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Eintracht Frankfurt v Bayer Leverkusen - Bundesliga
Javier Hernandez schnürt in Frankfurt einen Doppelpack © Getty Images

Frankfurt am Main - Javier Hernandez setzt seine beeindruckende Torserie in Frankfurt fort und avanciert zum Leverkusener Krisenmanager. Nur einer kann sich darüber nicht freuen: Stefan Kießling.

Auf ein Schaulaufen in den Stadion-Katakomben hatte Javier Chicharito Hernandez nach seiner Kür keine Lust mehr.

Geplagt vom Jetlag trottete die  mexikanische Torgarantie von Bayer Leverkusen nach dem 3:1 (2:1) bei Eintracht Frankfurt erschöpft in die Kabine. Eine Klubsprecherin teilte den wartenden Journalisten eilig noch eine Aussage von Hernandez mit. Er sei wirklich froh, meinte der erfolgreiche "Krisenmanager", zwei Treffer (23./39.) gemacht zu haben. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Dafür sprachen andere über den neuen Leverkusener Hoffnungsträger, der im siebten Pflichtspiel in Folge traf (insgesamt zehn Tore) und schon seinen dritten Doppelpack im Bayer-Trikot schnürte.

Ergreift Kießling die Flucht?

"Das war überragend. Er hat natürlich die Qualität, solche Treffer zu machen", lobte der ehemalige Weltklasse-Stürmer und Bayer-Sportchef Rudi Völler den Zwölf-Millionen-Euro-Transfer vom Manchester United, der den einstigen Bundesliga-Torschützenkönig Stefan Kießling längst auf die Ersatzbank verdrängt hat.

Chicharitos derzeitiger Lauf ist Kießlings Leid - der 31-Jährige hat derzeit keinen leichten Stand. Unter Roger Schmidt kommt er zumeist nur noch als Joker zum Einsatz, auch gegen Frankfurt wurde er erst in der 62. Minute eingewechselt.

Ein Abschied im Winter gilt daher als nicht ausgeschlossen. Bleibt der Status Reservist, dann will sich Kießlings Berater mit den Bayer-Verantwortlichen unterhalten. Angeblich soll der FC Liverpool seine Fühler nach dem Angreifer austrecken. Das berichtete der Express bereits vor einigen Wochen.

Leno setzt auf Hernandez

Auch in den kommenden Spielen wird Kießling wohl erstmal auf der Bank Platz nehmen. An seinem mexikanischen Konkurrenten ist derzeit kein Vorbeikommen. "Dass er so konstant und regelmäßig trifft, ist schon außergewöhnlich", äußerte sich auch Leverkusens Trainer Roger Schmidt anerkennend: "So etwas tut jeder Mannschaft gut."

Der nur 1,75 Meter große Vollblutstürmer sorgte auch dafür, dass Bayer nach dem Befreiungsschlag zuversichtlich Richtung Weißrussland reist. Am Dienstag soll mit einem Sieg im Champions-League-Gruppenspiel bei BATE Borissow die "kleine Chance" (Torhüter Bernd Leno) auf das Achtelfinale gewahrt werden.

Und wenn es spielerisch haken sollte, setzt Leno auf den "beeindruckenden" Hernandez: "Er ist ehrgeizig, gerade wenn es mal nicht so läuft. Das brauchen wir hier", sagte der Keeper, der während der Schweigeminute vor dem Anpfiff natürlich an die Opfer der Terrorangriffe von Paris dachte: "Dann im Spiel aber nicht mehr", fügte Leno an, der nur einmal hinter sich greifen musste.

Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Frankfurts Slobodan Medojevic (45.) nervte die Leverkusener aber - es war das neunte Gegentor in dieser Saison nach einem Standard. "Im Training verteidigen wir immer gut, ich verstehe das nicht", haderte Offensivkraft Admir Mehmedi, der neben Hernandez blass blieb. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Kampl glänzt als Antreiber

Dafür glänzten Antreiber Kevin Kampl mit zwei Torvorlagen und Torschütze Hakan Calhanoglu (72.). "In der ersten Halbzeit haben wir so gespielt, wie wir es sollen, können, müssen", lobte Völler, während Nationalspieler Karim Bellarabi im Rückblick über die Krise sagte: "Wir haben schon Druck gespürt. Der Tabellenplatz vor dem Spiel konnte nicht unser Anspruch sein."

Kampl blickte bereits der Champions-League-Partie in Borissow entgegen - und hat einen Traum: "Es wäre super, wenn wir nach einem Sieg in Weißrussland dann gegen den FC Barcelona (9. Dezember/Anmerk.d.Red.) im letzten Gruppenspiel so etwas wie ein Finale ums Achtelfinale haben könnten."

Es wäre auch ein idealer Rahmen für den ehemaligen Real-Madrid-Profi Hernandez, seine Qualitäten erneut zu zeigen.  

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