vergrößernverkleinern
SV Darmstadt 98 v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga - Sandro Wagner
Der Fehlschuss von Sandro Wagner besiegelte die Niederlage von Darmstadt 98 gegen Mainz 05 © Getty Images

Darmstadt - Wagners kapitaler Fehlschuss sorgt dafür, dass Mainz trotz Witz-Elfer in Darmstadt siegt und klettert. Bell beschwert sich über Theatralik, sein Trainer hat Verständnis.

Als in Darmstadt schon alles nach einem sicheren Sieg für Mainz 05 aussah, wurde es nochmal richtig wild.

Erst pfiff Schiedsrichter Florian Meyer einen äußerst strittigen Elfmeter für Darmstadt 98 - und dann jagte Stürmer Sandro Wagner diesen in der 6. Minute der Nachspielzeit mit Karacho in den Nachthimmel.

"Das gehört von der Dramatik her zu meinen Highlights. Mit so einem Finale in der 96. Minute rechnet niemand. Ich dachte, die drei Punkte sind weg", sagte der Mainzer Manager Christian Heidel bei Sky. 

Am Ende durfte er aber beruhigt durchatmen, durch das 3:2 (2:1) im Rhein-Main-Derby klettern die 05er in der Tabelle auf Europa-League-Platz 5. (DATENCENTER: Tabelle)

Witz-Elfer sorgt für Ärger

Vor allem der Witz-Elfer sorgte nach dem Spiel für Ärger. Nachdem Gonzalo Jara Luca Caldirola beim Befreiungsschlag leicht am Fuß getorffen hatte, war der Italiener zu Boden gegangen.

"Ich weiß nicht, ob man den geben muss. Das ist der Theatralik geschuldet, die im Spiel drin war. Der Schiri will erst gar nicht pfeifen, und dann lässt er sich doch überzeugen, von irgendetwas", beschwerte sich 05er Stefan Bell und beschwerte sich über das Auftreten der Darmstädter.

"Wenn man hier her fährt, weiß man, dass diese Theatralik zur Spielweise von Darmstadt gehört und von der Atmosphäre mitgetragen wird", klagte der Innenverteidiger: "Vielleicht haben sich die Schiris ein bisschen davon leiten lassen."

Immerhin mussten sich die Mainzer nicht auch noch über den Ausgleich ärgern, nachdem Wagner den Elfer weit über den Kasten geballert hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse)

"Wer suchet, der findet"

"Ich war ganz ruhig, weil die letzten Elfmeter gegen uns auch nicht reingegangen sind", verkündete der Mainzer Trainer Martin Schmidt hinterher: "Wagner hat heute den Müller gemacht. Alles gut für uns."

Vom Schweizer gab es sogar Schützenhilfe für den Gegner: "Wenn der Schiri pfeift, ist es Elfmeter. Wir hatten Glück, dass er nicht reingegangen ist. Natürlich sucht Caldirola den Kontakt. Ich würde von meinem Spieler auch fordern, dass er etwas sucht - wer suchet, der findet."

Darmstadt hadert mit verpasster Chance

Lilien-Trainer Dirk Schuster haderte nach dem verpassten Sprung auf den 4. Platz, der in der Endabrechnung zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt.

"Den Punkt hätten wir gerne mitgenommen, aber wir hätten ihn nicht verdient", gab der Coach zu: "Wir hatten zu große Abstände, haben schlampig Fußball gespielt. Am Ende einfach einen Fehler zu viel gemacht - und dann noch den Elfmeter vergeben. So wie der Anfang war, so war das Ende: negativ."

Die Treffer von Marcel Heller (27.) und Publikumsliebling Marco Sailer (57.) waren am Ende zu wenig. 

Pablo de Blasis (64.) entschied die Partie zugunsten der Mainzer, die in Person von Stefan Bell (15. ) und Yunus Malli (24.) noch vor der Halbzeitpause die Passivität der Darmstädter eiskalt bestraft hatten.

Viele Lücken für Mainz

Überhaupt lieferte Darmstadt - vor allem defensiv - einen ganz schwachen ersten Durchgang ab. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Hätten die Mainzer die vielen daraus resultierenden Lücken besser genutzt, wäre die Partie vielleicht schon nach 45 Minuten entschieden gewesen. So aber blieb eine phasenweise ganz schwache Partie vor 17.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor wenigstens spannend.

Durch Heller und Sailer zurück im Spiel

Erst nach Hellers "Hallo-Wach-Moment" glänzten die zuvor völlig uninspiriert und ängstlich agierenden Lilien wieder mit ihren bekannten Tugenden: Leidenschaft und Wille.

Genau damit kamen die Darmstädter nach dem Seitenwechsel auch zum Ausgleich. Auf der linken Außenbahn eroberten Heller und Konstantin Rausch den Ball, Letzterer bediente Sailer mustergültig.

"Hurra, Hurra, die Darmstädter sind da", jubelten die nun euphorischen Fans.

Tatsächlich war der Aufsteiger in dieser Phase dem Sieg näher als Mainz. De Blasis nutzte allerdings das Durcheinander im Darmstädter Strafraum zur erneuten Führung.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel