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Karl-Hinz Rummenigge betonte, dass der FC Bayern auf Seriosität setzt
Karl-Hinz Rummenigge betonte, dass der FC Bayern auf Seriosität setzt © Getty Images

Im Audi Dome hat am Freitagabend die Jahreshauptversammlung des FC Bayern München stattgefunden. Für Ehrenpräsident Franz Beckenbauer gab es viele verbale Streicheleinheiten von den Bossen, Bastian Schweinsteiger erhält ein Abschiedsspiel und Karl-Heinz Rummenigge drohte wegen der TV-Vermarktung der DFL. Trainer Pep Guardiola wurde dagegen von den Bossen mit keinem Wort erwähnt. Die JHV des FC Bayern zum Nachlesen.

+++ Hopfner beendet die Versammlung +++

Das war's. Um 22.45 Uhr beendet Karl Hopfner die JHV.

+++ Hansi Gehrlein will Pep-Verlängerung als Weihnachtsgeschenk +++

Hansi Gehrlein vom Fanclub 13 Höslwanger ist auch aufgefallen, dass Rummenigge während seiner Rede Guardiola nicht erwähnt hat. Also "mach ich es", sagt er - und wünscht sich die Vertragsverlängerung des Trainers zu Weihnachten. Zum Schluss stellt er noch den obligatorischen Antrag auf: Freibier.

Dem wird entsprochen.

+++ Hias Hammerl erklärt die Welt +++

Die JHV nähert sich ihrem Ende. Hias Hammerl, der traditionell in den geselligeren Teil des Abends einläutet, würdigt Uli Hoeneß. Und dann fallen dann doch noch die Worte "Pep Guardiola": "Ich hoffe, dass unser Trainer Pep Guardiola bei uns bleibt. Oder was meint ihr?", fragt der Hias. Die Mitglieder klatschen. Ansonsten fordert er: Thomas Müller dürfe niemals ausgewechselt und Gerd Müller nie vergessen werden.  

Zum Schluss hin wird's endgültig schenkelklopferisch. "Der Franz sagt: 'a bisserl was geht immer'", sagt Himmerl. Und zu 1860: "Jetzt will ihnen der Scheich ein neues Stadion hinstellen. Aber mit dem Aufstieg wird's trotzdem nix." Aber für den Auszug will er 300 bis 400 Musiker organisieren. Für den Defiliermarsch und so. - "Jetzt wiss' ma Bescheid", bedankt sich Hopfner.

+++Parkhäuser und Franck Ribery +++

Das nächste Mitglied beschwert sich über die Situation in den Parkhäusern des FC Bayern, Dreesen sagt Hilfe zu. Ging es hier noch um ein konkretes Problem, wollen andere Mitglieder nur reden. In der nächsten Wortmeldung geht es um Franck Ribery, bei der nächsten dann um eine CD von Christina Stürmer. Es hat einen Grund, dass dieser Tagesordnungspunkt "Wortmeldungen" heißt.

+++ "In Italien wäre das nicht passiert" +++

Ein Mitglied aus Südtirol meldet sich zum Thema Uli Hoeneß zu Wort. Klare Forderung: "Der muss wieder hier sein!", sagt er. "Genauso Franz Beckenbauer!" Anschließend folgt die Argumentationskette des Abends. "Wir sind Südtiroler, keine Italiener. Aber eins ist klar: In Italien würde sowas nicht passieren!"

+++ Rummenigge verspricht rot-weiße Trikots +++

Ein Mitglied fragt, wann der FC Bayern plane, mal wieder "rot-weiße Trikots" auf den Markt zu bringen. Dafür gibt es großen Applaus und den Sammy-Kuffour-Gedächtnisgesang. Rummenigge antwortet: "Grundsätzlich gefallen mir rot-weiße Trikots auch besser." Auch Rummenigge erinnert an Kuffour. "Ich kann allen Fans versprechen. Wir werden dieses Thema mit aller Sensibilität angehen. Und das nächste Trikot wird rot-weiß sein."

