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Mario Götze zeigt sich zwei Jahre nach seinem Wechsel von Dortmund zum FC Bayern selbstkritisch. Er sei überfordert gewesen, habe daraus aber gelernt.

Der Cristiano hat's auch gemacht. So erklärt Mario Götze seinen Auftritt im Nike-Shirt bei seiner Vorstellung als Neuzugang beim Adidas-Klub FC Bayern.

Der 23-Jährige blickt zurück auf für ihn harte Monate und Jahre, seit sein Transfer von Dortmund nach München bekannt wurde. "Vor der Pressekonferenz habe ich mir mehr Gedanken um meine Aussagen gemacht als über mein Outfit", sagte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Genauer gesagt, einen Gedanken machte er sich doch: "Ich hatte vorher gesehen, dass Cristiano Ronaldo beim Adidas-Klub Real Madrid auch im Nike-Hemd in der Pressekonferenz gesessen ist."

Deshalb sei es für ihn kein Problem gewesen, als ihn Nike für einen Marketing-Coup nutzte. Götze stand schlecht da, mal wieder.

"Ich habe eigene Fehler gemacht, aber auch viele Dinge ertragen müssen, die verdreht wurden. Die letzten beiden Jahre waren jedenfalls wie ein Reifeprozess für mich", lautet sein Schluss.

Götze wehrt sich gegen sein negatives Image der letzten zweieinhalb Jahre, hat aber auch viel über seine Rolle dabei nachgedacht.

"Eigentlich müsste man manchmal nach einem Interview gleich noch ein zweites Interview geben, um das erste Interview zu erklären, und dann müsste man vielleicht noch eines geben, um das zweite zu erklären", ist einer der Sätze, die dabei herauskommen.

Vielleicht war er überfordert mit all der Aufmerksamkeit wegen seines 37-Millionen-Wechsels, das gibt er selbst zu. Auf jeden Fall kam zu viel auf einmal zusammen.

"Stellen Sie sich mal meine Situation vor: Mein Wechsel sorgt für Schlagzeilen, dann verliert der BVB das Finale gegen Bayern, ich bin verletzt, muss im Urlaub Reha machen, und nach dem Urlaub fange ich als immer noch verletzter Spieler beim neuen Verein an, der gerade das Triple gewonnen hat", erklärt er.

Die Vorwürfe kommen schnell und hart ("Wahrscheinlich haben die Leute gedacht: Der ist da nur wegen Geld hingegangen. Das ist kein guter Mensch"), in Dortmund gehen ihm die Bewunderer aus.

Und in München kommt er nie richtig an, zumindest laut öffentlicher Wahrnehmung. Obwohl er im ersten Jahr 45 Pflichtspiele macht und 15 Tore, im zweiten Jahr 48 Spiele und 15 Tore.

Auch hier ist die Sache wieder nicht eindeutig. "Begeistert" sei er gewesen von der Vorstellung, unter Trainer Pep Guardiola zu spielen, dann war es aber doch "nicht leicht" für ihn in manchen Partien auf der Bank, vor allem in der letzten Saison in Barcelona.

Und doch: "Ich würde sehr gerne ein Gesicht des FC Bayern werden. Ich fühle mich sehr, sehr wohl hier, ich bin froh, Bayern-Spieler zu sein."

Selbst die Weltmeisterschaft sei schließlich "nicht nur dieses eine Tor" für ihn gewesen, sondern insgesamt auch schwierig mit nicht so vielen Einsätzen wie gehofft.

Nach einem zweijährigen "Reifeprozess" gibt sich Götze jetzt Mühe zu zeigen: Er ist weitergekommen. Er ist ein anderer.

Die Chance, das einmal mehr auch Bundestrainer Joachim Löw zu beweisen, hat er bei den Länderspielen in Irland und gegen Georgien. Auch Guardiola wird genau hinsehen.

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