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FC Bayern Muenchen Celebrate Winning The Bundesliga
Pep Guardiola (l.) wird den FC Bayern München am Saisonende verlassen © Getty Images

Bayerns Sportvorstand verteidigt den scheidenden Trainer gegen Kritik an dessen Arbeitsweise. Guardiolas Errungenschaften dürften nicht in Frage gestellt werden.

Matthias Sammer hat nach dem feststehenden Abgang von Pep Guardiola den fehlenden Respekt für den scheidenden Bayern-Coach beklagt.

"In Deutschland haben wir immer das Gefühl, wenn einer viel gelobt wird, muss es einen Gegenpol geben und man muss ihn irgendwie herunterholen. Das, was er geleistet hat, auch für den deutschen Fußball, ist außergewöhnlich und das müssen wir anerkennen", sagte der Sportvorstand des FC Bayern bei Sky90.

Guardiola "niemals in Frage stellen"

"Das was er leistet, in seinem Fleiß, in seiner Akribie, in seiner positiven Verrücktheit ist diskutabel, aber niemals in Frage zu stellen", so Sammer weiter: "Wir sollten endlich aufhören jemanden der sich akribisch vorbereitet als würde es kein morgen geben so negativ zu sehen. In den letzten Tagen ist Pep viel zu schlecht weggekommen."

Die Bayern hätten alles getan, um den Trainer zu halten, erklärte Sammer: "Wir haben ihm immer versucht das Vertrauen zu geben und ihm zu signalisieren, dass wir gerne mit ihm den Weg weitergehen würden. Aber wir waren auch Realisten und deswegen war uns immer bewusst, dass wir dem Verein dienen und auf solche Dinge vorbereitet sein müssen."

Verein größer als der Trainer

Am Sonntag Vormittag hatten die Münchner den Abschied Guardiolas zum Saisonende mitgeteilt und zugleich Carlo Ancelotti als Nachfolger angekündigt.

Nun sei der FCB laut Sammer bedacht, so schnell wie möglich zum Alltag zurückzükehren. Der Europameister von 1996 betonte die unabhängig vom Trainer enorm gereifte und gefestigte Mannschaft. "Was die Spieler in den letzten vier Jahren leisten, das ist aller Ehren wert. Es muss jetzt gelingen, den richtigen Zeitpunkt zu finden um das Thema noch einmal zu besprechen und sich dann wieder auf  das Wesentliche zu konzentrieren - und das sind die Spieler."

Dennoch bedauert Sammer den Abschied seines Erfolgs-Coaches. "Es ist schade, aber so ist es im Fußball. Es ist immer ein Verlust, aber auf der anderen Seite haben wir auch die Verantwortung dem Verein zu dienen und bestmöglich in den Alltag zurückzukehren", sagte der 48-Jährige.

Sammer hat Verständnis

Die Entscheidung des Katalanen kann er trotz der bisherigen Erfolgsgeschichte in München nachvollziehen: "Selbstverständlich kann ich ihn verstehen. Man kommt irgendwann an einen Punkt an dem man Dinge entscheiden muss und das hat er getan und das respektieren wir", sagte Sammer.

Die Ziele in dieser Saison sieht er trotz der feststehenden Trennung nicht gefährdet. "Wir haben wunderbar miteinander gearbeitet und werden das auch weiterhin tun", ist sich Sammer sicher. Die Bayern haben nach wie vor die Chance auf das Triple in dieser Saison.

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