+++ Wortmeldungen +++

Dreesen ist mit seinem kleinen Rechnungswesen-Vortrag fertig - und bekommt großen Applaus. Danach bekommen drei Fußballerinnen des FC Bayern noch Blumensträuße überreicht - das wurde vorhin vergessen. Anschließend kommt es zum letzten - und oft humoristisch wertvollsten Tagesordnungspunkt: "Wortmeldungen". Das erste Mitglied referiert über das Thema: "FC Bayern Intelligenz". Sein recht langatmiger Vortrag wird immer wieder von Pfiffen der anderen Mitglieder unterbrochen. Viele verlassen auch den Saal. "Geben wir ihm doch die Chance, dass er es uns erklärt, ich habs zwar noch nicht verstanden, aber lassen wir ihn bitte", sagt Hopfner. Das hilft nur begrenzt. Die Pfiffe mehren sich, das Mitglied sagt etwas über "die Liebe" und "positive Energie", doch das geht im allgemeinem Gebuhe unter. Auch Hopfner gibt auf, bittet das Mitglied freundlich, den Vortrag in einer Minute zu Ende zu bringen. 

+++ 1,1 Milliarden Euro Steuern in den letzten zehn Jahren +++

Wer viel einnimmt, kann auch viele Steuern zahlen. 162,5 Millionen Euro waren es im letzten Geschäftsjahr, in den letzten zehn Jahren hat Bayern mehr als 1,1 Milliarden an den Fiskus überwiesen. 

+++ Bei Bayern sind sogar Zahlen irgendwie sexy +++

Während bei anderen Vereinen viele Mitglieder beim Verlesen der Bilanzzahlen die JHVen oder Mitglieder- und Delegiertenversammlungen den Saal mal kurz verlassen, um menschlichen Bedürfnissen nachzugehen, scheinen die Bayernmitglieder sich durchaus zu interessieren für die Verlesung der Millionen: die meisten bleiben sitzen - und spenden immer wieder freundlichen Applaus.

+++ Kein Wort zu Pep +++

Rummenigge ist fertig. Was auffällt: In seinem gut 40-minütigem Monolog erwähnte er zwar fast jeden Spieler persönlich, aber mit keinem Wort Trainer Pep Guardiola. Er dankte zwar dem Trainerteam im Ganzen, aber nicht dem Cheftrainer persönlich. Auch zum anstehenden Gespräch mit Guardiola über dessen Zukunft beim FC Bayern äußerte sich Rummenigge nicht. Auch Karl Hopfner erwähnte den Trainer nicht. Zwar soll das Gespräch mit Guardiola erst nach dem letzten Hinrundenspiel erfolgen, doch zumindest die Erfolge des Trainers hätte man würdigen können. Oder haben die Bosse Angst, den Trainer durch eine lobende Erwähnung auf der JHV unter Druck zu setzen? 

+++ Zahlen, Zahlen, Zahlen +++

Wie auch immer. Jetzt werden die Bilanzzahlen vorgestellt - inklusive der Rekordeinnahmen von 111,3 Millionen Euro vor Steuern und Abschreibungen. Alle Zahlen gibt es auch hier.

Die Kurzfassung von uns: Der Umsatz der FC Bayern München AG lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 523,7 Millionen Euro – und damit um fünf Millionen Euro niedriger als im Jahr zuvor. Einen neuen Umsatzrekord hat Bayern also knapp verpasst, was nach Angaben von Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen vor allem an den fehlenden Einnahmen aus dem UEFA-Supercup und dem Weltpokal liegt – für die beiden Wettbewerbe wäre Bayern nur als Champions-League-Sieger spielberechtigt gewesen. Das operative Ergebnis ist dagegen so hoch wie nie zuvor: 111,3 Millionen Euro erwirtschaftete der Klub, damit hat Bayern zum ersten Mal die 100-Millionen-Euro-Marke geknackt. Der Gewinn vor Steuern lag bei 31,4 Millionen Euro (nach Steuern: 23,8 Millionen) – auch das Rekord.

Mehr Zahlen gefällig? Bayern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 227,3 Millionen Euro Gehälter gezahlt – an die Profis, Trainer, das Funktionsteam, Bosse und alle anderen Angestellten. Für Transfers wurden 60,6 Millionen Euro in der Bilanz verbucht. Auf der Einnahmenseite stehen unter anderem 47,8 Millionen Euro an Startgeld und Prämien durch die Champions League, 113,9 Millionen Euro Sponsoring- und Vermarktungseinnahmen (Rekord) und 58,3 Millionen aus der Vermarktung der TV- und Hörfunkrechte. Für verkaufte Spieler hat Bayern im abgelaufenen Geschäftsjahr 49,7 Millionen Euro verbucht.

