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Die ehemaligen Erzfeinde nähern sich bei einem "sehr guten Gespräch" an. Das Gefängnis habe Hoeneß verändert. Im FIFA-Skandal fordert Lemke einen radikalen Schnitt.

Die ehemaligen Erzrivalen Willi Lemke und Uli Hoeneß haben das Kriegsbeil begraben.

"Ich habe ihn getroffen und ein sehr gutes Gespräch gehabt", verriet Lemke am Rande des Camp Beckenbauer in Kitzbühel.

Der langjährige Manager von Werder Bremen und der ehemalige Bayern-Boss hatten sich in den Achtziger und Neunziger Jahren einen Kampf geliefert, wie er unter Fußballfunktionären nicht erbitterter hätte sein können.

"Strafe wird ihn verändert haben"

Doch Lemke hält Hoeneß mittlerweile durch seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung für geläutert. "Ich glaube, die Strafe wird ihn verändert haben", sagte Lemke: "Er kommt anders heraus, als er in die Justizvollzugsanstalt gegangen ist." Hoeneß habe Großes geleistet für den deutschen Fußball: "Das kann ihm niemand nehmen. Aber er hat auch Mist gebaut."

Hoeneß war im März 2014 wegen Steuerhinterziehung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden und ist mittlerweile als Freigänger unterwegs, er engagiert sich bereits in der Jugendarbeit beim FC Bayern. Ein mögliches Comeback von Hoeneß auf der großen Bühne beim Rekordmeister kann sich Lemke vorstellen, sagt aber auch: "Ich maße mir nicht an, ihn zu beraten. Da wird er schlau genug sein."

Lemke appelliert an FIFA

Lemke, UN-Sonderbeauftragter für Sport, richtete in Kitzbühel außerdem einen flammenden Appell an die FIFA, endlich die nötigen Reformen durchzuführen und einen "totalen Neustart" durchzuführen.

Beim Camp Beckenbauer, das nach 2013 und 2014 zum dritten Mal in Kitzbühel stattfindet, werden in prominenter Besetzung Entwicklungen in den verschiedenen Facetten des Sports diskutiert. Das Leitthema in diesem Jahr bei der dreitägigen Veranstaltung ist: "Die Zukunft des Sports in einer digitalisierten Welt".

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