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Borussia Moenchengladbach v Hannover 96 - Bundesliga
Ibrahima Traore kam 2014 aus Stuttgart nach Mönchengladbach © Getty Images

Mönchengladbach - Die Anschläge in Paris haben Gladbachs Ibrahima Traore besonders betroffen. Doch gegen Hannover lässt er sich nichts anmerken und legt eine Gala hin. 96 hadert.

Ibrahima Traore genoss die Rückkehr des Alltags in vollen Zügen. 

"Ich konnte abschalten. Ich habe mich auf den Fußball konzentriert, das hat Spaß gemacht", sagte der überragende Außenspieler von Borussia Mönchengladbach nach dem 2:1 (1:0) gegen Hannover 96.

"Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmacht", lobte Sportdirektor Max Eberl nach dem späten Siegtreffer von Raffael (84.).

Dabei hatte Traore eine emotional extrem anstrengende Woche hinter sich. Nach den Terroranschlägen in Paris holte er seine Familie aus der französischen Hauptstadt an den Niederrhein (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

"Wenn sie hier sind, muss ich mir keine Sorgen machen", sagte Traore. "Mein Bruder hatte schlimme Tage erlebt und meine Mutter hat sich nicht mehr sicher gefühlt. Nach allem, was in meiner Stadt passiert ist, wollte ich einfach nur wieder Fußball spielen und diesen Tag vergessen."

Unter Schubert von Platz 18 auf 4

Das gelang Traore, weshalb sich die"Fohlen" im ersten Spiel unter Andre Schubert als Cheftrainer über einen glücklichen, aber umso wichtigeren Erfolg freuen durften. Seit der Amtsübernahme von Lucien Favre sind die Gladbacher mit sieben Siegen und einem Unentschieden von Rang 18 auf 4 geklettert.

Dagegen krebst Hannover nach der unnötigen Pleite weiter im Tabellenkeller herum. Entsprechend frustriert war Coach Michael Frontzeck nach der Rückkehr in seine Heimatstadt (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel).

"Gegen Ingolstadt wird es jetzt sicher wieder ein Leckerbissen", sagte Frontzeck mit Blick auf das nächste Heimspiel gegen den defensiv agierenden Aufsteiger ironisch. Zumal die Heimschwäche (nur drei Punkte bislang) das große Problem der Niedersachsen ist.

Umso wichtiger wäre es gewesen, sich trotz zahlreicher Ausfälle für die ordentliche Leistung bei Champions-League-Teilnehmer Gladbach zu belohnen. "Am Ende ist es sehr ärgerlich. Wir müssen jetzt die positiven Dinge mitnehmen und gegen Ingolstadt einen Dreier holen", sagte Kapitän Christian Schulz.

Youngster Bech als tragische Figur

Dieser wäre auch im Borussia-Park möglich gewesen, doch eine mangelhafte Chancenverwertung stand dem entgegen. Tragische Figur war dabei Uffe Bech.

Der 22-jährige Däne tauchte gleich in zwei Situationen vollkommen frei vor Torhüter Yann Sommer auf und schob den Ball beide Male kläglich am Kasten vorbei.

"Es wird von mir keine Vorwürfe geben, wenn ein junger Spieler zweimal alleine vor dem Tor steht und die falsche Entscheidung trifft", sagte Frontzeck und lobte: "Das war aus meiner Sicht das beste Auswärtsspiel der Saison. Ich kann der Mannschaft keine Vorwürfe machen."

Trotzdem wird der Druck auf Trainer und Team nicht kleiner. "Jetzt müssen wir Ingolstadt schlagen", wusste Nationaltorwart Ron-Robert Zieler.

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