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Hamburger SV General Assembly
Sehen St. Paulis Antrag kritisch: HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer und Marketing-Vorstand Joachim Hilke © Getty Images

Der HSV will bei der Mitgliederversammlung der Bundesligaklubs den Antrag von St. Pauli ablehnen. Zur Steigerung der Attraktivität schlägt der Klub einen bizarren Schritt vor.

Marketing-Vorstand Joachim Hilke vom Bundesligisten Hamburger SV hat in der Diskussion um die Zentralvermarktung der Fernsehgelder mit Ablehnung auf den Vorstoß des FC St. Pauli reagiert und gleichzeitig einen obskuren Vorschlag unterbreitet. 

"Das ist ein ideologisch motivierter Vorstoß, der uns bei der grundsätzlichen Diskussion um den zukünftigen gerechten Verteilungsschlüssel nicht weiterhilft", sagte der 48-Jährige auf hsv.de.

St. Pauli hatte vorgeschlagen, diejenigen Klubs aus der Zentralvermarktung der TV-Gelder auszuschließen, die von der 50+1-Regelung befreit sind. Dies würde den VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim sowie ab 2017 Hannover 96 betreffen.

Einen entsprechenden Antrag des Kiezklubs am 2. Dezember bei der Mitgliederversammlung der 36 Profiklubs in Frankfurt/Main werde der HSV ablehnen, betonte Hilke.

Die Gemeinschaft der Bundesligaklubs habe sich eine Satzung gegeben, die die Verteilung unter allen Mitgliedern regelt, ergänzte der HSV-Vorstand: "Diese Regelung nun mehr anfechten zu wollen, ist unfair. Die betroffenen Klubs müssten adhok ihr Geschäftsmodell über Bord werfen. So kann man nicht miteinander umgehen."

"Wir werden irgendwann sicherlich auch nicht an der Diskussion vorbeikommen, ob wir offizielle Ligaspiele zum Beispiel in Asien austragen wollen, um die Ernsthaftigkeit bei der Weiterentwicklung des internationalen Geschäfts zu unterstreichen", sagte Hilke weiter und verwies darauf, dass das Thema in der englischen Premier League schon seit Längerem diskutiert werde.

Er regte zudem die Bildung eines Gremiums an, das "einen für das Wachstum und die aktuellen Rahmenbedingungen idealtypischen Verteilerschlüssel" erarbeiten könnte. "Wir haben ja noch genug Zeit, bis der neue Zyklus 2017/18 beginnt", meinte der Funktionär.

In einem solchen neutralen Gremium würde er Vertreter der Deutschen Fußball Liga (DFL), der Klubs aus 1. und 2. Bundesliga sowie neutrale Fachleute wie Uni-Professoren, Medienvertreter, Sponsoring- und Marketingexperten sehen.

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