Freuen dürfen sich auch die Aktionäre des FC Bayern: Der Klub hat insgesamt eine Dividende von 7,5 Millionen Euro ausgeschüttet, das entspricht 25 Cent pro Aktie. An den FC Bayern eV als Hauptaktionär sind demnach 5,6 Millionen Euro ausgeschüttet worden.

+++ Leidenschaftliches Plädoyer für Beckenbauer +++

Auch von Rummenigge gibt es eine leidenschaftliche Verteidigungsrede für Franz Beckenbauer - garniert mit Kritik an den DFB. Rummenigge: "Er macht eine schwierige Zeit durch, hat im Juli seinen Sohn Stephan zu Grabe tragen müssen. Und man versucht ihm in der Sache ums Sommermärchen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ich glaube, dass das nicht fair und auch nicht korrekt ist. Er war mein Kapitän, mein Trainer, mein Präsident beim FC Bayern. Er hat in allen Funktionen Überragendes für den FC Bayern geleistet." Großer Beifall dafür. Und weiter: "Was mir nicht gefällt, ist, wie vieles im DFB abläuft. Man täte gut daran, Franz respektvoller, faier und mit etwas mehr Sensibilität zu behandeln. Ich möchte den DFB daran erinnern, dass er der Spiritus rector des ganzen Verbandes war. Die Titel 1974 und 1990 hat man, ich möchte sagen, exklusiv wegen Beckenbauer gewonnen. Ich wünsche mir, dass das anerkannt wird und dass man den Finger nicht noch tiefer in die Wunde reinlegt."

Auch die Allianz Arena habe man Beckenbauer zu verdanken. Das Stadion sei "der Schlüssel" gewesen für alles.

+++ Rummenigge fordert mehr TV-Gelder +++

"Natürlich kann man sagen, dass der Fernsehmarkt in England, Italien, Spanien oder Frankreich anders funktioniert. Aber an letzter Stelle der Einnahmen steht immer die Bundesliga", stellt Rummenigge fest und zeigt einige Schaubilder, um zu zeigen, wie viel weniger Geld Bayern im europäischen Vergleich einnimmt. Bayern würde demnach 2016/2017 mit prognostizierten 73 Millionen Euro TV-Geldern nur an Platz 26 stehen. Rummenigge: "Das ist ein dramatischer Nachteil, den die Bundesliga, aber insbesondere der FC Bayern zu verkraften hat. Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass wir nur 26. in der europäischen Tabelle sind. Das kann nicht der Anspruch sein und das entspricht nicht der sportlichen Bedeutung. Ich fordere die DFL auf, einen Markt zu schaffen, damit die Einnahmen steigen. Wir brauchen die TV-Gelder, um international konkurrenzfähig zu sein."

Er wolle die Zentralvermarktung in Deutschland nicht aufgeben, aber nur zu "einer Conditio: dass die DFL dafür Sorge trägt, dass die großen Klubs in Deutschland konkurrenzfähig bleiben. Wir haben uns Großes aufgebaut und das werden wir nicht so einfach aufgeben! Ich fordere die Bundesliga eindringlich auf, Wettbewerb auf dem Markt zu kreieren." Rummenigge wünscht sich Konkurrenz für den Pay-TV-Anbieter Sky.  

+++ Bayern will wirtschaftlich seriös bleiben +++

"Jeder Euro, der ausgegeben wird, wird davor verdient"

+++ Triple kein Muss +++

Das Triple sei nur mit "Glück, Bescheidenheit und Demut" vielleicht irgendwann mal wieder möglich. 

+++ Alle wichtige Sponsorenverträge langfristig verlängert +++ 

+++ "Zeiten des FC Hollywood sind passé" +++

Die Mannschaft und die Verantwortlichen würden unaufgeregt mit dem Erfolg umgehen, das gefällt Rummenigge sehr. "ich glaube, der FC Bayern war noch nie so populär." Und außerdem: "Die Zeiten des FC Hollywood sind passe"

+++ Großer Lob fürs Bayernspiel +++

"Erste Halbzeit gegen Dortmund war mit das Beste, was ich vom FC Bayern je gesehen habe. Das war perfekt." In der Klub-Rangliste der UEFA stehe der FC Bayern momentan auf Platz zwei - "damit stehen wir unter anderem vor dem FC Barcelona. Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass wir heute in einem Atemzug mit Barcelona und Real Madrid erwähnt werden würden, dann hätte ich das nicht unbedingt geglaubt."

