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Augsburg - Augsburg steckt nach der Pleite gegen Darmstadt endgültig in einer Krise. Die kommenden Aufgaben haben es in sich. Manager Reuter sieht genau das als positiven Ansatz.

Am bisherigen Tiefpunkt der Saison predigte Stefan Reuter den Zusammenhalt.

"Entscheidend ist, dass du geschlossen bleibst, dass du dir ein gutes Gefühl gibst. Es wird jetzt eine Willenssache", sagte der Manager des FC Augsburg nach einem blutleeren Auftritt des Europa-League-Teilnehmers, der gegen den SV Darmstadt 98 mit einer folgerichtigen 0:2 (0:2)-Pleite bestraft wurde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Die Schwaben stecken mitten in der Abstiegszone, so wenige Punkte (5) wie aktuell hatte Augsburg nach neun Spielen noch nie seit dem Bundesliga-Aufstieg 2011. (DATENCENTER: Tabelle)

Pfiffe eine Rarität in Augsburg

Und dass es deutlich vernehmbare Pfiffe vom Anhang gab, ist ein weiteres Alarmsignal - und beim FCA eine Rarität. "Wir müssen jetzt Kritik einstecken. Es ist doch klar, dass die Zuschauer enttäuscht sind", sagte Reuter.

Was er nun von den Spielern verlangt: "Wir müssen insgesamt in die Verfassung kommen, um unsere Stärken durchzubringen, das geht mit konzentriertem Verteidigen los."

Worauf er sich bezog: die beiden Eckbälle des frechen Aufsteigers, die durch Sandro Wagner (7.) und Peter Niemeyer (29.) die Entscheidung herbeiführten. "Da war unser Plan dahin", stellte Trainer Markus Weinzierl fest.

Schwere Aufgaben warten

Vor Augsburg liegt nun eine englische Woche mit dem Europa-League-Spiel am Donnerstag bei AZ Alkmaar (ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) sowie am Sonntag mit der schweren Aufgabe bei Borussia Dortmund.

"Nehmen wir es doch einfach positiv", sagte Reuter: "Wir haben nicht lange Zeit zu trauern." (DATENCENTER: Tabelle)

Doch so einfach ist das bestimmt nicht, hat der FC Augsburg im Oktober 2015 nahezu nichts von dem der vergangenen Saison. Die Wucht ist abhandengekommen, die Selbstsicherheit, die Unbekümmertheit.

Wie ein Abstiegskandidat

"Das 0:2 hat blockiert. Man fängt an zu grübeln, die Stimmung im Stadion ist anders", sagte Torwart Marwin Hitz, und Weinzierl fügte ziemlich konsterniert hinzu: "Wir haben unheimliche Probleme gegen tief stehende Gegner".

Im Moment präsentiert sich dieser FC Augsburg auch deshalb wie ein Abstiegskandidat. "Wir haben damit gerechnet, dass wir drei, vier, fünf Punkte mehr haben", gab Hitz zu.

Kapitän Paul Verhaegh sagte: "Zwei Jahre war nur Erfolg. Es war klar, dass mal eine schlechte Phase kommt." Routinier Daniel Baier schob dennoch trotzig nach: "Ich rede nicht vom Abstiegskampf, auch wenn ich drin bin. Das zieht nur noch mehr runter. Wir stehen zusammen und kommen da wieder raus."

© SPORT1

Schuster sieht noch einen langen Weg

"Bei Darmstadt", sagte Hitz, "frisst jeder Gras." Und das ist offenkundig die Basis für eine bislang überaus bemerkenswerte Spielzeit.

Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster hat aus vier Auswärtsspielen satte acht Punkte geholt, steht mit 13 Zählern in der oberen Tabellenhälfte. "Das kann uns keiner mehr nehmen", sagte der Coach: "Wir haben unsere ureigenen Tugenden an den Tag gelegt." (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Mit dieser Kompaktheit und Kampfstärke sowie der herausragenden Stärke bei Standards haben sich die Hessen schnell zu einem Ligaschreck gemausert und "Respekt verschafft", wie Schuster anmerkte. Dennoch gab der gebürtige Chemnitzer zu bedenken, dass der Weg zum Klassenerhalt "noch ganz weit und sehr steinig" sei.

Der von Augsburg ist aktuell allerdings noch weiter.

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