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Thomas Müller (l.) geht die Alzheimer-Erkrankung von Gerd Müller (r.) "an die Nieren" © Getty Images

München - Bundesliga-Rekordtorjäger Gerd Müller ist seit geraumer Zeit an Alzheimer erkrankt. Aktuelle Spieler des FC Bayern sowie langjährige Weggefährten zeigen sich betroffen.

Nach der öffentlich gemachten Alzheimer-Erkrankung von Bundesliga-Rekordtorjäger Gerd Müller reagieren aktuelle Spieler des FC Bayern München wie Thomas Müller mit großer Betroffenheit. Zudem äußern sich langjährige Weggefährten in dem im Herbst 2015 erscheinenden Buch "Gerd Müller - der Bomber der Nation" über die Erkrankung des "Bombers". SPORT1 fasst die Reaktionen zusammen.

Thomas Müller (in einem Interview mit der Bild-Zeitung): "Die Krankheit von Gerd geht mir natürlich an die Nieren. Er wird seine Krankheit aber sicherlich so angehen, wie ich ihn kenne. Mit viel Lebensmut und einer positiven Grundeinstellung. Ich wünsche ihm und seiner Familie in dieser schweren Zeit nur das Beste.

Gerd ist ein großes Vorbild für mich. Als ich als junger Spieler zu den Amateuren gekommen bin, durfte ich ihn kennenlernen. Wir haben uns von Anfang an super verstanden. Er hat mir von Anfang an Tipps gegeben, wie ich mich als Offensivspieler im Strafraum verhalten soll. Dafür bin ich ihm heute noch sehr dankbar.

Ich habe Gerd immer in erster Linie als großartigen Menschen wahrgenommen. Seine Torquote wird in Deutschland niemand mehr erreichen. Dennoch ist er total bescheiden und hat sich nie darauf etwas Besonderes eingebildet. Gerd ist einer der herzlichsten Menschen, die ich kenne. Er ist mit jedem Fan sehr freundlich umgegangen und hat immer alle Autogrammwünsche erfüllt."

Uli Hoeneß: "Es ist furchtbar. In den letzten Jahren kam er noch regelmäßig an die Säbener Straße, ließ sich von den Physiotherapeuten behandeln, fuhr zu den Spielen der zweiten Mannschaft mit, dann aber kam die Demenz."

Joachim Löw: "Die Nachricht von der Alzheimer-Erkrankung von Gerd Müller tut es uns allen sehr, sehr leid. Gerd Müller war wahrscheinlich der allergrößte Stürmer, den wir in Deutschland je hatten. Seine Torquote spricht ja für sich. Er war ein Stürmer, den wir so im heutigen Fußball wahrscheinlich nie mehr wieder sehen. Aber man hat die Situation zu respektieren und sollte die Privatsphäre schützen"

Franz Beckenbauer: "Ohne die Tore von Gerd Müller wäre der FC Bayern nicht das, was er heute darstellt. Das, was der FC Bayern heute darstellt, mit diesem Palast an der Säbener Straße - ich glaube, ohne Gerd Müller wären sie heute noch in dieser Holzhütte. Vor ein paar Jahren habe ich ihn als Co-Trainer der zweiten Mannschaft erlebt, wie er noch voller Tatendrang war. Wir haben uns immer gefreut, wenn wir uns gesehen haben."

Jupp Heynckes: "Es ist tragisch, wenn man sieht, dass sich solch ein wunderbarer Mensch nicht mehr selbständig versorgen kann. Diese Krankheit ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann."

Prof. Dr. Hans Förstl (behandelnder Arzt von Gerd Müller): "Mit der großartigen Unterstützung seiner Ehefrau und der vorbildlichen Loyalität des FC Bayern München ist es über viele Jahre perfekt gelungen, Gerd Müller ins Vereinsleben zu integrieren. Trotz unübersehbarer Zeichen seiner Erkrankung wurde er von der Bayern-Familie, den Fans und Medien mit Sympathie und großem Respekt behandelt. Das war sehr wichtig, weil es jedem Menschen mit einer beginnenden Alzheimer Demenz nur zu wünschen ist, dass er sich so lange wie möglich in seinem vertrauten Umfeld, in dem er sich wohl fühlt, aufhalten kann."

Karl-Heinz Rummenigge: "Gerd Müller ist einer der ganz Großen des Weltfußballs. Ohne seine Tore wären der FC Bayern und der deutsche Fußball nicht das, was sie heute sind. Gerd war ein Torjäger, wie es ihn vermutlich nicht mehr geben wird, und bei allen Erfolgen ist er stets bescheiden und zurückhaltend geblieben, was mich besonders beeindruckt hat.

Er war ein wunderbarer Mitspieler und ist ein Freund. In der Bayern-Familie wird Gerd immer seinen festen Platz haben. Nachdem er seine Profilaufbahn beendet hatte, brachte er seine Erfahrung als Nachwuchs-Trainer ein und prägte so zum Beispiel unsere Weltmeister Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller. Auch dafür sind wir ihm dankbar."

Hermann Gerland: "Als ich Gerd letztens wieder einmal besucht habe, hat er mich erkannt. das habe ich gespürt. Ich habe ihm dabei Grüße von seinen ehemaligen Spielern ausgerichtet, speziell von Thomas Müller, David Alaba und Bastian Schweinsteiger. Da kamen Gerd die Tränen. Er hat geweint."

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