+++ Dank an Hoeneß +++

Rummenigge bedankt sich bei Hoeneß für dessen Arbeit im Jugendleistungszentrum. "Er hat frischen Wind in die Nachwuchsabteilung gebracht und mittlerweile gefallen mir auchg seine Gesichtszüge besser. Lieber Uli, ich darf mich sehr herzlich bedanken", sagt Rummenigge. Dafür gibt es fast schon stehende Ovationen.

+++ Tadel für Nachwuchsbereich +++

"Ich bin nicht zufrieden. Die zweite Mannschaft steckt in der vierten Liga fest." Auch U19 und U17 müssten sich verbessern. "Aber wir müssen die Spieler individuell besser fördern. Es war nie schwieriger für junge Spieler als heute, in die erste Mannschaft zu kommen. Trotzdem müssen wir gut arbeiten." Man werde aber nichtsdestotrotz dem Transfermarkt in Zukunft noch mehr Beachtung schenken. Dabei würdigt Rummenigge auch den technischen Direktor Michael Reschke.

+++ Sonderlob für Kimmich, Costa, Coman +++

Rummenigge würdigt die Neuzugänge. Besonderen Lob gibt es von ihm für Joshua Kimmich, Douglas Costa und Kingsley Coman. Der sei "ausgeliehen mit Kaufoption - also keine Sorge!", so Rummenigge.

+++ Thomas Müller "idealer Bayernspieler" +++

Rummenigge: "Ich weiß, dass der ideale Spieler des FC Bayern in Pähl zur Welt kam, dann in der Nachwuchsabteilung des FC Bayern ausgebildet wurde und hier auch beenden wird. Ich weiß, dass das immer schweiriger wird. Aber ich bin sehr optimistisch, dass der Spieler, der tatsächlich in Pähl geboren wurde, seine Karriere auch tatsächlich beim FC Bayern beenden wird." Bekanntlich kommt Thomas Müller aus Pähl.

Ich wünsche uns, dass wir auf dem Transfermarkt eine glückliche Hand haben werden immer.

+++ Schweinsteiger bekommt Abschiedsspiel in München +++

Rummenigge bedankt sich bei allen Spielern, die den Verein verlassen haben im Sommer. "Waren allesamt gute Spieler. Gute Typen, tolle Charaktere, die immer voll zu uns gepasst haben", sagt er. Besonders würdigt Rummenigge Bastian Schweinsteiger. "Er war 17 Jahre Spieler des FC Bayern. Er war Mister FC Bayern, muss man sagen. Es war sein großer Wunsch, zum Ende seiner Karriere, eine neue, auch finanziell sehr lukrative, neue Erfahrung in England zu machen. Bastian ist als großer Freund gegangen, er wird sein Abschiedsspiel in München bestreiten und er wird dem FC Bayern immer verbunden sein. Ich möchte mich bei Bastian sehr herzlich bedanken. Er hat sicherlich in England sicherlich nicht etwas besseres gefunden - wir kennen ja alle unseren Louis, das Wetter in England und das Essen - aber es wird eine sehr schöne Erfahrung für ihn sein." Und möglicherweise komme Schweinsteiger ja wieder zurück. 

+++ Zahlen, Zahlen, Zahlen +++

Während der Film läuft, präsentieren wir euch schnell die offiziellen Bilanzzahlen des FC Bayern, die seit 20 Uhr veröffentlicht werden dürfen:

Der Umsatz der FC Bayern München AG lag im abgelaufenen Geschäftsjahr demnach bei 523,7 Millionen Euro – und damit um fünf Millionen Euro niedriger als im Jahr zuvor. Einen neuen Umsatzrekord hat Bayern also knapp verpasst, was nach Angaben von Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen vor allem an den fehlenden Einnahmen aus dem UEFA-Supercup und dem Weltpokal liegt – für die beiden Wettbewerbe wäre Bayern nur als Champions-League-Sieger spielberechtigt gewesen. Das operative Ergebnis ist dagegen so hoch wie nie zuvor: 111,3 Millionen Euro erwirtschaftete der Klub, damit hat Bayern zum ersten Mal die 100-Millionen-Euro-Marke geknackt. Der Gewinn vor Steuern lag bei 31,4 Millionen Euro (nach Steuern: 23,8 Millionen) – auch das Rekord.

