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Wolfsburg - Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs bezieht bei SPORT1 klar Stellung zu Wechselgerüchten um Andre Schürrle und spricht über Details des De-Bruyne-Deals und Malandas Tod.

Drei Jahre ist Klaus Allofs nun schon beim VfL Wolfsburg.

Neben Highlights wie dem Gewinn des DFB-Pokals hatte der Manager in diesem Jahr auch den Schicksalsschlag durch den Tod von Junior Malanda mit den "Wölfen" zu meistern.

Im SPORT1-Interview spricht Allofs außerdem über den Wechsel von Kevin De Bruyne, bezieht bei Andre Schürrle klar Position und äußert sich zu Transfers im Winter.

(Das komplette Interview mit Klaus Allofs ab 18.30 Uhr in Bundesliga aktuell)

Klaus Allofs über…

den Tod von Junior Malanda:

"Das war der Tiefpunkt. Das hat die Mannschaft und den ganzen Verein richtig durchgeschüttelt. Das hat auch die Zusammenarbeit erschwert. Das ist etwas, das wir nie vergessen werden."

den Umbruch durch die Abgänge von De Bruyne und Perisic:

"Kevin und Ivan waren zusammen für eine gehörige Anzahl an Toren und Assists verantwortlich. Das müssen jetzt zwei, drei andere Spieler übernehmen. Unsere Art, Fußball zu spielen, hat sich nicht komplett verändert, aber zunächst einmal hat uns Qualität verlassen. Mit Andre Schürrle, der schon im Winter kam, und Julian Draxler haben wir wieder Qualität dazu geholt. Beide gehören zu den größten Talenten in Deutschland. Sie müssen sich aber noch zurechtfinden. Das ist noch nicht abgeschlossen. Bei Ivan und bei Kevin hat das auch länger gedauert. Die Öffentlichkeit hat nicht immer die Geduld, die wir haben müssen."

den Rekord-Transfer von Kevin De Bruyne:

"Von der Abwicklung her war das nichts Außergewöhnliches, bei der Entscheidungsfindung schon. Man stößt in andere Dimensionen vor, wenn man weiß, welche Möglichkeiten ein Spieler hat. Ich wusste, was Kevin für ein Gehalt geboten wurde. Das muss man dann schon nochmal etwas anders reflektieren und andere Faktoren für seine Entscheidung einbeziehen. Auch für uns ging es um eine sehr hohe Summe. Trotzdem haben wir versucht, nicht nur das Geld zu sehen."

den Faktor Geld:

"Wenn Geld keinerlei Rolle spielen würde, wäre Kevin natürlich noch hier. Er hat sich sehr wohl gefühlt. Kevin hätte auch mit der Lösung leben können, noch ein Jahr in Wolfsburg zu spielen und danach zu wechseln. Wenn wir Gehälter und Ablösesummen komplett außen vor lassen könnten, wären Kevin und auch Ivan immer noch hier. Aber irgendwo sind diese Wechsel, dass immer wieder neue Gesichter kommen, auch das Salz in der Suppe."

Gerüchten um einen Wechsel von Andre Schürrle:

"Auf Meldungen 'aus dem Umfeld' gebe ich gar nichts. Für mich wird es dann interessant, wenn Andre bei mir an die Tür klopft und sagt, das ist so. Es gibt null komma null Gedankenspiele, Andre Schürrle abzugeben. Wir haben uns das gut überlegt, als wir ihn damals aus England zurückgeholt haben und haben diese Entscheidung getroffen, weil wir sportlich total überzeugt sind. Er kann Dinge, die uns weiterhelfen und wir werden ihn auch dahin bringen, dass er das abruft."

Kritik an Schürrles Form:

"Andre weiß, dass er insbesondere in den letzten Wochen unter Form spielt. Vorher haben Verletzungen dazu geführt, im letzten Jahr war der Konkurrenzkampf sehr groß und er konnte nicht von Anfang an immer spielen. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass er ankommt und seine Qualitäten zu 100 Prozent abrufen kann." 

Transfers im Winter:

"Wir wollen die Mannschaft auch in Zukunft systematisch qualitativ verstärken, betrachten das aber auch immer unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Wenn wir in unserer Analyse Mannschaftsteile ausmachen, wo wir schon im Winter Handlungsbedarf sehen, muss man sehen, ob dort Verstärkungen auf dem Markt sind. Dann würden wir uns darum bemühen."

Breel Embolo vom FC Basel:

"Natürlich ist das ein interessanter Spieler. Aber nicht nur für uns, sondern für viele andere Klubs auch. Der Kreis der Spieler ist ja nicht riesengroß. Wenn Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach oder wir uns verstärken wollen, dann geht es mehr oder weniger immer um die gleiche Gruppe von Spielern, die genannt wird. Dazu gehört natürlich auch Embolo."

den defensiven Umgang mit dem Attribut "Bayern-Jäger":

"Mir wäre auch lieber, wir wären jetzt Zweiter. Aber nach den Verkäufen von Ivan Perisic, Kevin De Bruyne und Aaron Hunt war es schnell klar, dass wir nicht der Bayern-Jäger sein können. Ich bin nicht glücklich darüber, dass wir dieses Attribut verloren haben. Aber wir sind immer noch Dritter und auch in der Champions League noch im Rennen. In solchen Phasen, in denen es nicht so läuft, hat man die Chance, dazuzulernen und sich zu korrigieren. Man ist bereiter, Dinge zu verändern."

Wolfsburgs Entwicklung:

"Man kann nicht davon ausgehen, dass sich die Formkurve immer im gleichen Maße weiter nach oben bewegt - in der Bundesliga-Tabelle hat sie vielmehr eine endliche Grenze. Wenn man Zweiter war, kann man nur noch Erster werden. Und dieser Platz scheint momentan klar an die Bayern vergeben zu sein. In den nächsten Jahren gilt es daher, das erstmal zu stabilisieren und immer wieder zu bestätigen."

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