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München - Derzeit spricht wenig für einen Verbleib von Pep Guardiola in München und viel für einen neuen Welttrainer beim FC Bayern. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Seit Mittwochmittag überschlagen sich die Nachrichten. Und ein Abschied von Pep Guardiola beim FC Bayern wird immer wahrscheinlicher.

In Carlo Ancelotti steht der Nachfolger schon bereit.

SPORT1 sortiert und blickt voraus.

Wie ist der aktuelle Stand?

Spätestens nach dem letzten Bundesliga-Hinrundenspiel der Bayern am Samstag in Hannover fällt eine offizielle Entscheidung.

Guardiola tendiert nach übereinstimmenden Medienberichten dazu, seinen auslaufenden Vertrag in München nach drei Jahren nicht mehr zu verlängern.

Wann fällt die Entscheidung?

Am Donnerstag soll es bereits ein Gespräch zwischen Karl-Heinz Rummenigge und Guardiola geben. Dann könnte schon alles klar sein.

Womöglich sprechen beide aber auch erst nach dem Spiel in Hannover und die Bayern verkünden das Ergebnis kurz vor Weihnachten.

Auf jeden Fall hofft Rummenigge noch, Guardiola mit einer letzten Offensive doch umzustimmen. Das Rätsel bleibt. "Als er damals auf der Pressekonferenz verkündet hat, dass er Barcelona verlässt, wusste eine Stunde vorher niemand, was er sagen wird. Wir müssen abwarten", sagt Guardiola-Biograf Balague im Gespräch mit SPORT1.

Wie ginge es nach seinem Abschied weiter?

Nach SPORT1-Informationen aus Spanien als auch aus Italien sind die Berichte aus Italien richtig, dass sich die Bayern mit Ancelotti einig sind. Der Italiener hatte zuvor dem AS Rom sowie Manchester United abgesagt, dass ihn für den glücklosen Louis van Gaal verpflichten wollte.

Stattdessen gab Ancelotti dem FCB die Zusage über einen Dreijahresvertrag und könnte rasch als Guardiola-Nachfolger präsentiert werden. "Zu neunzig Prozent gehe ich zum FC Bayern", soll er schon vor Wochen Freunden gesagt haben.

Der 56-Jährige gewann als Trainer bereits dreimal die Champions League, seit seinem Abschied bei Real Madrid im letzten Sommer wartet er auf die nächste Herausforderung. Auch der FC Chelsea und Zenit St. Petersburg waren an ihm interessiert.

"Ancelotti gibt den Spielern viele Freiheiten und macht ihnen weniger taktische Vorgaben. Diese Flexibilität scheinen viele Spieler zu schätzen", sagt der Journalist Guillem Balague, der sich im spanischen und englischen Fußball bestens auskennt, im Gespräch mit SPORT1.

Neben Ancelotti hat der FC Bayern Guus Hiddink und Lucien Favre noch auf der Liste.

Der Münchner Merkur brachte auch Joachim Löw ins Spiel, doch der Vertrag des Bundestrainers läuft noch bis zur WM 2018. Entsprechend unwahrscheinlich wäre ein solcher Deal.

Wieso will Guardiola gehen?

Vier Jahre beim gleichen Verein macht er nicht mehr. Zwar hat er die Champions League noch nicht gewonnen, würde sich aber nach drei Saisons auch ohne den größten Titel verabschieden.

Guardiola sucht die nächste Herausforderung in England. Die Premier League soll seine letzte Station als Vereinstrainer sein.

Er ist unzufrieden mit den Abläufen bei Transfers, heißt es aus seiner Heimat Katalonien. Guardiola will mehr Macht bei der Frage, wer kommt und wer geht.

Hinzu kommt die für ihn extrem belastende Verletztenmisere in München. Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hörte bereits wegen Guardiola als Mannschaftsarzt auf, und auch mit seinen Nachfolgern hat der Trainer ein Problem.

Laut kicker lastet er Dr. Volker Braun die neueste Verletzung von Franck Ribery an.

Wohin zieht es Guardiola?

Sofern der Katalane kein zweites Sabbatical einlegt, spricht fast alles für einen Umzug nach Manchester. Unklar ist aber noch, ob als Farbe Rot oder Himmelblau dazu gehört.

Txiki Begiristain (l.) und Pep Guardiola kennen sich vom FC Barcelona
Txiki Begiristain (l.) war in Barcelona eine der wichtigsten Bezugspersonen für Guardiola © Getty Images

Guardiola liebt Uniteds Tradition und das, was Sir Alex Ferguson aus dem Verein gemacht hat. Auf der anderen Seite träfe er bei City mit Sportdirektor Txiki Begiristain und Geschäftsführer Ferran Soriano zwei alte Bekannte aus Barca-Tagen wieder.

"Bei City gehen sie davon aus, dass er zu ihnen kommt, wenn er sich zu einem Wechsel entschließt", so Balague. "Guardiola könnte der Ferguson von City werden." Heißt: Er soll den Verein auf ein ganz neues Niveau führen, das allerdings in deutlich weniger als 27 Jahren wie Sir Alex.

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