Mehr Zahlen gefällig? Bayern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 227,3 Millionen Euro Gehälter gezahlt – an die Profis, Trainer, das Funktionsteam, Bosse und alle anderen Angestellten. Für Transfers wurden 60,6 Millionen Euro in der Bilanz verbucht. Auf der Einnahmenseite stehen unter anderem 47,8 Millionen Euro an Startgeld und Prämien durch die Champions League, 113,9 Millionen Euro Sponsoring- und Vermarktungseinnahmen (Rekord) und 58,3 Millionen aus der Vermarktung der TV- und Hörfunkrechte. Für verkaufte Spieler hat Bayern im abgelaufenen Geschäftsjahr 49,7 Millionen Euro verbucht.

Freuen dürfen sich auch die Aktionäre des FC Bayern: Der Klub hat insgesamt eine Dividende von 7,5 Millionen Euro ausgeschüttet, das entspricht 25 Cent pro Aktie. An den FC Bayern eV als Hauptaktionär sind demnach 5,6 Millionen Euro ausgeschüttet worden.

+++ Rummenigge spricht +++

Hopfner ist vorläufig fertig. Für ihn darf nun Karl-Heinz Rummenigge am Rednerpult übernehmen. Den Staffelstab übergibt Hopfner mit einem Witz: "Ich darf Karl-Heinz Rummenigge bitten, uns die nächsten drei Stunden zu informieren!" Gelächter im Saal. Rummenigge: "Ihr habt doch alle Zeit, oder? Wir wollen doch morgen von hier aus gleich zum Spiel gehen." Dann lässt der Vorstandschef einen Film abspielen mit den sportlichen Highlights der letzten Saison. Könnte man ja schon wieder vergessen haben. Der Film dauert übrigens lang. Sehr lange.

+++ Präsidium entlastet +++

Das Präsidium wurde soeben bei Null Gegenstimmen und einer Enthaltung einstimmig entlastet. Zumindest wurde dies so erklärt. Von der Tribüne brüllt ein Mitglied etwas unverständliches. Er scheint mit der Auszählung nicht ganz einverstanden zu sein. Aber ob's jetzt ein oder zwei oder drei Enthaltungen waren - entlastet wurde das Präsidium natürlich trotzdem mit einer, nun ja, fast nordkoreanischen Mehrheit.

+++ Franz Beckenbauer bleibt Ehrenpräsident +++

Jetzt wird's dann doch kurz emotional. Hopfner setzt im Zuge der Ermittlungen rund um die WM-Vergabe 2006 zur Verteidigung von Franz Beckenbauer an. Die Rede gerät zur Laudatio für den Ehrenpräsidenten. "Leider werden immer wieder so genannte Zwischenergebnisse in Umlauf gebracht, was nicht korrekt ist und einer Vorverurteilung gleich kommt. Unabhängig vom Ergebnis der Untersuchung, haben wir Beckenbauer als Spieler Trainer und als Präsident verdammt viel zu verdanken. Fakt ist: Ohne die WM 2006 in Deutschland hätten wir nicht die Allianz Arena bekommen mit allen sich ergebenden wirtschaftlichen und strukturellen Verbesserungen. Franz Beckenbauer ist zurecht unser Ehrenpräsident - und wird es auch bleiben."

Dafür gibt es - natürlich - langen Beifall. 

+++ Bayern bleibt größter Sportverein der Welt +++

Der FC Bayern bleibt der mitgliedsstärkste Sportverein der Welt. Waren es letztes Jahr etwas mehr als 250.000 Mitglieder, hat der Klub aktuell 270.329 Mitglieder.

+++ Bayern-Magazin jetzt auch als E-Paper +++

Der FC Bayern will modern werden. Das Bayern-Magazin wird es ab Samstag als E-Paper werden. Hopfner nennt das "zeitgemäß". Wer das Magazin weiter auf Hochglanz-Karton lesen mag, kann dies aber natürlich tun. Das normale Magazin wird nicht abgeschafft. Wer sich komplett für das digitale Magazin entscheidet, spart nächstes Jahr aber zehn Euro Mitgliedsbeitrag - dank der wegfallenden Zustellkosten. "Mit den neuen Geräten, die wir alle haben, ist das glaube ich, eine Bereicherung", sagt Hopfner noch über das neue, digitale Produkt.

