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Der FC Bayern macht eine schwere Krankheit des Rekordtorjägers der Bundesliga öffentlich. Co-Trainer Hermann Gerland berichtet von einer emotionalen Begegnung.

Bundesliga-Rekordtorjäger Gerd Müller ist seit geraumer Zeit an Alzheimer erkrankt. Dies gab sein langjähriger Verein FC Bayern München in einer Pressemitteilung anlässlich seines anstehenden 70. Geburtstags am 3. November bekannt. Seit Anfang Februar 2015 wird Müller mit Unterstützung seiner Familie professionell betreut.

"Wir bitten in dieser für ihn und seine Familie nicht einfachen Situation um den nötigen Respekt. Gerd, für den Werte wie Freundschaft und Fairplay von Bedeutung waren und sind, hat es verdient, dass wir alle rücksichtsvoll mit seiner Erkrankung umgehen und seine Privatsphäre und die seiner Familie respektieren. Das ist nicht nur der ausdrückliche Wunsch seiner Familie, sondern auch des FC Bayern. Der FC Bayern wird Gerd Müller und seine Familie immer unterstützen und ihm helfen, wann immer es nötig ist", erklärte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

Beckenbauer adelt Müller

Was Müller für den deutschen Rekordmeister geleistet hat, brachte Franz Beckenbauer am Dienstag in seiner unnachahmlichen Art auf den Punkt:

"Ohne die Tore von Gerd Müller wäre der FC Bayern nicht das, was er heute darstellt. Das, was der FC Bayern heute darstellt, mit diesem Palast an der Säbener Straße - ich glaube, ohne Gerd Müller wären sie heute noch in dieser Holzhütte."

Müller, der ehemalige Mittelstürmer des FC Bayern München, erzielte von 1964 bis 1979 in 585 Einsätzen insgesamt 533 Tore im Trikot des FC Bayern, er wurde Europa- und Weltmeister mit Deutschland. Zuletzt war er als Co-Trainer der zweiten Mannschaft des FC Bayern tätig.

Hoeneß: "Es ist schrecklich"

Wie im Buch "Gerd Müller - Der Bomber der Nation" von den Autoren Patrick Strasser und Udo Muras, das im Herbst erscheinen wird, geschrieben steht, kann Müller dieser Aufgabe seit Herbst 2014 nicht mehr nachgehen. Gedächtnis- und Sprachstörungen setzten ihm immer häufiger zu, sein Zustand verschlechterte sich demnach von Woche zu Woche.

UEFA Champions League Juventus Turin v Bayern Munich
Uli Hoeneß und Gerd Müller verbindet eine lange Freundschaft © Getty Images

Im Buch äußert sich auch Uli Hoeneß zum Gesundheitszustand seines Freundes. "Es ist furchtbar. In den letzten Jahren kam er noch regelmäßig an die Säbener Straße, ließ sich von den Physiotherapeuten behandeln, fuhr zu den Spielen der zweiten Mannschaft mit, dann aber kam die Demenz", so der langjährige Bayern-Manager.

Gerland: "Er hat geweint"

Hermann Gerland, Co-Trainer des FC Bayern, erzählt von einem emotionalen Besuch bei Müller: "Als ich Gerd letztens wieder einmal besucht habe, hat er mich erkannt. Das habe ich gespürt."

Weiter erzählt Gerland, der mit Müller auch lange bei der zweiten Mannschaft arbeitete: "Ich habe ihm dabei Grüße von seinen ehemaligen Spielern ausgerichtet, speziell von Thomas Müller, David Alaba und Bastian Schweinsteiger. Da kamen Gerd die Tränen. Er hat geweint."

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