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Hannover 96 gibt bekannt: Thomas Schaaf wird neuer Cheftrainer bei den Niedersachsen. Der ehemalige Coach von Bremen und Frankfurt spricht von einer schweren Aufgabe.

"Mr. Werder" Thomas Schaaf soll den Tabellenvorletzten Hannover 96 vor dem ersten Bundesliga-Abstieg seit 26 Jahren bewahren. Eine Woche nach der Trennung von Michael Frontzeck gab der niedersächsische Traditionsverein am Montag die Verpflichtung des langjährigen Bremer Trainers bekannt - Thomas Schaaf ist zurück im Norden.

"Ich habe in den letzten Tagen gute Gespräche mit den Verantwortlichen von Hannover 96 geführt. Die Schwere der Aufgabe ist mir bewusst. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf die große Herausforderung, gemeinsam mit der Mannschaft des Klassenerhalt zu erreichen", sagte der neue Cheftrainer. Schaaf wird einen Vertrag bis 30. Juni 2017 erhalten und am 4. Januar (10 Uhr) seine Arbeit aufnehmen.

Der 54-Jährige galt von Beginn an als Favorit auf die Nachfolge Frontzecks. Schon während seiner mehr als 14-jährigen Amtszeit als Chefcoach bei Werder Bremen hatte 96-Präsident Martin Kind mehrfach versucht, Schaaf von der Weser an die Leine zu locken.

Bader enthusiastisch

96-Geschäftsführer Martin Bader äußerte sich geradezu enthusiastisch über den neuen Mann auf der Kommandobrücke der Norddeutschen: "Ich habe in den Gesprächen von der ersten Minute an gespürt, dass Thomas sich mit dieser Aufgabe vollumfänglich identifizieren kann. Seine Vita und seine Erfahrung sprechen für sich. Er hat jahrzehntelang erfolgreich in der Bundesliga gearbeitet."

Wie in der Fußball-Branche üblich, hatten die Klubverantwortlichen allerdings nicht nur zu Schaaf Kontakt aufgenommen. Als realistische Alternativen galten bis zuletzt Jos Luhukay, Thorsten Fink, Thomas Doll und Kosta Runjaic. Der Ex-Gladbacher Lucien Favre hatte nach einem ersten Gespräch abgewunken.

Schaaf erhält mit dem Neustart in Hannover zum zweiten Mal die Chance, seine in Bremen erarbeiteten Erfolge auch außerhalb der Hansestadt zu bestätigen. In der vergangenen Saison hatte er seine Tätigkeit bei Eintracht Frankfurt nach nur einem Jahr wieder beendet - mit Rang neun in der Abschlusstabelle.

Double 2004 mit Werder

In Bremen hingegen feierte der norddeutsch-trockene Coach zahlreiche Triumphe. 2004 gelang ihm das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg, ein Dauer-Abonnement in der Champions League schloss sich an. Hinzu kamen weitere Pokalsiege 1999 und 2009. Aber auch im Kampf um den Klassenerhalt 2013 bewährte sich Schaaf, danach kam es allerdings zur Trennung.

Der beim Bremer Anhang immer noch sehr beliebte Schaaf, von 1978 bis 1995 als Profi bei den Grün-Weißen unter Vertrag, hatte sich nach seinem Abschied aus Frankfurt in der Öffentlichkeit rar gemacht. Hin und wieder war er als Spielbeobachter im Auftrag der UEFA unterwegs.

Und so darf "Mr. Werder" mit einem herzlichen Empfang rechnen, wenn er am 5. März mit seinen neuen Schützlingen ins Weserstadion zurückkehrt. Auch wenn beide Vereine bis dahin weiterhin mitten im Kampf um den Klassenerhalt stehen sollten. Nach der Vorrunde steht Werder Bremen auf Relegationsplatz 16, nur einen Punkt vor Hannover.

Neuzugänge sind im Anmarsch

Damit die Rettung gelingt, will Hannover 96 in Absprache mit Schaaf die Mannschaft personell verstärken. Bereits einig ist man sich mit dem japanischen Nationalspieler Hotaru Yamaguchi sowie dem Norweger Iver Fossum. Als weitere Verpflichtung ist Adam Szalai vom Tabellenschlusslicht 1899 Hoffenheim im Gespräch.
   

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