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Sinsheim - Hoffenheim verpasst das Ende seiner Durststrecke gegen Gladbach nur knapp. Trainer Huub Stevens reagiert dünnhäutig und sorgt in der Pressekonferenz für einen Eklat.

Nachdem Huub Stevens das greifbar nahe Happy End schon wieder verwehrt blieb, brannten beim "Knurrer von Kerkrade" die Sicherungen durch.

Der Trainer von 1899 Hoffenheim sorgte im Anschluss an das 3:3 (2:1) gegen Borussia Mönchengladbach für einen handfesten Eklat. Stevens, dessen Team ein zwischenzeitliches 3:1 nicht über die Zeit gebracht hatte, beendete seinen Disput mit einem ungeliebten Journalisten verbal weit unterhalb der Gürtellinie: "Ab und zu muss man draufhauen. Du bist es halt nicht wert."

Kurz zuvor hatte Stevens den Journalisten mit den Worten beleidigt: "Ich glaube, dass etwas an ihren Dingern fehlt." Und dabei auf seine Ohren gezeigt.

Stevens wartet weiter auf Sieg

Dass der kritische Artikel des Sportchefs der größten Regionalzeitung im Vorfeld der Partie ausreichte, um Stevens auf die Palme zu bringen, ist ein weiteres Indiz für die äußerst angespannte Lage im Kraichgau. Schließlich schafft es auch der Feuerwehrmann nicht, die Talfahrt der TSG in Richtung Zweite Liga zu stoppen.

Stevens, der am Sonntag seinen 62. Geburtstag feiert, muss auch nach vier Anläufen weiter auf seinen ersten Sieg mit den Hoffenheimern warten.

1899 ohne Heimsieg

Der Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp ("Wir sind davon überzeugt, dass Huub Stevens mit seiner großen Erfahrung die Blockade in der Mannschaft lösen kann") weist nach dem 14. Spieltag der Bundesliga die Bilanz eines Absteigers auf.

Die Hoffenheimer warten seit nunmehr sieben Spielen auf einen Sieg und haben mickrige neun Punkte auf dem Konto - so wenige wie noch nie zu diesem Zeitpunkt einer Saison. Zudem ist die TSG der einzige Bundesligist ohne Heimsieg.

Bestes Saisonspiel

"Ich bin natürlich enttäuscht, dass es nur zu einem 3:3 gereicht, das ist doch klar. Dass wir kurz vor Schluss so den Ausgleich kassieren, darf nicht passieren", sagte Stevens: "Aber dennoch ein Kompliment an die Jungs. Das ist der Weg, den wir gehen müssen. Wir müssen mit Leidenschaft Fußball spielen."

In der Tat zeigten die Hoffenheimer ihr bestes Saisonspiel, doch die Tore von Steven Zuber (11.), dem Ex-Gladbacher Eugen Polanski (34.) und Nadiem Amiri (47.) reichten nicht zum lange ersehnten Dreier. (DATENCENTER: Tabelle)

Ausgerechnet der Ex-Hoffenheimer Fabian Johnson (5. und 87.) zerstörte die Hoffnungen der TSG. Zudem traf Josip Drmic (56.) für die Gäste, die im zehnten Pflichtspiel in Folge ungeschlagen blieben.

Journalist fordert Entschuldigung

"Es ist natürlich bitter, ein 3:1 noch abzugeben. Dennoch müssen wir auf diese Leistung aufbauen. Dann kommen wir unten raus", sagte der erst 19 Jahre alte Amiri, der zum ersten Mal in der Bundesliga getroffen hatte und die beiden anderen Tore vorbereitete: "Ich spüre das Vertrauen des Trainers. Er hat mir gesagt, dass ich frech sein und mir etwas zutrauen soll."

Nachdem der deutsche U19-Nationalspieler die Anweisungen des Coaches so gut umgesetzt hatte, verteilte Stevens ganz gegen seine üblichen Gewohnheiten ein Sonderlob an den offensiven Mittelfeldspieler. "Der gibt seine Antworten", äußerte der Niederländer: "Und wenn er seine Antworten so gibt, muss man zufrieden sein."

Antworten werden allerdings auch von Stevens erwartet. Schließlich fühlte sich der gescholtene Journalist "persönlich beleidigt" und kündigte an, eine Entschuldigung von Stevens zu fordern.

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