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Mainz - Wird er Heldts Erbe bei Schalke 04? Mainz' Manager Christian Heidel lässt im SPORT1-Interview Raum für Spekulationen - und spricht über Klopp und Tuchel.

Zieht es Christian Heidel von Mainz 05 zum Schalke 04? Harald Strutz, Präsident der Mainzer, bestätigte am Donnerstag, dass Heidel ein Angebot von einem anderen Verein habe. Und auch der Manager selbst, lässt im SPORT1-Interview Raum für Spekulationen.

"Mainz ist ein supertoller Verein, in dem ich mich überragend wohl fühle. Gibt es dazu eine Steigerung? Nein, ich glaube nicht. Ein anderer Verein wäre nur dann ein Thema, wenn irgendetwas kommt, dass mich total reizt und eine Herausforderung ist", sagt Heidel, der in Mainz bis 2017 unter Vertrag steht.

Zu den Gerüchten, dass Schalke ihn als Nachfolger für Horst Heldt verpflichten möchte, will Heidel sich nicht äußern. Nur so viel: Über einen Weggang aus Mainz wolle er nur "nachdenken unter der absoluten Bedingung, dass in Mainz alles geordnet ist und Mainz keinen Schaden nehmen wird. Das werde ich niemals zulassen, das ist das Allerwichtigste. Ob dieser Zeitpunkt irgendwann kommt, weiß ich nicht. Aber jeder kann davon ausgehen, dass ich dann mit Mainz sehr fair und offen umgehen werde."

Zudem spricht Heidel über das anstehende Duell mit Borussia Dortmund und Ex-Trainer Thomas Tuchel (Fr. ab 20.15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) - und seine Rolle beim Wechsel von Jürgen Klopp zum FC Liverpool.

Christian Heidel über:

... Mainz und die bisherige Saison:

"Wir können ja Mainz 05 ganz gut einschätzen. Und wenn man nach knapp der Hälfte der Hinrunde auf Platz acht steht, dann sind wir in Mainz zufrieden - insbesondere wenn man sieht gegen wen wir schon gespielt haben. Was nicht bedeutet, dass wir nicht auch Einiges hätten besser machen können. Zum Beispiel haben wir beim Auswärtsspiel in Schalke versäumt, einen Punkt mitzunehmen. Auch im ersten Spiel gegen Ingolstadt hätten wir eine andere Herangehensweise wählen können und müssen."

... Gegner Dortmund:

"Es ist ja schon lustig, dass ein Gegner, der auf dem zweiten Platz steht, angeschlagen sein soll - nur weil es auch in dieser Saison wieder eine Übermannschaft wie Bayern München gibt. Ich glaube, dass Dortmund einen fantastischen Start in die Saison gehabt hat und wir lassen uns nicht davon blenden, dass die Dortmunder 1:5 in München verloren haben. Für mich kommt am Freitag die momentan klare Nummer zwei zu uns. Insgesamt ist der Start von Dortmund überragend."

... Thomas Tuchel:

"Wir werden ihn empfangen wie man einen ehemaligen Trainer empfängt. Ich habe überhaupt keine Berührungsprobleme. Ich freue mich, dass er kommt. Natürlich ist es ein komisches Gefühl, so war es damals auch als Kloppo zurückkam. Ich hoffe und wünsche mir, dass er mit Beifall empfangen wird, so wie er es für seine sechs Jahre bei uns verdient hat."

Thomas Tuchel trainierte Mainz 05 von 2009 bis 2014 © getty

... den Abschied von Tuchel:

"Ich verspüre da überhaupt keinen Ärger. Das Thema ist für mich komplett abgehakt. Ich glaube, dass wir diese schwierige Situation damals gut hinbekommen haben. Bis auf den letzten Tag, diesen besagten Samstag, dieses letzte Spiel gegen den HSV. Danach ist die Sache in der Tat etwas eskaliert, das war dann nicht mehr zu bremsen. Das hätte ich mir auch anders vorgestellt, Thomas sicherlich auch. Bis zu dem Tag hat man gespürt, dass gegenseitiges Vertrauen da ist. Ich hätte mir es anders vorgestellt, dieses Ende einer wirklich erfolgreichen Zeit. Aber jetzt denke ich zurück an tolle Momente: A-Jugend-Meister, Einzug in die Europa-League-Qualifikation, Sieg in München während des Oktoberfests. Den besagten letzten Spieltag klammere ich aus."

