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Augsburg - Der Altmeister wird in der zweiten Hälfte eingewechselt und sorgt wenig später für Werders Führung. Augsburgs Schwung verpuff, Verhaeghs Treffer kommt zu spät.

Markus Weinzierl verschwand wortlos und mit gesenktem Kopf in Richtung Kabine, wenige Meter entfernt herzte Werder-Trainer Viktor Skripnik immer wieder seinen Joker Claudio Pizarro.

Während beim Schlusslicht FC Augsburg nach dem 1:2 (0:0) im Kellerduell gegen Bremen die Stimmung am Boden war, verschaffte sich Werder auch dank des ersten Saisontores von Rückkehrer Pizarro etwas Luft. (DATENCENTER: Tabelle)

"Das Tor war für mich sehr wichtig, genauso wie der Sieg für die Mannschaft. Ich habe die letzten Wochen hart gearbeitet, das ist die Belohnung", sagte der 37 Jahre alte Pizarro, der erst zur Pause eingewechselt worden war. Die größte Sorge des Routiniers war nach Schlusspfiff der aktuelle Lufthansa-Streik: Für Montag ist Pizarros Reise zu Perus Länderspielen in Südamerika geplant.

"Das sind seine Momente"

Pizarro, der nach seinem Abschied von den Bayern auch beim FCA ein Thema war, hatte seinen Job dagegen mehr als ordentlich erledigt. Der Routinier erzielte in seinem siebten Saisonspiel mit einem Rechtsschuss die verdiente Führung (58.).

"Das war ein Spiel, in dem er einfach gut passt. Wir wissen, was wir an ihm haben. Das sind eben seine Momente. Ich hoffe, dass bei ihm der Knoten geplatzt ist", sagte Sportdirektor Thomas Eichin. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Fin Bartels erhöhte in der 69. Minute auf 2:0. "Wir hatten heute keinen Ausfall und haben als Team hervorragend funktionert", sagte Eichin. Paul Verhaegh gelang in der Nachspielzeit (90.+1) mit einem verwandelten Handelfmeter nur noch Ergebniskosmetik.

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Augsburgs Schwung verpufft

Entsprechend gedämpft war die Stimmung beim FCA. "Das ist sehr enttäuschend. Die Situation ist momentan sehr schwierig. In den entscheidenden Momenten treffen wir einfach nicht die richtigen Entscheidungen", sagte Kapitän Verhaegh. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Für Augsburg war es bereits das siebte Ligaspiel ohne Sieg in Folge, vom erhofften Schwung aus dem 4:1 in der Europa League gegen Alkmaar war nicht viel zu sehen. Mit vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz bleibt die Lage somit äußerst brenzlig, der Druck auf Trainer Weinzierl wächst.

Aussetzer von Bobadilla

Dabei verzeichnete der FCA in einer umkämpften, spielerisch aber sehr niveauarmen Partie zunächst mehr Spielanteile. Es mangelte dem Auftritt der Schwaben oft aber an Schwung, Entschlossenheit und Präzision, um Werders Defensive entscheidend in Verlegenheit zu bringen.

Nach dem Wechsel gestaltete Werder die Partie offener, ein kapitaler Fehlpass des bis dahin auffälligsten Augsburgers Raul Bobadilla im Aufbau leitete schließlich die Führung ein. Santiago Garcia bediente den für Anthony Ujah gekommenden Pizarro mit einem tollen Pass, der Routinier vollstreckte eiskalt.

Sorge um Gebre Selassie

Der FCA erhöhte danach den Druck, lief sich aber immer wieder an der Werder-Abwehr fest. Besser machte es Bartels, der Ragnar Klavan umkurvte und wuchtig ins linke obere Eck abschloss.

Eine Schrecksekunde gab es kurz vor Schluss, als Werders Theodor Gebre Selassie nach einem Zusammenprall mit Wiedwald benommen liegen blieb und mit der Träge vom Feld gebracht wurde. Mit Verdacht auf  Gehirnerschütterung ging es gleich in ein Krankenhaus.

Verhaeghs fünftes Saisontor kam zu spät.

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