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Augsburg - Durch die Last-Minute-Pleite beim FC Augsburg rutscht der FC Schalke 04 aus den internationalen Rängen. Der Schuldige für den erneuten Rückschlag ist schnell gefunden.

Nach dem K.o. in letzter Minute hatten Benedikt Höwedes und Co. den Schuldigen schnell gefunden.

Für den Weltmeister und seine Kollegen von Schalke 04 hatte Schiedsrichter Florian Meyer die 1:2 (0:1)-Pleite beim FC Augsburg zu verantworten. "Das war ein klares Handspiel. Er hat den Ball wie beim Volleyball mit beiden Händen mitgenommen", klagte der Kapitän der Königsblauen bei Sky über die Vorgeschichte des entscheidenden Tores. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Markus Feulner hatte den Ball mit beiden Händen in den Strafraum gelenkt, Sekunden später traf Caiuby zum umjubelten Augsburger Siegtreffer (90.+2). "Unerklärlich, dass man das nicht pfeift", meinte auch Angreifer Eric Maxim Choupo-Moting: "Eindeutiger geht's nicht."

Schalke hinkt den Ansprüchen hinterher

Während die Schwaben den zweiten Last-Minute-Triumph innerhalb von vier Tagen nach dem "Wunder von Belgrad" überschwänglich feierten, kreidete Schalke-Trainer André Breitenreiter dem langjährigen FIFA-Referee Meyer den neuerlichen Schalker Rückschlag an. "Er ist ein sehr guter Schiedsrichter, aber heute hatte er einen unglücklichen Tag", sagte er.

Dabei hatte der Coach der Königsblauen nicht nur das späte Gegentor im Auge, sondern auch das Nachtreten von Ja-Cheol Koo und Raul Bobadilla - beide Aktionen blieben unbestraft. 

Meyer habe sich "für seine Fehlentscheidungen entschuldigt", berichtete Breitenreiter. Ein schwacher Trost, denn Schalke rutschte vor dem Hinrundenabschluss am Freitag gegen 1899 Hoffenheim aus den internationalen Rängen heraus und hinkt mit 24 Punkten den eigenen Ansprüchen hinterher.

Augsburg befreit sich

Für die Augsburger war es hingegen der erste Bundesliga-Sieg gegen die Gelsenkirchener im neunten Duell. Drei Tage nach dem sensationellen Einzug in die K.o.-Phase der Europa League verließ das Team von Trainer Markus Weinzierl erstmals seit dem siebten Spieltag die Abstiegsregion und hat jetzt 16 Zähler. (DATENCENTER: Tabelle)

Der Treffer des Koreaners Jeong-Ho Hong (34.) ebnete den Weg zum zweiten Heimerfolg der Saison. Nach dem Ausgleich von Sead Kolasinac (70.) war dann Caiuby der umjubelte Siegtorschütze.

Schalke fehlt das Tempo

"Eine Wahnsinnswoche, unglaublich - eine Willensleistung der Mannschaft", sagte Augsburgs Manager Stefan Reuter nach nun zehn Punkten aus den letzten vier Spielen: "Wir haben gegen eine Supertruppe gespielt, so dagegenzuhalten, war sensationell."

Schalke vermochte sich gegen engagierte und disziplinierte Schwaben insgesamt nur selten durchzusetzen. Der Revierklub spielte meist etwas zu kompliziert und phasenweise ohne das nötige Tempo, während Augsburg die letzten positiven Ergebnisse gestärkt hatten. Hongs Tor war allerdings glücklich. Der Verteidiger lenkte einen Schuss aus 17 Metern von Dominik Kohr eher unbeabsichtigt ins Netz.

Breitenreiter hatte die Schalker "Bubis" Leroy Sané (19), Max Meyer (20) und Leon Goretzka (20) nach ihrer Pause im Europacup erwartungsgemäß wieder von Beginn an gebracht, um das Flügelspiel zu beleben und auch Torjäger Klaas-Jan Huntelaar in Szene zu setzen. Das gelang besonders vor der Pause, wenn überhaupt, nur vereinzelt. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Callsen-Bracker fällt lange aus

Augsburgs Coach Weinzierl tauschte gleich siebenmal. Dabei fehlten Kapitän Paul Verhaegh wegen einer Gelbsperre und Jan-Ingwer Callsen-Bracker wegen seiner schweren Verletzung aus dem Belgrad-Spiel.

Neben dem rasch diagnostizierten Wadenbeinbruch hatte der Innenverteidiger bei dem brutalen Foul eines Gegenspielers auch eine Bänderverletzung im Sprunggelenk sowie einen Knorpelschaden erlitten. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Callsen-Bracker wird mindestens vier Monate fehlen, teilte der FCA am Sonntag mit. Spielen konnte indes Ragnar Klavan nach überstandener Gehirnerschütterung.

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