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Eintracht Frankfurt v FC Bayern Muenchen - Bundesliga
Laut Matthias Sammer hat der FC Bayern in dieser Saison noch einen "Marathon" vor sich © Getty Images

Der Rekordmeister beherrscht die Liga nach Belieben. Der Sieg gegen Hertha könnte zur Herbstmeisterschaft reichen. Doch die Klubbosse mahnen zur Besonnenheit.

Die 21. Herbstmeisterschaft praktisch in der Tasche, die Konkurrenz nur ein Spielball und auch wirtschaftlich in einer eigenen Galaxie: Rekordmeister Bayern München beherrscht den deutschen Fußball nach Belieben.

Der 26. Titel scheint auch nach dem völlig ungefährdeten 2:0 gegen Hertha BSC nur eine Formsache zu sein.

Doch Matthias Sammer, das personifizierte mahnende Mantra der Säbener Straße, findet es "bescheuert, jetzt schon vor Weihnachten über die Frage nach der Meisterschaft zu reden."

Der Sportvorstand betonte am Samstagabend in den Katakomben der Münchner Arena zwar einmal mehr, dass man "in Dortmund einen starken Konkurrenten" habe. Nur wie diese Über-Bayern in der Bundesliga tatsächlich ins Straucheln geraten sollen, dafür fehlt im Grunde jegliche Vorstellungskraft.

40 Punkte nach 14 Spielen hat noch nie ein Team gesammelt, 56 Hinrundenspiele in Folge ist der Rekordmeister nun bereits ohne jede Niederlage.

Und bei Punktverlusten des "großen" Konkurrenten Borussia Dortmund am Sonntag steht die Herbstmeisterschaft bereits am 14. Spieltag fest.

"Nicht frühzeitig abfeiern"

Gegen eine harmlose Hertha waren selbst acht (!) Ausfälle (unter anderem Douglas Costa, Arjen Robben, David Alaba, Thiago, Franck Ribéry, Mario Götze) locker zu verschmerzen.

Die Tore von Thomas Müller (34.) und Kingsley Coman (41.) drückten nur unzureichend aus, wie überlegen die Münchner eigentlich waren. Hertha-Trainer Pal Dardai brachte es auf den Punkt: "Man braucht nichts schönreden", sagte er: "Die Bayern sind einfach zwei Klassen besser." 

Sammer will derweil von derartigen Lobeshymnen nichts wissen. "Ich sage schon länger, dass es ein Marathon ist und stolpern kann man auf jedem Meter", sagte der 48-Jährige.

Vor Sammer hatte bereits Karl-Heinz Rummenigge bei der Jahreshauptversammlung am Freitag davor gewarnt, die Konkurrenz voreilig abzuschreiben: "Wir sollten uns nicht verführen lassen und frühzeitig abfeiern", mahnte der Vorstandsvorsitzende. "In der Champions League und im DFB-Pokal geht es erst richtig los."

Der 60-jährige Vereinsboss hatte die anstehenden Aufgaben unmittelbar vor beziehungsweis direkt nach der Winterpause im Sinn. Spätestens ab März geht es in allen Wettbewerben in die heiße Phase. Und wie schnell die Bayern da aus dem Tritt gelangen können, haben sie in den vergangenen Jahren erlebt.

Ohne das Mitwirken von Stammkräften wie Robben, Costa oder Alaba, die aktuell alle an muskulären Problemen laborieren, dürfte es mit zunehmendem Saisonverlauf besonders international sehr schwierig werden.

Guardiola gibt frei

Trainer Pep Guardiola weiß das. Und doch befand er nach dem Sieg gegen die Hertha: "Wir haben es bisher sehr gut gemacht. Großes Kompliment."

Als Belohnung gab Guardiola dem Team erst einmal zwei Tage frei - einer davon war für die traditionellen Adventsbesuche bei Fanclubs reserviert.

Der Spanier selbst hatte bereits am Freitag einen Tag Auszeit genommen und war wegen eines familiären Trauerfalls in seine Heimat geflogen. Pünktlich zum Spieltag nahm Guardiola dann wieder auf der Bayern-Bank Platz.

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