernommen und den Klub nur wenige Wochen später vor dem Abstieg in die 2. Liga bewahrt. Sein Vertrag lief ursprünglich bis Juni 2018.

Zweiter Trainerwechsel der Saison

Das Ende der Gisdol-Ära bedeutet den zweiten Trainerwechsel in der laufenden Saison nach dem Rücktritt von Lucien Favre bei Borussia Mönchengladbach.

Gisdol hatte bereits im Anschluss an die Pleite gegen den Hamburger SV (0:1) am Freitag Resignation erkennen lassen. Von einem Rücktritt wollte der Coach, der am Samstag beim Auslaufen noch auf dem Platz stand, aber nichts wissen.

Die sportliche Krise ist ohnehin nicht der einzige Grund für die Trennung von Gisdol. Der Coach hatte sich bereits zu Jahresbeginn ins Abseits manövriert. Damals verärgerte Gisdol seinen Boss Hopp bei den Vertragsverhandlungen mit hohen Gehaltsforderungen.

Am Ende wurde der Vertrag zwar verlängert, das Verhältnis zwischen dem gebürtigen Geislinger und Hopp galt seit dieser Zeit dennoch als angespannt.

Hopp dankte Gisdol lediglich in einem Brief an die Mitarbeiter und bedauerte darin "die zuletzt eingetretene Entwicklung, die den nun getroffenen Entschluss unumgänglich" gemacht habe.

Umbruch ohne Firmino und Co.

Zeitgleich begannen in der Rückrunde der vergangenen Saison die sportlichen Probleme. Am Ende verspielte das Team leichtfertig einen Europacup-Platz.

Es folgte der von Gisdol forcierte Umbruch mit den Abgängen von Roberto Firmino, Kapitän Andreas Beck, Sejad Salihovic, Anthony Modeste und Sven Schipplock. Die Zugänge, allen voran Kevin Kuranyi, enttäuschten bisher.

Nach dem Rauswurf Gisdols muss Hopp allerdings aufpassen, nicht in alte Gewohnheiten zu verfallen. Schließlich hatte der Milliardär den Verein vor der Gisdols Zeit durch das ständige Feuern von Trainern (Holger Stanislawski, Markus Babbel, Marco Kurz), Managern (Ernst Tanner, Andreas Müller) und Spielern ("Trainingsgruppe 2") zwischenzeitlich zu einem Chaosklub gemacht.

Nun soll es Stevens richten. Der Niederländer hatte in der vergangenen Saison zum zweiten Mal den VfB Stuttgart vor dem Gang in die Zweitklassigkeit bewahrt.

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