+++ Online-Voting über das Design des Mitgliedsausweises wird fortgesetzt +++

Im April stimmten 43.661 Mitglieder in einem Online-Voting über das Design des aktuellen Mitgliederausweises ab. "Mit dieser großen Resonanz waren wir sehr zufrieden und ich glaube, es ist auch eine Form der Mitbestimmung", sagt Hopfner. Darum werde die Aktion auch im kommenden Jahr durchgeführt.  

+++ Verein gibt sein Geld aus - fürs neue Jugend-Gelände +++

"Wir haben Geld auf dem Konto - das geben wir jetzt aus", sagt Hopfner. Der Überschuss des Vereins soll beinahe komplett ins neu zu bauende Gelände der Bayern-Jugend, das demnächst im Münchner Norden entstehen wird. Hopfner stellt den Mitgliedern nun die Pläne für die neue, zweite Bayernheimat vor. 70 Millionen Euro soll das Sportgelände für die Jugend kosten. Dieses wird dafür immerhin nur dem FC Bayern gehören. "Dadurch ergibt sich eine nachhaltige, enorme Wertschöpfung für den gesamten Klub", sagt Hopfner. 2017/2018 soll das Gelände in Sichtweite zur Allianz Arena eröffnet werden.

+++ Applaus für Jugend-Basketballer +++

Zum ersten Mal in der Geschichte des FC Bayern sind letzte Saison auch Jugend-Basketballer Meister geworden: Sowohl die U14- als auch die U19-Korbjäger wurden Meister. Rudolf Schels bittet die Jungs, sich zu erheben. Die Fans danken ihnen mit lautem und anhaltendem Applaus.

+++ Auch Verein macht Gewinn +++ 

Und los geht's mit Zahlen. Der erste Vizepräsident Rudolf Schels referiert aus der Bilanz des Vereins (nicht zu Verwechseln mit der AG!). Die Zahlen des Vereins sind naturgemäß nicht so hoch wie jene der AG, aber auch hier kann einem schon schwindlig werden. Mehr als 250.000 Mitglieder zahlten demnach durchschnittlich einen Beitrag von 42 Euro, der eV kassierte 6,75 Millionen Euro Dividende aus der 75-prozentigen Beteiligung an der AG und erwirtschaftete insgesamt einen Überschuss von 11,3 Millionen Euro im abgelaufenem Geschäftsjahr. Es gibt Fußball-Zweitligisten, deren Gesamt-Umsatz nicht viel höher liegt.

Guter Spruch am Rande: "Angesichts der Eigenkapitalquote von 96,9 Prozent verblasst sogar die Ballbesitzquote der Fußballer", sagt Schels. Dafür gibt es - natürlich - ein paar Lacher.

+++ Hoeneß nicht im Audi Dome +++

Ex-Präsident Uli Hoeneß verzichtet auf einen Auftritt bei der JHV. Der Freigänger hätte zwar kommen können - die Wochenenden darf er bereits zu Hause verbringen -, doch auf einen medienwirksamen Auftritt im Audi Dome verzichtet er heute lieber.

Womöglich auch, um die Behörden nicht zu verärgern. Hoeneß hat kürzlich einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt, wenn alles gut geht, könnte er im März, nach Verbüßung der Hälfte seiner Strafe, auf Bewährung freikommen. Große Auftritte im Rampenlicht könnten die Behörden aber womöglich eher negativ stimmen.  

+++ Schachspieler wieder sehr erfolgreich +++

Der FC Bayern hat die Deutsche Meisterschaft im Blitzschach gewonnen - schon zum 13. Mal.

+++ Bayern stellt wieder einen Bayernliga-Schiedsrichter +++

Der erste Bericht kommt von Vizepräsident Dieter Mayer, der über das Jahr der Amateurabteilungen berichtet. Unter anderem erzählt Mayer, dass der FC Bayern in diesem Jahr zum ersten Mal seit langem wieder einen Schiedsrichter in der Bayernliga gestellt hat. Auch die Seniorenfußballabteilung sei sehr erfolgreich gewesen. Die vier Mannschaften der Kegelmannschaft konnten allesamt den Abstieg vermeiden - und somit die Saisonziele erreichen. Nicht jede Abteilung des FC Bayern ist in ihrem Bereich meisterlich. Alles andere wäre ja auch irgendwie schade.