... Tuchels Auszeit:

"Thomas Tuchel hat niemals wegen einer Freigabe bei mir nachgehakt. Er hat sogar zu mir gesagt, ihm ist völlig bewusst, wenn er während seiner Auszeit einen anderen Verein übernehmen will, dass Mainz seine Zustimmung geben muss. Das war sogar sein Wunsch. Das Spiel wird sicher nicht der richtige Zeitpunkt sein, um die Themen von damals im stillen Kämmerchen zu besprechen. Ich kenne Thomas ja, bei jedem Spiel ist er unter Strom, total fokussiert. Aber der Zeitpunkt wird irgendwann kommen, ich bin dafür immer offen."

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... die Aussage von Präsident Strutz, Tuchel sei kein "Herzenstrainer":

"Wäre der Trainer nicht vorher Jürgen Klopp gewesen, würde diese Frage gar nicht gestellt. Thomas war eben der Nachfolger bei uns, in Dortmund ist er es wieder. Er ist einfach ein anderer Mensch, das ist überhaupt nicht wertend. Auch ein Ottmar Hitzfeld war in Dortmund sehr beliebt und ich habe ihn nie am Zaun gesehen. Es war ja auch nicht so, dass Thomas in Mainz unbeliebt war."

... Tuchels Start in Dortmund:

"Thomas ist ein überragender Trainer und hat eine sehr gute Mannschaft in Dortmund. Das Problem ist nur, dass man an Bayern München gemessen wird, davon muss man sich lösen. Um Zweiter zu werden, hat Dortmund aber alle Chancen."

... Jürgen Klopp und Liverpool:

"Ich habe einen riesen Anteil daran (lacht). Nein, ich habe nichts anderes getan, als eine Telefonnummer weiter zu geben. Ich habe da auch nicht mitgeholfen oder etwas daran verdient. Ich habe auch nur die Nummer des Beraters weiter gegeben. Ich habe mir gedacht, das ist ein Klub der funktionieren könnte bei ihm.

Jürgen Klopp (l.) und Christian Heidel arbeiteten lange in Mainz zusammen
Jürgen Klopp trainierte Mainz 05 von 2001 bis 2008 © Getty Images

Da trifft ein wirklicher Traditionsverein mit viel Emotionen und einem tollen Stadion auf einen Trainer, der so etwas genießt. Auch die Situation passt. Dass Liverpool nicht mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze steht, ist für ihn ganz gut, er kann dort neue Dinge aufbauen. Schon die ersten Tage zeigen ja, er ist jetzt schon das Gesicht des FC Liverpool. Weil er einfach authentisch ist. Deswegen glaube ich, dass er dort eine ganze Region emotionalisieren wird."

 ... mögliche Probleme für Klopp:

"Kloppo ist ja sehr intelligent und er wird sich darauf einstellen. Die Herangehensweise in England ist eine andere als in Deutschland - die Trainingsintensität und wie sie auf ein Spiel zugehen dort. In Deutschland ist das alles etwas geordneter, in England habe ich den Eindruck, dass sie dort erst noch Pfeile werfen, bevor es zum Spiel geht. Aber ich habe keine Zweifel, dass er das hinbekommen wird. Weil er ja auch einer ist, der die Spieler und Menschen dort einfängt. Sie werden ihm folgen."

... Klopps Entscheidung für Liverpool:

"Wir hatten hier und da darüber gesprochen wie es weiter geht. Mir war klar, wenn so eine Liverpool-Geschichte kommt, dann macht er es. Ich kann mir kaum einen anderen Verein vorstellen, wo er es noch gemacht hätte. Ich weiß dass er jetzt eigentlich am Strand liegen müsste, weil er drei Wochen Urlaub geplant hat. Liverpool ist wohl der einzige Verein, für den er das hat platzen lassen. Ich weiß auch, dass totale Zustimmung der Familie da ist, das ist ihm ja immer ganz wichtig."

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