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FC Schalke 04 v 1. FC Koeln - Bundesliga
Trainer Andre Breitenreiter erhält auf Schalke Lob von allen Seiten © Getty Images

Gelsenkirchen - Schalke verpasst durch das 0:3 gegen den 1. FC Köln den Vereinsrekord, doch die Stimmung ist trotzdem gut. Das ist vor allem ein Verdienst des Trainers.

Keine Pfiffe, sondern Applaus. Trotz des verpassten Vereinsrekordes von sieben siegreichen Spielen in Serie, trotz eines 0:3 gegen den 1. FC Köln, der höchsten Heimniederlage seit September 2013.

Bei einer vergleichbaren Leistung des FC Schalke 04 in der letzten Saison hätten die Pfiffe gegen die eigene Mannschaft bereits während des Spiels nicht lange auf sich warten lassen.

Doch in dieser Spielzeit kann die erste Heimniederlage gegen clever agierende Kölner den Schalker Aufschwung nicht zunichte machen. Die Stimmung stimmt, die Rückendeckung der Anhänger ist sogar in der Niederlage gegeben.

Fährmann: "Der Trainer hat den größten Anteil"

Auf Schalke ist eine neue Ruhe eingekehrt, die vor allem einem zu verdanken ist: Trainer André Breitenreiter.

"Der Trainer hat den größten Anteil an dieser Entwicklung. Wir sind nur die Protagonisten, die das umsetzen, was der Trainer uns mit auf den Weg gibt", sagte Torhüter Ralf Fährmann nach dem 0:3 zu SPORT1.

Das Bündnis zwischen Fans und Verein hat an Stabilität gewonnen. Die Anhänger verzeihen dem Team neuerdings auch Rückschläge. "Das ist ein Baustein, den wir uns in den letzten Spielen erarbeitet haben", so Fährmann.

Von Taktikfuchs Stöger ausgetrickst

"Ich finde es sehr bemerkenswert und auch total gerecht, dass die Fans die Mannschaft auch nach einem 0:3 mit Applaus verabschieden, denn man kann ihr nicht vorwerfen, dass sie nicht alles versucht hat", erklärte Breitenreiter auf SPORT1-Nachfrage.

Am Sonntag fanden die Knappen jedoch ihren Meister in Kölns Taktikfuchs Peter Stöger. Der hatte urplötzlich die Defensivtaktik aus dem Vorjahr hervorgekramt, Schalkes Spieleröffner Johannes Geis früh attackieren lassen und die Knappen damit kalt erwischt. "Damit haben wir nicht gerechnet", gestand Leon Goretzka ein. 

Und der Youngster warnte bereits vor einem Déjà-vu. Sich die FC-Taktik genau anzuschauen, "wäre clever von Berlin", meinte Goretzka mit Blick auf das nächste Bundesligaspiel am 17. Oktober gegen Hertha BSC und gab zu: "Uns haben die Lösungen gefehlt." 

Der Rückschlag für die Königsblauen, er musste irgendwann kommen. "Hätte uns das vor drei Wochen einer gesagt, hätten wir alle unterschrieben", sagt Breitenreiter über die Lage des Tabellendritten. 

Emotionale Schalke-Fans besonnen

Sechs Siege in Serie, der beste Saisonstart seit 44 Jahren, beides zusammen hat auf Schalke zu einer ungewöhnlichen Ruhe geführt. Das ist einerseits Breitenreiters Faustpfand, andererseits den Auftritten des Teams zu verdanken, das der Trainer auf hingebungsvollen Angriffsfußball gepolt hat.

Das quittieren die Fans – geduldig, ruhig, besonnen. Begriffe, die so im Bewusstsein der emotionalen Schalke-Anhänger bisher nicht verankert waren.

Ralf Fährmann mahnt auch weiter zu Geduld: "Wir befinden uns immer noch in der Entwicklung, das haben wir auch nach allen Siegen gesagt. Wir haben nicht gesagt, wir wollen jetzt ganz, ganz oben angreifen."

Keine Kleinkriege, Interna bleiben intern

Die Ruhe innerhalb der Mannschaft ist dabei ebenfalls eine neue Qualität. Kleinkriege außerhalb des Platzes scheinen aktuell der Vergangenheit anzugehören, ebenso wie das Nachaußendringen von Interna.

Der jüngste Rückschlag wirft die gefestigten Königsblauen nun keineswegs um. "Jetzt ist Länderspielpause und wir arbeiten in Ruhe weiter", betonte Sportvorstand Horst Heldt.

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