Die Tischtennisabteilung suche übrigens händeringend nach einer weiteren Spielstätte, berichtet Maier. Die Abteilung sei so beliebt - und dementsprechend überlaufen - dass die aktuellen Hallen nicht ausreichen. Maier bittet die Mitglieder darum, sich beim Verein zu melden, sollten diese eine Halle zur Hand haben. Sollte das ein Witz gewesen sein - gelacht hat niemand. Auch Mayer nicht.

Ernst wird's dann zum Schluss seines Berichts. Meyer nimmt die Anschläge von Paris zum Anlass und erklärt: "Wer auf wehrlose Familien & Kinder einprügelt, ist definitiv kein Fußball-Fan & schon gar kein Bayern-Fan!"

+++ Los geht's +++

Überpünktlich hat Präsident Karl Hopfner die JHV begonnen. Für den langjährigen Finanzboss ist es die zweite JHV als Präsident. Er beginnt, wie es bei solchen Vereinsversammlungen einfach so ist, mit der Begrüßung der Präsidiumsmitglieder und anderer wichtiger Menschen. Danach geht's munter weiter mit verschiedenen Formalitäten: Die Einladung sei rechtzeitig und ordentlich erfolgt, die Tagesordnung sähe so und so aus, Protokoll führt der und der. Anschließend folgt die Totenehrung samt Schweigeminute. Der FC Bayern betrauerte im abgelaufenem Jahr unter anderem die Tode von Otto Schwab, das Mitglied mit der Nummer 1, und den Ex-Trainern Udo Lattek, Dettmar Cramer und Stephan Beckenbauer.

+++ Das Freibier ist gesichert +++

Hias Hammerl hat eine sehr wichtige Aufgabe bei den JHVs der Bayern: Traditionell gehört dem Fan der letzte Wortbeitrag - in dem er immer Freibier fordert. Und natürlich bekommt. Nicht nur für sich, sondern für alle Mitglieder. Am Eingang des Audi Domes ist Hammerl vorhin SPORT1-Reporter Christian Ortlepp in die Arme gelaufen. 

+++ Halle schon gut gefüllt  +++

Noch rund 15 Minuten bis zum Beginn der JHV - und der Audi Dome ist schon ziemlich gut gefüllt. Zumindest die Plätze im Parkett, wo normalerweise die Basketballer des FC Bayern spielen, sind beinahe vollstädnig belegt. Auf den Tribünen ist aber noch etwas Platz.

+++ Wer ist in der Halle? +++

Trainer Pep Guardiola musste wegen eines Trauerfalls in der Familie kurzfristig nach Spanien fliegen, verpasste so die Pressekonferenz vor dem Spiel der Bayern gegen Hertha BSC am Samstag. Nach Auskunft des Vereins sollte Guardiola aber schon am Freitag Abend wieder in München sein. Zur JHV wird er aber wohl nicht kommen. Ob Ex-Präsident und Freigänger Uli Hoeneß vor Ort sein wird, ist noch offen.

+++ Sportliche Bilanz passt +++

In den letzten drei Jahren ist immer Bayern München Meister geworden. Auch in dieser Saison führt der FCB nach 13 Spieltagen die Tabelle schon wieder mit acht Punkten Vorsprung an. Die sportliche Bilanz stimmt also. Vier Meisterschaften in Serie schaffte bisher noch keine Mannschaft, man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass Bayern dies in dieser Saison gelingen wird.

+++ Immer auch große Show +++

Die Wutrede von Uli Hoeneß gegen nörgelnde Fans, der dichtende Karl-Heinz Rummenigge und zahlreiche Verbalattacken auf die Gegner. Die JHVen der Bayern waren immer auch große Showveranstaltungen. Ein Video und eine Bildergalerie zu den Versammlungen der letzten Jahre finden Sie hier und hier. Heuer soll es deutlich nüchterner zugehen. „Wir wollen da keine große Show abziehen. Ich denke, es wird eine harmonische, stimmungsvolle Jahreshauptversammlung“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bereits am Mittwoch. Was dennoch passieren könnte, lesen Sie hier

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