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München - Der Sportvorstand von Schalke 04 will noch in dieser Woche das Gespräch mit Aufsichtsratschef Clemens Tönnies suchen und seine Zukunft in Gelsenkirchen klären. Die Anzeichen für einen Abschied verdichten sich.

Die Anzeichen auf einen Abschied von Horst Heldt bei Schalke 04 verdichten sich.

Der Sportvorstand nahm im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 zu den Spekulationen Stellung und kündigte eine schnelle Entscheidung an.

"Ich werde mich noch in dieser Woche mit Clemens Tönnies zusammensetzen. Diese Woche wird eine Entscheidung verkündet. Die letzten Tage waren sicherlich sehr, sehr intensiv", sagte der 45-Jährige angesichts der anhaltenden Gerüchte, wonach Christian Heidel vom 1. FSV Mainz 05 ihn spätestens nach der Saison ablösen würde.

"Legitim, dass sich Schalke Gedanken macht"

Heldt, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, zeigte dabei durchaus Verständnis für das Vorgehen des Vereins:

"Natürlich ist es auf der einen Seite absolut legitim und richtig, dass sich der Verein Gedanken macht, was über 2016 hinaus geschieht und das muss man das auch zu diesem Zeitpunkt machen."

Dennoch sei "die Art und Weise natürlich das Entscheidende. Und das hat bei mir dazu geführt, dass ein Denkprozess stattgefunden hat. Ich habe meine Entscheidung für mich schon getroffen", erklärte der ehemalige Profi.

Fakt sei aber, dass er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 habe und Schalke gegenüber verpflichtet sei. "Ich habe weiterhin Aufgaben zu tätigen. In der nächsten Woche werde ich den Vertrag mit Marco Höger verlängern. Das Thema Joel Matip darf man auch nicht vernachlässigen."

Verhältnis zu Tönnies "nicht nachhaltig gestört"

Auch wenn es "Momente und Augenblicke gebe", in denen Interessen "ein Stück weit auseinander gehen", sei das Verhältnis zu Aufsichtsratschef Tönnies "nicht nachhaltig gestört".

Man arbeite "seit sechs Jahren intensiv und eng zusammen. Es gab und gibt nach wie vor einen engen Austausch." Tönnies habe ihm nie gesagt, dass sein Vertrag auf jeden Fall verlängert werde. Er habe ihm das nie zu 100 Prozent in Aussicht gestellt, "da würde man ihm Unrecht tun".

Heldt gesteht Fehler ein

Heldt wies auf seine eigenen Verdienste für den Verein hin, übte aber auch Selbstkritik: "Ich habe auch Fehler gemacht, aber das entscheidende ist, dass man das erkennt und Veränderungen herbeiführt. Das habe ich in diesem Sommer getan."

Und weiter: "Als ich das Amt 2011 übernommen habe, haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, die Finanzverbindlichkeiten abzubauen. Ich habe von 2011 bis zum heutigen Tage einen satten Transferüberschuss erzielt - und trotzdem haben wir regelmäßig in der Champions League gespielt", sagte er und ergänzte mit einem Augenzwinkern:

"Mittlerweile haben wir ein Festgeldkonto und wären sogar in der Lage, Mainz eine Ablöse für einen Manager zu zahlen."

Über sein Verhältnis zu seinem möglichen Nachfolger Christian Heidel sagte Heldt vielsagend: "Es gibt Leute, mit denen geht man gerne Essen. Und es gibt Leute, da bleibt man lieber zu Hause. Wahrscheinlich würde er auch mit mir nicht essen gehen wollen."

Für SPORT1-Experte Thomas Berthold erscheint eine schnelle Entscheidung in der Manager-Frage sinnvoll: "Wenn man sich für einen neuen Manager entscheidet, muss man das jetzt oder spätestens im Winter tun, weil er jetzt eigentlich schon für die neue Saison planen muss", meinte der Weltmeister von 1990.

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